Bildung

Noten: Ein Corona-Bonus ist nicht nötig

Schulleiterin Angelika Büscher kann jetzt auch älteren Schülern digitale Arbeitsplätze in der Schule anbieten. Archivfoto: Anja Wollschlaeger
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Schulleiterin Angelika Büscher kann jetzt auch älteren Schülern digitale Arbeitsplätze in der Schule anbieten.
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Johannes-Löh-Gesamtschule zeigt sich mit dem ersten Halbjahr zufrieden – Jetzt laufen die Anmeldungen.

Von Jennifer Preuß

Burscheid. Wenn Schulleiter in diesen Zeiten eines an den Tag legen müssen, dann ist es Flexibilität. Neue Verordnungen des Landes NRW brechen kurzfristig herein – wie jüngst die, dass die weiterführenden Schulen nun auch Schülerinnen und Schüler jenseits der Klassen 5 und 6 einen digitalen Lernplatz in der Schule einrichten dürfen. Bislang wurden nur die jüngeren Schüler in dieser Form notbetreut.

Angelika Büscher, Leiterin der Johannes-Löh-Gesamtschule in Burscheid, durchforstete daraufhin jeden Fachbereich nach verfügbaren Laptops, die die Kinder und Jugendlichen benutzen könnten. „Bisher sind es 20 Kinder der Klassen 5 und 6, die von der Schule aus am digitalen Unterricht teilnehmen“, berichtet Angelika Büscher.

Dass das Angebot nun auch für Ältere geöffnet wird, findet die Pädagogin gut. „Es geht um Bildungsgerechtigkeit. Keiner soll abgehängt werden.“ Ihnen wird im Schulgebäude ein Arbeitsplatz samt Laptop oder Tablet eingerichtet. Wie alle anderen Schüler, die daheim lernen, nehmen auch sie digital am Unterricht teil. Währenddessen werden sie von Betreuungskräften aus dem Offenen Ganztag betreut. Wie viele Schüler ab Klasse 7 in den nächsten Tagen wieder zur Schule kommen, steht noch nicht fest. Der Bedarf wird zunächst abgefragt.

„Es geht um Bildungsgerechtigkeit. Keiner soll abgehängt werden.“

Angelika Büscher, Schulleiterin

Angelika Büscher hofft, dass die digitalen Geräte, die die Schule über das Landesprogramm „Digitalpakt Schule“ bestellt hat, bald einsatzbereit sind. Hier sei man in den letzten Zügen. Nun müsse nur noch die Software für den Unterricht aufgespielt werden. Kinder aus sozial schwächeren Familien warten dringend auf die neue Technik. Viele verfolgen den Unterricht auf dem kleinen Handydisplay. Grundsätzlich aber hätte sich der Distanzunterricht gut eingespielt, sagt Angelika Büscher. „Wir lassen den Unterricht eins zu eins stattfinden. Die Schüler haben genau die gleiche Tagesstruktur“, erklärt die Schulleiterin. Die Unterrichtsstunden sind von 60 auf 50 Minuten verkürzt, damit die Teilnehmer genug Zeit haben, sich in den nächsten Kurs einzuwählen.

Da der Distanzunterricht so reibungslos läuft und im vergangenen Jahr 12 bis 13 Wochen Präsenzunterricht stattfanden, habe es auch keinen Grund gegeben, der Pandemie bei der Notenvergabe eine große Bedeutung einzuräumen. „Ein Corona-Bonus war nicht nötig“, betont Angelika Büscher, die in der vergangenen Woche viele Stunden dafür aufbrachte, die Zeugnisvergabe in diesem Jahr zu organisieren. Dass die Schüler oder deren Eltern die Dokumente in der Schule abholen, hätte der Maxime der Kontaktreduzierung widersprochen. Bei einem Postversand wären über 1000 Euro an Portokosten angefallen. Also war auch das keine Option.

Stattdessen bekam jeder Schüler einen Termin beim Klassenlehrer – telefonisch oder per Videokonferenz, versteht sich. Im Einzelgespräch wurden die Noten bekanntgegeben, die die Schüler dann in einem Online-Dokument eintragen konnten. Die richtigen Zeugnisse gibt es, wenn die Schulen wieder mit dem Unterricht vor Ort starten. Wer das Dokument jetzt für Bewerbungen braucht, kann es sich nach Absprache natürlich im Sekretariat abholen.

„Das ist nur bei etwa 40 Schülern der Fall“, sagt die Schulleiterin. Viel wichtiger als das amtliche Stück Papier sei den Jungen und Mädchen ohnehin gewesen, zu wissen, wo sie denn mit ihren Leistungen stehen. Im Einzelgespräch mit dem Klassenlehrer konnten so die Noten direkt noch besprochen werden, was im Klassenverbund nicht möglich ist. Den Eltern stand es natürlich frei, das Gespräch am Bildschirm mitzuverfolgen. Was auch immer die nächsten Tage politisch bringen sollten, an der Johannes-Löh-Gesamtschule wird am 15. Februar jedenfalls nicht wieder mit Präsenz- oder Wechselunterricht gestartet. Das Kollegium hatte in der Karnevalswoche vom 15. bis 19. Februar schon weit im Voraus unterrichtsfreie Zeit eingeplant.

Jeckes Treiben gibt es zwar nicht, dafür hat die Schule eine Woche mehr Zeit gewonnen, um sich auf etwaige neue Verordnungen des Landes einzustellen, so Angelika Büscher. „Die letzten Änderungen kamen immer so kurzfristig. Die Organisation ist dadurch natürlich ungemein erschwert.“

Anmeldung

In dieser Woche können Eltern ihre Viertklässler an der Johannes-Löh-Gesamtschule anmelden. Die Beratungs- und Anmeldegespräche finden vornehmlich online statt. Geplant ist, nach den Sommerferien mit vier fünften Klassen zu je 25 Kindern zu starten. Viele Anfragen kommen von außerhalb. Burscheider Kinder haben an der Gesamtschule aber Vorrang.

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