Gemeinde

Pastor hatte eigentlich ganz andere Pläne

Pastor Philipp Herrmannsdörfer ist seit April 2022 in Burscheid in der Freikirchlichen Evangelischen Gemeinde tätig.
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Pastor Philipp Herrmannsdörfer ist seit April 2022 in Burscheid in der Freikirchlichen Evangelischen Gemeinde tätig.
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Philipp Herrmannsdörfer ist seit April Seelsorger der Freikirchlichen Evangelischen Gemeinde in Burscheid.

Von Susanne Koch

Am Freitag, 3. und Samstag, 4. März wird die Freikirchliche Evangelische Gemeinde in Burscheid wieder ihren Winterspielplatz im ganzen Gemeindehaus einrichten. „Der Termin von heute und auch der von morgen war direkt ausgebucht, pro Tag lassen wir 120 Personen zum Winterspielplatz“, sagt Pastor Philipp Herrmannsdörfer. „Es ist sehr schön, dass das Angebot, dass unsere Gemeinde seit 2017 initiiert, so gut angenommen wird.“

Gestern Abend wurde das Gemeindezentrum für den Winterspielplatz hergerichtet: ein großes Trampolin ist aufgebaut, zwei Hüpfburgen, eine für die Älteren und eine für die Kinder bis drei Jahren, im Gottesdienstsaal ist ein Parcours für die Bobbycar-Fahrer aufgebaut, sogar mit einem Hügel und einem Tunnel. Eine Rutsche lädt die Kinder zum Toben ein, und im Keller können – meistens – Jungen die Carrerabahn nutzen. „Und für die Mädchen haben wir noch einen Stall mit echtem Stroh für die Pferde verschiedener Größen aufgebaut“, sagt Philipp Herrmannsdörfer. „Und für die mitgekommenen Eltern gibt es ein Café.“
Pastor Philipp Herrmannsdörfer ist seit April 2022 mit 75 Prozent Gemeindepastor.

Darüber hinaus gibt er Religionsstunden an der Johannes-Löh-Gesamtschule. Er hatte Pastor Lukas Schülbe abgelöst, der vorher zehn Jahre lang die Gemeinde betreut hatte. Philipp Herrmannsdörfer kommt gebürtig aus Nürnberg. Er hat seine Frau Nena damals als Jugendpfarrer in Hürth auf einem Bundesjugendtreffen in Erfurt kennengelernt. Sie kommt aus Langenfeld und war dort mit einer Jugendgruppe. Nun lebt das Ehepaar mit den Söhnen – Emil (4 Jahre) und Mattes (halbes Jahr) – in Langenfeld-Wiescheid.

Philipp Herrmannsdörfer ist, was seine Berufung angeht, familiär vorbelastet. Sein Vater arbeitet als Diakon in der Landeskirche und auch als Klinikseelsorger. „Früher stand für mich fest, so einen langweiligen Beruf werde ich nicht ergreifen“, erzählt er. „Ich wollte mal Fußballprofi werden, dann Schriftsteller oder auch Lehrer.“ Doch dann beschäftigte er sich während seiner Jugendarbeit beim CVJM mit biblischen Texten, sagt der 40-Jährige. „Ich kam mit vielen Menschen ins Gespräch und gewann Klarheit über meinen Lebensweg.“

Philipp Herrmannsdörfer geht offen auf neue Situationen zu. „Ich schätze Jesu Wort: ,Ich kann nichts von mir aus tun, sondern nur, was ich meinen Vater tun sehe'“, sagt er. „So gehe ich auch mit meiner Gemeinde um. Ich beobachte, rede mit den Menschen und versuche zu spüren, was sie bewegt und was sie beschäftigt.“ Noch überlegt er, was er künftig als eigenes Angebot ins Gemeindeleben hineinbringt. „Vorstellen könnte ich mir Väter- und Kind-Arbeit“, sagt er. „Die Väter könnten mit den Kindern handwerken und gleichzeitig ihre Rolle als Vater, aber auch als Mann, gemeinsam in den Blick nehmen.“

Philipp Herrmannsdörfer spielt Gitarre. „Ich habe mir das meiste autodidaktisch beigebracht, als ich im achten Schuljahr Elvis Presley entdeckte. Er war so ein großes Talent, hatte aber Zeit seines Lebens Selbstzweifel“, sagt der Pastor. „Am 8. Januar wäre er 88 Jahre alt geworden.“ Phillipp Herrmannsdörfer hat seit seinem 15. Lebensjahr viele CDs und Bücher von Elvis Presley gesammelt.

Der Pastor der Freikirchlichen Evangelischen Gemeinde in Burscheid versteht sich als ein Grenzgänger. „Ich bin froh, dass ich viele verschiedene theologische Impulse in meinem Leben aufgenommen und studiert habe“, sagt er. „Das öffnet meinen Horizont.“ Er habe Freunde in vielen evangelischen Bezügen, aber auch in der katholischen Kirche.

Die Freikirchliche Evangelische Gemeinde hat 90 Gemeindeglieder. „Kinder und Jugendliche werden bei uns nicht mitgezählt“, sagt er. „Denn wir taufen nur Erwachsene, die sich bewusst zum Glauben bekennen.“ Im Gottesdienstraum sind Treppenstufen in den Boden eingelassen, die ins Taufbecken hineinführen. Wird das Becken nicht genutzt, ist es mit einer Glasscheibe abgedeckt. „Finanziert werden unser Gemeindeleben, die Energiekosten, die Mitarbeiter durch Spenden unserer Mitglieder.“

Hintergrund

Persönliches: Philipp Herrmannsdörfer ist seit April 2022 Pastor der Freikirchlichen Evangelischen Gemeinde. Der 40-Jährige ist mit Nena verheiratet. Sie haben zwei Söhne – Emil und Mattes. Die Familie liebt Schweden.

Angebote: Die Gemeinde bietet den Offenen Mittwoch an, den Winterspielplatz, „Plan.Los“ (für 14- bis 20-Jährige), Hauskreise, Entdecker-Kids und Senioren-Nachmittage.

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