Pandemie sorgt für mehr Wohnungsnot

Wer wegen der Pandemie in Wohnungsnot gerät, kann sich beim Netzwerk melden. Archivfoto: Roland Keusch
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Wer wegen der Pandemie in Wohnungsnot gerät, kann sich beim Netzwerk melden. Archivfoto: Roland Keusch

Netzwerk unterstützt Hilfesuchende

-axd- Die Pandemie sorgt für Wohnungsort. Das zeigen die steigenden Zahlen beim Netzwerk Wohnungsnot RheinBerg: Im Jahr 2021 haben sich 753 von Wohnungslosigkeit bedrohte und wohnungslose Männer und Frauen an die Hilfen gewandt. Ein Jahr zuvor waren es noch 696 Hilfesuchende. Das geht aus dem Jahresbericht hervor, den das Netzwerk Wohnungsnot Rhein-Berg in Trägerschaft der Caritas Rhein-Berg und der Diakonie Köln und Region nun vorlegte.

„Viele Hilfesuchende fühlen sich am Rande unserer Gesellschaft und ausgegrenzt vom normalen Leben.“

Judith Becker, Netzwerk Wohnungsnot Rhein-Berg

Eine Überraschung sei das nicht, sagt dessen Leiterin Judith Becker. Die Corona-Pandemie sorge für mehr Wohnungsnot. Kurzarbeit, Jobverlust, Haushalte, die dadurch weniger Geld zur Verfügung haben – die Pandemie habe für manche weitreichende Folgen, so Becker weiter. Früher oder später schlage sich das auch bei dem Thema Wohnen nieder.

Werde es hier schwierig, sei das Netzwerk Wohnungsnot Rhein-Berg die richtige Adresse. Bei mehr als der Hälfte der Rat- und Hilfesuchenden war 2021 die Unterkunftssituation ungesichert. Die Betroffenen waren in kommunalen Obdächern untergekommen, hielten sich in provisorischen Unterkünften wie Bauwagen oder Gartenlauben auf, schliefen im Auto oder standen auf der Straße. Hinzu kam die Gruppe derjenigen in prekären Mitwohnsituationen, die vorübergehend bei Familienangehörigen oder Freunden und Bekannten untergekommen waren.

Die Mehrzahl war arbeitslos und bezog Transferleistungen. 70 Prozent erhielten beispielsweise Arbeitslosengeld II (Harz 4). Diese Situation drücke auf die Psyche. „Viele Hilfesuchende fühlen sich am Rande unserer Gesellschaft und ausgegrenzt vom normalen Leben. Sie erleben Einsamkeit, Armut, Krankheit, Kälte und Resignation“, so Becker.

Umso wichtiger sei es, sich professionelle Hilfe zu holen. Das Team des Netzwerk Wohnungsnot RheinBerg berät und unterstützt Betroffene bei Problemen, zeigt neue Perspektiven auf, hilft Wohnungsnot zu überwinden, den sozialen Abstieg zu stoppen und Befindlichkeit und Lebensqualität zu verbessern. Es bietet dazu ein breites Spektrum an Hilfen von Fachberatung über Betreutes Wohnen und Tagesaufenthalt bis hin zur Erprobungs- und Integrationsmaßnahme RADWERK.

Becker empfiehlt allen von Wohnungslosigkeit bedrohten und wohnungslosen Menschen im Rheinisch-Bergischen Kreis, sich frühzeitig bei der Hilfsstelle zu melden. Vermieter, die aktuell kostengünstigen Wohnraum vermieten wollen, können ebenfalls gerne Kontakt zum Hilfeangebot aufnehmen.

Erreichbar sind die Hilfen unter der Telefonnummern Tel. (0 22 02) 3 10 97 und im Südkreis (Overath und Rösrath) zusätzlich unter Tel. 01 51 29 10 20 58 sowie kreisweit unter der Mailadresse

newo-rheinberg@dw-cv.de.

Der Jahresbericht steht hier zum Download bereit:

www.caritas-rheinberg.de und www.diakonie-koeln.de

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