Osterfeuer bleiben wohl auch in diesem Jahr aus

Auf solch stimmungsvolle Bilder wird man wohl in diesem Jahr in Burscheid verzichten müssen. Archivfoto: Roland Keusch
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Auf solch stimmungsvolle Bilder wird man wohl in diesem Jahr in Burscheid verzichten müssen. Archivfoto: Roland Keusch

Offiziell untersagt sind sie noch nicht, aber Stadt und Land glauben nicht an eine Chance für das Brauchtum

Von Markus Schumacher

Osterfeuer werden wohl auch in diesem Jahr in Burscheid nicht brennen. Bereits 2020 hatte die Stadt alle Brauchtumsfeuer wegen der Corona-Pandemie untersagt. Das ist zwar für dieses Jahr noch nicht geschehen. Aber Pressesprecherin Renate Bergfelder-Weiss sagt doch: „Nach der aktuellen Corona-Schutzverordnung, die noch bis zum 28. März gültig ist, besteht keine Möglichkeit für die Genehmigung eines Brauchtumsfeuers.“ Darüber hinaus sei durchaus denkbar, dass es hierzu wieder – wie 2020 – entsprechende Verfügungen oder Erlasse des Landes Nordrhein-Westfalen geben wird.

Dort sieht man es ähnlich pessimistisch. „Nach aktuellem Stand ist leider nicht davon auszugehen, dass die Pandemie-Lage die Ausrichtung von Osterfeuern zulässt. Das ist gerade jetzt bedauerlich, denn Brauchtum und Rituale können in schwierigen Zeiten Kraft und Zusammenhalt geben“, sagt dazu zum Beispiel Dr. Heinrich Bottermann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz.

„Beide Wertstoffhöfe sind gewappnet und rechnen mit mehr Zulauf bei der Grünschnittabgabe.“

Renate Bergfelder-Weiss, Pressesprecherin der Stadt

Viele Kommunen haben aus diesen Gründen bereits sämtliche Osterfeuer untersagt. Maßgeblich hängt dies aber eben mit der Corona-Schutzverordnung und die dann geltenden Regelungen zusammen.

Zuletzt gab es in Burscheid im Jahr 2019 insgesamt 25 genehmigte Brauchtumsfeuer, weiß Renate Bergfelder-Weiss. Dazu zählten beispielsweise auch Osterfeuer von Kirchen, etwa in Hilgen am Dünweg. Zu einem größeren Osterfeuer hatte die CDU Burscheid damals zum dritten Mal an die Montanusstraße neben der Bahntrasse eingeladen. Renate Bergfelder-Weiss unterstreicht: „Die Pflege des Brauchtums findet meist in Gemeinden/Kirchen, Straßenzügen oder im nachbarschaftlichen Bereich statt und ist öffentlich zugänglich.“ Genau diese Feuer werden eben aufgrund der aktuellen pandemischen Lage auch 2021 vermutlich nicht möglich sein.

Anders sieht es für das private Osterfeuer im heimischen Garten aus. „Für Feuer, die in einer Feuerschale im privaten Bereich abgebrannt werden, wird keine Genehmigung der Ordnungsbehörde benötigt“, stellt die Pressesprecherin klar. Diese fielen auch weder unter den Begriff des Brauchtumsfeuers, noch unter den des Nutzfeuers. Die Zulässigkeit eines Nutzfeuers richte sich wiederum nach der Allgemeinverfügung der Stadt Burscheid für die Beseitigung pflanzlicher Abfälle durch Verbrennen, die am 13. Oktober 2006 in Kraft getreten ist und auf der städtischen Homepage nachgelesen werden könne.

Darin heißt es unter anderem: „Pflanzliche Abfälle sind nach den Grundsätzen des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes zu verwertende Abfälle. Für eine Beseitigung durch Verbrennen besteht in der Regel keine Notwendigkeit.“ Nur unter einigen Auflagen sei das Verbrennen trotzdem möglich. So dürfen pflanzliche Abfälle nur verbrannt werden, „wenn eine Eigenkompostierung nicht möglich ist, und diese nicht über die städtische Grünabfallentsorgung verwertet werden können beziehungsweise wenn dies nur mit einem unverhältnismäßigen und unangemessenen Aufwand möglich wäre.“ Zusätzlich muss zwei Tage vorher das Ordnungsamt informiert werden und unmittelbar vorher auch die Kreisleitstelle der Feuerwehr. Abstände sind einzuhalten, Aufsicht ist zu führen, ein feuersicherer Ring um das Feuer muss vorhanden sein . . .

Da erscheint es vielen wohl sinnvoller, ihre Grünabfälle zu den Wertstoffhöfen in Hilgen von der Revea GmbH oder in Heiligeneiche von Avea zu bringen. Doch in manchen Kommunen, etwa in Hückeswagen, kommt es dort gerade im Frühjahr zu Staus und langen Wartezeiten. „Beide Wertstoffhöfe (Hilgen-Heide und Heiligeneiche) sind gewappnet und rechnen mit mehr Zulauf bei der Grünschnittabgabe“, hat sich Renate Bergfelder-Weiss erkundigt. „Im Frühjahr wird immer mit mehr Andrang gerechnet, da die Gärten wieder auf Vordermann gebracht werden“, erklärt die Pressesprecherin.

www.burscheid.de

Osterfeuer

Osterfeuer werden zu Ostern in der Liturgie der Kirche und vielerorts aufgrund verschiedener Bräuche entfacht. Der Brauch des Osterfeuers ist germanisch-heidnischen Ursprungs. Das älteste schriftliche Zeugnis ist ein Briefwechsel zwischen dem Missionar Bonifatius und Papst Zacharias aus dem Jahre 751. Es handelt sich um möglichst hoch aufgetürmte Holzstöße aus Baum- und Strauchschnitt. Der Brauch ist vor allem in ländlichen Gegenden üblich, wo die Dörfer einen Wettstreit um das höchste Feuer durchführen und die Holzstapel in den Nächten vor Ostern bewachen. Da die Holzstapel meist über viele Wochen angesammelt werden, verkriechen sich dort häufig Kleintiere, die vor dem Anzünden verjagt werden müssen.

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