Tag der Pflege

Pflegeberatung vor Ort ist weiter gefährdet

Wissen um die Wichtigkeit von kurzen Wegen und eines Netzwerks: die Senioren- und Pflegeberaterinnen Cosima Mai (l.) und Ute Scharf. Archivfoto:  Stadt Burscheid
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Wissen um die Wichtigkeit von kurzen Wegen und eines Netzwerks: die Senioren- und Pflegeberaterinnen Cosima Mai (l.) und Ute Scharf. Archivfoto:  Stadt Burscheid
  • VonNadja Lehmann
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Internationaler Tag der Pflege: Am Donnerstag gibt es eine Aktion am Wallacebrunnen.

Burscheid. Der 12. Mai steht unter besonderen Vorzeichen: Es ist der internationale Tag der Pflege. Ein Signal in Zeiten, in denen der Applaus aus dem Pandemie-Beginn schon längst wieder verstummt ist. Der Rheinisch-Bergische Kreis sowie die kreisangehörigen Städte und Gemeinden nehmen diesen Tag zum Anlass, die wichtige Rolle der Pflegeberufe in den Fokus zu rücken. Und auch Burscheid mischt munter mit: Im Rahmen der kreisweiten Kampagne „Gute Pflege muss gepflegt werden“ stellen sich auch die Netzwerkpartner des Senioren-Hilfenetzwerkes Burscheid vor.

Cosima Mai und Ute Scharf sind morgen zu Gesprächen parat

Zwei wichtige Ansprechpartnerinnen zeigen dabei an der Hauptstraße Flagge: Von 11 bis 14 Uhr weisen die städtischen Senioren- und Pflegeberaterinnen, Cosima Mai und Ute Scharf, auf dem Vorplatz der Kreissparkasse am Wallacebrunnen auf die Pflegefachkraftsicherung hin. Gemeinsam mit Netzwerkpartnern stehen sie in überwiegend weißer Kleidung – als Symbolfarbe für die Pflege – Interessierten zu Beratung und für Informationen zur Verfügung. Infos gibt es, so teilt Stadtsprecherin Ann-Kathrin Gusowski mit, beispielsweise zu Pflegeausbildungsmöglichkeiten und zu Themen wie Alltagshilfen, Pflege und Demenz.

„Wer ausprobieren möchte, wie es sich das Alter anfühlt, kann dies mit einem Alterssimulationsanzug und Simulationsbrillen vor Ort gerne testen. Auch ein Gehweg zur Mobilitätsförderung wird angeboten“, sagt Gusowski.

Der Anteil der Klienten steigt.

Ute Scharf

Gemeinsam möchten alle Akteure an diesem Tag auf die bunte Vielfalt, die Attraktivität und die Karrierechancen pflegerischer Berufe und Ausbildungen aufmerksam machen und den vielen Beschäftigten in der Pflege für ihre unermüdliche Arbeit danken.

Der 12. Mai symbolisiert die Wichtigkeit der Arbeit vor Ort. Und die steht auf wackligen Füßen. Bereits 2019 hatte der Kreis angekündigt, die Pflegeberatung neu strukturieren und zentral steuern zu wollen – was nicht nur in Burscheid, sondern auch im benachbarten Wermelskirchen Empörung ausgelöst hatte. Auch dort gibt es eine Pflegeberatung vor Ort.

Nun hat die Fraktion der Freien Wähler im Kreistag eine Anfrage für die kommende Sitzung des Ausschusses Arbeit, Soziales und Pflege am 18. Mai in Bergisch Gladbach gestellt und sich an Landrat Stephan Santelmann gewandt. Bereits im September 2021 habe die Kreisverwaltung im Fachausschuss über die geplante Neukonzeption der kommunalen Senioren- und Pflegeberatung berichtet, nachdem sich die Bürgermeister des Nordkreises gemeinsam an den Landrat gewandt und fehlende Kommunikation und die Nicht-Einhaltung von Zusagen angeprangert hatten. „Ziel muss ein bürgernahes Angebot vor Ort sein“, betonen nun erneut die Freien Wähler in ihrer Anfrage. Und weiter: „Wir als Freie Wähler sehen die Gefahr, dass Strukturen und Netzwerke zerschlagen werden, sofern der Kreis diese Aufgabe übernimmt. Das uns vorgestellte Konzept wirft sehr viele Fragen auf und dient nicht dazu, die entstandenen Irritationen zu entkräften. Es überzeugt momentan nicht.“

Auch in Burscheid selbst hatten die Pläne des Kreises hohe Wellen geschlagen. Im November 2021 hatten Cosima Mai und Ute Scharf über ihre Arbeit berichtet. Ihr Fazit: „Die ortsnahen, individuellen und hilfreichen Beratungsmöglichkeiten werden sehr dankbar angenommen und haben in den vergangenen zwei Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen.“ Ein Eindruck, den Ute Scharf nun auf der Sitzung des Sozialausschusses unterstrich. „Der Anteil der Klienten steigt kontinuierlich.“

Und weiter hatte Scharf erklärt: „Wir versuchen, die Menschen abzuholen. Das geht nur mit der Kenntnis der örtlichen Angebote und dem Wissen um das Netzwerk vor Ort.“

Wissen, das bei einer Zentralisierung verloren ginge – wie die kurzen Dienstwege. Beratung lebe von Vertrauen, so Scharf im November im Ausschuss. „Wir kennen die Leute, die kennen uns.“ Ein Netzwerk sei entstanden, das auch als Frühwarnsystem fungiere.

„Wir sind uns einig, dass wir das behalten wollen“: So hatte es der Ausschussvorsitzende Thomas Kaps (BfB) zusammengefasst und hatte die Zustimmung aller Fraktionen gefunden, die eine dementsprechende Resolution auf den Weg brachten.

Hintergrund

Alle Veranstaltungen im Überblick und weitere Informationen zum morgigen Donnerstag, 12. Mai, gibt es auf der Internetseite des Rheinisch-Bergischen Kreises:
https://www.rbk-direkt.de/tag-der-pflege.aspx

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