Lesestoff

Passende Lektüre für die Sommerzeit, Teil 2

Buchhändlerin Ute Hentschel kennt Neuerscheinungen und Klassiker. Und hat Lesetipps auf Lager.
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Buchhändlerin Ute Hentschel kennt Neuerscheinungen und Klassiker. Und hat Lesetipps auf Lager.
  • VonNadja Lehmann
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Buchhändlerin Ute Hentschel verrät weitere ihrer Favoriten.

Von Nadja Lehmann

Burscheid. Die Sommerferien gehen in die zweite Runde. Endspurt also für alle Lesefans, die am Strand, in den Bergen oder ganz behaglich zu Hause die Nase ins Buch stecken wollen. Buchhändlerin Ute Hentschel weiß, was sich derzeit zu lesen lohnt. Tipps hatte sie bereits zu Beginn der Ferienzeit parat, nun folgt der Nachschlag mit Teil 2.

„Idiotensicher. 150 Aktionen zum Nicht-Nachmachen“. Wer lachen möchte, sollte zu diesem kleinen Taschenbuch aus dem Hause Dumont greifen. Schon das Titelbild ist verheißungsvoll: Eine Herrenrunde im Pool, auf deren im Wasser treibenden Badeschlappen die Mehrfachsteckdose liegt - für den emsig laufenden PC. Homeoffice einmal anders.

„Der herabschauende Hund. 170 Hunde kommen an ihre Grenzen“. Ebenfalls von Dumont. Statt elegant den Ball zu schnappen, verheddern sich die Vierbeiner hier im Spielzeug, fallen ins Wasser und sind alles andere als sportlich. Sie bringen sich in ausweglose Situationen und geraten in die seltsamsten Verknotungen, die man als Yogapositionen interpretieren könnte. Der herabschauende Hund ist schließlich eine der bekanntesten. Hentschel: „Die beiden Bücher sind echte Renner unter den Geschenken.“

Bettina Flitner: „Meine Schwester“. „Keine leichte Kost. Aber man versinkt in diesem Buch, das wunderschön geschrieben ist“, sagt Ute Hentschel. Es ist die Geschichte einer innigen Geschwisterbeziehung, die jäh endet: Die Schwester von Fotografin Bettina Flitner nimmt sich das Leben. Nach Schock, Lähmung und Verzweiflung entschied sich Flitner, zu erzählen. „Es ist eine Bewältigung“, sagt Hentschel.

Ewald Arenz: Der große Sommer.Mit „Alte Sorten“ legte der gebürtige Nürnberger 2019 vor, nun folgt „Der große Sommer“. Es geht um Frieder, der Nachprüfungen in Mathe und Latein ablegen muss. Urlaub ist gestrichen, stattdessen ist Büffeln beim strengen Opa angesagt. Und dennoch wird es ein Sommer voller Einzigartigkeiten: Denn es gibt Alma, Johann - und Beate, das Mädchen im flaschengrünen Badeanzug. In diesen Wochen erlebt Frieder alles: Freundschaft und Angst, Respekt und Vertrauen, Liebe und Tod. Ein großer Sommer, der sein ganzes Leben prägen wird. „Man erinnert sich an die eigenen Sommer, schwelgt in Erinnerungen und dem Gefühl, dass Wandel in der Luft liegt“, sagt Ute Hentschel.

Jan Weiler: „Der Markisenmann“. Ebenfalls eine Sommer-Geschichte, aber ganz anders. Wer die siebziger Jahre liebt, der wird ganz automatisch zum Buch greifen, weil das Cover aus psychodelisch orange-braunem Muster besteht. Jan Weiler erzählt von einer Tochter und ihrem Vater. Den kennt die 15-jährige Kim allerdings überhaupt nicht, als ihre Mutter sie über die Sommerferien zu ihm abschiebt. „Zwangsverpflichtet“, sagt Ute Hentschel.

Der Vater fristet sein Leben als erfolgloser Vertreter alter DDR-Markisen. Kim, verwöhnt, Typ Rotzgöre, tingelt mit ihm durch das Ruhrgebiet, immer auf der Suche nach einem markisenlosen Balkon. Als sie es sich zur Mission macht, das Geschäft neu anzukurbeln, und sie ihm im knallharten Haustürgeschäft zur Seite steht, verändert sich das Leben von Vater und Tochter für immer. „Sehr witzig. Sehr leicht. Aber mit Tiefgang“, sagt Ute Hentschel. Ganz nebenbei erfahre man auch etwas über die untergegangene DDR und begegne sehr skurrilen Leuten.

Maren Gottschalk: „Fräulein Steiff“. „Ich bin nicht krank. Ich kann bloß nicht laufen“, sagt Margarete Steiff. Und das kleine Mädchen, das im schwäbischen Giengen zur Welt kommt und nach einer Kinderlähmung im Rollstuhl sitzt, lässt sich nicht unterkriegen. Sie will dabei sein, sich nicht verstecken, will mitten im Leben stehen - und baut ein Unternehmen auf. Ein doppelter Wahnsinn im 19. Jahrhundert: Eine körperbehinderte Frau wird Unternehmerin.

„Für Kinder ist nur das Beste gut genug“ lautet ihr Leitmotiv. Fast nebenbei näht sie das „Elefäntle“, das eigentlich als Nadelkissen dienen soll. Aber dann entdeckt Margarete Steiff, dass die Elefäntle noch sehr viel mehr sind: Freunde der Kinder. Bis auf den heutigen Tag. Liebevoll und voller Respekt vor dieser Lebensleistung einer besonderen Frau erzählt die Leverkusener Autorin Maren Gottschalk.

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