Ökumenisches Hospiz befasst sich mit Demenz

Sonja Lenneke spielte auf Einladung des Ökumenischen Hospiz im Megafon. „Verinnerungen“ setzt sich mit Beziehungen und den Veränderungen durch eine Demenzerkrankung auseinander. Foto: Doro Siewert
+
Sonja Lenneke spielte auf Einladung des Ökumenischen Hospiz im Megafon. „Verinnerungen“ setzt sich mit Beziehungen und den Veränderungen durch eine Demenzerkrankung auseinander.

Sonja Lenneke inszenierte „Verinnerungen“ im Megafon

Von Michelle Jünger

Die Bühne ist nur punktuell ausgeleuchtet, beinahe alles ist schwarz abgedeckt und teilweise kaum zu erkennen. Selbst die Schauspielerin trägt viel Schwarz, vielleicht einen Mantel dazu, manchmal ein Halstuch. „Verinnerungen“ heißt das Stück, das am vergangenen Sonntag im Megafon in Burscheid von Sonja Lenneke aufgeführt wurde. Organisiert hat die Aufführung das Ökumenische Hospiz Burscheid, das schon früher mit der Schauspielerin zusammen gearbeitet hat.

Lenneke hat unter anderem eine Darstellung von Trauer und dem Auseinandersetzen mit Verlust im Programm, „Verinnerung“ ist jedoch ein Stück, das sich mit Beziehungen und den Veränderungen im Zuge einer Demenzerkrankung beschäftigt. Sehr einfühlsam und vielschichtig erzählt Sonja Lenneke zusammen mit ihrer Puppe Thea die Geschichte von einer an Alzheimer erkrankten Mutter und einer in Japan lebenden Tochter.  Gerade im Hinblick auf die Corona-Pandemie spielt das Stück mit der Problematik von Distanz und Nähe. Nah sein und sich trotzdem entfernen, entfernt fühlen. „Ich habe keinen Abstand zu der Entfernung, die ich empfinde, wenn ich in der Nähe bin“, erklärt Regine, die Figur und drückt damit vielleicht so einiges aus, was auch in manchen Teilen des Publikums vorgeht.

Das Stück dreht sich vor allem darum, dass sowohl Mut-ter als auch Tochter beide ihre Probleme im Umgang mit der Demenz haben, beide es nicht unbedingt akzeptieren können oder auch einfach hilflos sind. Sie kommunizieren aneinander vorbei, leben teils räumlich getrennt, dann aber auch geistig. Ein Nähkästchen, in dem die Mutter Notizzettel und Bilder aufbewahrt, ist sowohl Grund dafür, schöne Erinnerungen hervorzuholen als auch für große Verzweiflung – für beide Figuren.

Bewusst spielt das Stück mit vielen Tabus und Gefühlen und spricht auch immer wieder das Publikum auf verschiedene Arten an. „Uns war beim Schreiben des Stückes bewusst, dass wir alle andere Erfahrungen im Umgang mit Demenz haben. Wir wollten einfach eine Geschichte erzählen, eine Geschichte von vielen, denn jede ist anders“, sagt Sonja Lenneke nach der Aufführung im Gespräch mit den Zuschauerinnen und Zuschauern sucht.

Es ist wichtig, sich mit der Krankheit auseinanderzusetzen

Die rund 40 Besucherinnen und Besucher sind lange erst nachdenklich und auch betroffen, teilen aber ihre Gedanken. Aber wie kam es zu der knapp 60-minütigen Inszenierung? „Am Anfang war es eine Auftragsarbeit. Jeder im Team hatte mit Demenz zu tun, das machte es sehr emotional. Aber mittlerweile ist es eine Herzensangelegenheit geworden. Es sei einfach wichtig sich mit der Krankheit auseinanderzusetzen.“

Die Organisatoren waren dankbar, dass die Veranstaltung unter der 2G-Regel stattfinden könnte. Die Aufführung hat viele ihrer bekannten Gesichter ins Megafon gelockt. Nicht nur Abschied nehmen ist ein Thema, bei dem das Hospiz gerne begleiten und zum Nachdenken anregen will. Eben die Begleitung auf allen Ebenen soll es sein und Demenz gehört auch dazu.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare