Pfarrerinnen schultern Doppelbelastung

Im Gegensatz zum vergangenen Jahr feierte die Evangelische Kirchengemeinde Gottesdienste in ihren beiden Kirchen wieder in Präsenz.Archivfoto: Nadja Lehmann
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Im Gegensatz zum vergangenen Jahr feierte die Evangelische Kirchengemeinde Gottesdienste in ihren beiden Kirchen wieder in Präsenz.Archivfoto: Nadja Lehmann

Gottesdienste fanden in der Evangelischen Gemeinde per Video und in Präsenz statt

Von Nadja Lehmann

Weihnachten liegt hinter den beiden Pfarrerinnen der Evangelischen Kirchengemeinde. Katrin Friedel und Annerose Frickenschmidt können durchatmen. Wobei – einen Moment der Ruhe hatte Frickenschmidt sogar bereits für den Heiligabend avisiert. Nämlich mit der Christvesper in Hilgen-Dünweg am frühen Abend um 18 Uhr. „Dann liegt das Quirlige hinter mir. Ich predige im Kerzenlicht auf der Kanzel. Das genieße ich“, sagte Frickenschmidt kurz vorm beruflichen Feiertagsmarathon, den sie mit zwei Krippenspielen in der Hilgener Kirche eröffnet hatte. „Und da bin ich aufgeregt“, hatte sie es schon vorausgesehen.

Beide Pfarrerinnen haben ebenso wie ihr Kollege Matthias Pausch eine Doppelbelastung geschultert. Denn während man im vergangenen Jahr noch in Gänze auf Präsenzgottesdienste verzichtete und ganz aufs Digitale setzte, gab es zu diesem Weihnachtsfest nun beides: die Gottesdienste in Burscheid und in Hilgen – und die Videoübertragungen.

„Das sind ganz unterschiedliche Dinge“, befand Annerose Frickenschmidt, die von diversen Proben mit Burscheider Kindern fürs Krippenspiel zu berichten wusste: „Sie sind aufgeregt und natürlich auch coronageplagt. Manche Kinder sind beim Video dabei und nicht live oder umgekehrt. Manches stellt sich erst ganz kurzfristig heraus. Es gibt viel zu bedenken.“ Zudem laufe ja das ganz normale Alltagsgeschäft weiter – wie Geburtstagsbesuche bei Gemeindegliedern oder Trauergespräche.

Gleich zwei Krippenspiele waren in Hilgen angesetzt

Gleich zwei Krippenspiele waren in Hilgen angesetzt. Am Nachmittag des 24. Dezember standen neun Kindergartenkinder auf der Bühne. „Sie mussten keinen Text lernen, sondern die Weihnachtsgeschichte, die kindgerecht erzählt wird, nachspielen.“ Anders bei den acht Älteren (von sieben bis 14 Jahre), die um 16 Uhr aufspielten. „Ich habe versucht, das Stück auf sie zuzuschreiben und habe es dabei mit dem Text etwas zu gut gemeint. Sie mussten viel auswendig lernen“, verriet Frickenschmidt.

Krippenspiele seien fröhlich und schön, aber: „Es gibt auch dort nachdenkliche Momente. Die Kinder haben auch ihre Traurigkeiten“, sagte Frickenschmidt, für die das Wort „Trost“ 2021 wichtiger denn je ist. „Ich predige in diesen schlimmen Zeiten vom Trost, und dieses Kind kommt als Trost. Jeder soll sich mitgesehen fühlen. Ich möchte vermitteln, dass Gott nicht fern, sondern in den Niederungen unseres Daseins ist“: Dieses Ziel hatte sich Annerose Frickenschmidt gesteckt. „In den Gottesdiensten sitzt die fröhliche Familie ebenso wie einsame Menschen. Weihnachten steht für Freude, die Mut macht und tröstet.“ Und sie soll weiterwirken, gerade zu Corona-Zeiten: „Wenn wir uns gegenseitig wahrnehmen, können wir einander Engel sein.“ Sie predige sich auch selbst, so Frickenschmidt: „Ich kann nur Worte finden, die andere erreichen, wenn sie mich selbst erreichen.“

Präsenz-Gottesdienst kombiniert mit Video: Für Kollegin Katrin Friedel ein Status Quo, der wohl bleiben wird. „Denn es gibt ja auch Großeltern, die fern von Burscheid leben und nicht beim Krippenspiel dabei sein konnten. Diese haben dann das Video. Hinter das, was wir jetzt digital aufgebaut haben, werden wir sicher auch künftig nicht zurückgehen.“

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