Osterfeier in Dürscheid findet in diesem Jahr erst am 2. Mai statt

1995 stellte die Pfarrgemeinde St. Maurinus das romantisch gelegene Gebäude der griechisch-orthodoxen Gemeinde Lützenkirchen für einen Zeitraum von 30 Jahren zur Verfügung.Foto: Panagiota Savvidis
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1995 stellte die Pfarrgemeinde St. Maurinus das romantisch gelegene Gebäude der griechisch-orthodoxen Gemeinde Lützenkirchen für einen Zeitraum von 30 Jahren zur Verfügung.Foto: Panagiota Savvidis

Die griechisch-orthodoxe Gemeinde orientiert sich am Julianischen Kalender

Von Ursula Hellmann

52 Jahre steht sie nun im Kapellenweg 3 in Dürscheid: die Außenstelle der Katholischen Kirche Lützenkirchen, das Gotteshaus unter dem Namen St. Peter und Paul. 1995 stellte die Pfarrgemeinde St. Maurinus das romantisch gelegene Gebäude der griechisch-orthodoxen Gemeinde Lützenkirchen für einen Zeitraum von 30 Jahren zur Verfügung.

Vor der überreich mit Gold verzierten Ikonostase fanden neben den traditionellen Messen sehr oft Konzerte statt, die den Saal füllten. Besonders Darbietungen des Damenchors Dürscheider Dreiklang waren ein beliebter Auftakt der Adventszeit.

Im Laufe der Jahre gab es verschiedene Anläufe des Eigentümers, Kirche und Gelände in ein größeres Bauvorhaben einzubeziehen. Diese Pläne liegen aber bis heute auf Eis. Auch die verunsicherten Mieter in Dürscheid hätten sich vor sieben Jahren bereits gewünscht, eine eigene Kapelle erwerben zu können. Leider fand sich weder ein Gebäude noch ein passendes Baugrundstück. Unter der Leitung von Pfarrer Charalampos Savvidis (37) treffen sich also zu den Sonntagsmessen in Dürscheid immer noch Mitglieder griechisch-orthodoxer Gemeinden aus Leverkusen und Bergisch Gladbach nach gewohnter Weise.

Festbräuche unterscheiden sich von deutschen Gewohnheiten

Panagiota Savvidis, die Ehefrau des Pfarrers, schildert den Ablauf der kirchlichen Feiern seit dem ersten Lockdown: „Von März bis Mai 2020 war es leer und still in St. Peter und Paul. Danach haben wir den strengeren Hygieneregeln Rechnung getragen und die Sitzordnung in der Kapelle entsprechend verändert.“ Die Teilnahme muss nun schriftlich angemeldet werden. „Und zwar bereits Wochen im Voraus, da wir sehr schnell ausgebucht sind“, so Savvidis. Insgesamt können 35 bis 40 Besucher teilnehmen. Zeit und Dauer der Messen sind für die „normalen“ Sonntage auf 10.30 bis 11.30 Uhr festgelegt. Savvidis: „Da in unseren Andachten generell kein Gemeindegesang üblich ist, hören wir dem Vorsänger zu.“

Die Osterfeier in Dürscheid findet in diesem Jahr erst am 2. Mai statt. Wie diese lange Distanz zum deutschen Fest zustande kommt, weiß Panagiota Savvidis: „Unsere weltweite Gemeinde orientiert sich bei den großen Festen am Julianischen Kalender, der zur Zeit Jesu im römischen Reich galt. Daher feiern wir den ersten Sonntag nach der Tag- und Nacht-Gleiche als den Auferstehungstag Jesu. Dies ist in diesem Jahr der 2. Mai. Da sich die Osterfeste nach dem jetzt gültigen Kalender auch stets verschieben, sind die beiden Abläufe manchmal näher, mal weiter auseinander.“

Auch die traditionellen Festbräuche unterscheiden sich von deutschen Gewohnheiten: „Am Gründonnerstag bekommen die Kinder von ihren Taufpaten eine Osterkerze. In der Nacht zum Sonntag werden diese während der Mitternachtsmesse in der dunklen Kapelle angezündet. Dann erklingt der Osterruf: Christos anesti! und die Antwort: Alithos anesti!“

Als Symbol für Christi Blut habe jeder ein rotbemaltes Ei dabei. „Lass uns testen, ob dein oder mein Ei beim Aneinanderklopfen eine Delle bekommt!“ Wessen Ei heil bleibt, darf beide behalten. Am Ostersonntag ist Lammfleisch-Grillen angesagt. Der Samstagabend gehört den hausgemachten Ostersuppen. Auch in Dürscheid wird das Ende der gebremsten Zeit sehnlich erwartet.

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