Ordnungsamt will den Platz möglicherweise abriegeln

Die Oldtimertreffen an der Bahnhofstraße sind beliebt.Archivfoto: Doro Siewert
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Die Oldtimertreffen an der Bahnhofstraße sind beliebt.Archivfoto: Doro Siewert

Oldtimertreff: Burscheider ärgert sich über Geldstrafe – Ansammlung von mehr als zehn Menschen ist unzulässig

Von Nadja Lehmann

Der Oldtimerfreund ist sauer. Und das schreibt er dem BV. Dem Burscheider flatterte nämlich ein Schreiben der Stadtverwaltung Wermelskirchen ins Haus: Er habe zu Pfingsten an einer unzulässigen Ansammlung von mehr als zehn Leuten teilgenommen, ein solcher Verstoß werde mit 200 Euro geahndet. „In mir kommt die Vermutung hoch, dass es darum geht, das Stadtsäckel unter dem Vorwand des Coronavirus aufzufüllen“, sagt der Burscheider.

Zu Pfingsten hatte er den Oldtimertreff in Hilgen besucht. Dort fanden sich auch das Wermelskirchener Ordnungsamt und die Kreispolizei ein (der BV berichtete). „Wir hatten zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Meldungen bekommen, dass der Oldtimertreff wieder rege besucht wird“, sagt Ordnungsamtsleiter Arne Feldmann. Zu Corona-Zeiten ein No-go: Im Freien galt und gilt nach wie vor die Zehn-Personen-Regel. Ein Fall also für das Wermelskirchener Ordnungsamt, da der Oldtimertreff auf Wermelskirchener Gebiet stattfindet. Lediglich die Zuwegung gehört zu Burscheid.

Er sei sich vorgekommen wie bei einer Razzia im Drogenmilieu, klagt der Burscheider Oldtimerfreund. „Das war auch so“, bestätigt Feldmann. „Leider waren viele Besucher des Oldtimertreffs nicht sehr einsichtig.“ Dabei sei es keine Aktion ohne vorherige Ansage gewesen: Die Polizei sei bereits an drei Wochenenden zuvor auf dem Platz gewesen und habe per Lautsprecherdurchsage kundgetan, dass die Menschenansammlungen unzulässig seien. Da spiele es auch keine Rolle, so Feldmann, dass laut Aussage des Burscheiders höchstens drei bis vier Personen zusammengestanden und die Gruppen untereinander Abstand gehalten hätten: „Das ist irrelevant. Im Freien dürfen sich nicht mehr als zehn Personen treffen“, sagt Feldmann. Und darauf habe auch der Facebook-Auftritt des Oldtimertreffs hingewiesen, dort seien die Treffen abgesagt gewesen, entgegnet der Ordnungsamtsleiter den Vorwürfen des Burscheiders, laut Internet sei die Veranstaltung bis 13 Uhr geöffnet. „Auf Google stand der Geöffnet-Hinweis – aber Google ist kein offizielles Amtsorgan der Bundesrepublik. Da sollte man sich besser informieren“, sagt Feldmann.

Verärgert zeigt sich der Burscheider auch darüber, dass die Mitarbeiter des Ordnungsamts keine Maske trugen: „Wir mussten uns verständlich machen – und haben mit jeweils zwei Armlängen den Abstand eingehalten“, sagt Arne Feldmann. Dem Vorwurf des Burscheiders, dass die Oldtimerfreunde nun in benachbarte Lokalitäten ausweichen würden und dort dicht auf dicht säßen, entgegnet Feldmann: „Da wird einiges vermischt. Das ist die Gastronomie, in der andere Regeln gelten als bei Treffen von Gruppen.“

Warum die Bahnhofstraße dann nicht gesperrt gewesen sei, warum keine Verbotsschilder aufgehängt gewesen seien, wenn es „so gefährlich“ gewesen sei, fragt der Burscheider. Da verweist Feldmann auf die Burscheider Verwaltung: Die Zuwegung sei Burscheider Terrain, und die dortige Verwaltung habe nicht sperren wollen. Das bestätigt Bürgermeister Stefan Caplan: „Zum einen muss dies bei einer Kommune unserer Größenordnung der Kreis anordnen; zum anderen wären davon auch die Anwohner betroffen.“ Das wiederum sieht Arne Feldmann anders, der vorschlägt, einfach ein „Anlieger frei“ zu montieren.

Doch das Wermelskirchener Ordnungsamt verfolgt ohnedies eine neue Idee und überlegt, einfach die Veranstaltungsfläche abzuriegeln. „Einziges Problem ist ein Busunternehmer, der dort seine Busse abstellt“, sagt Feldmann. „Absperren könnten wir also erst, wenn er geparkt hat. Aber da gibt es sicher eine Lösung.“

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