Bergischer Geschichtsverein

Neuer Vorstand startet mit Elan in die Arbeit

Der BGV-Vorstand mit (v. l.) Barbara Sarx-Jautelat, Brigitte Thielen, Axel Riemscheid, Joachim Wirths und Rolf Engelhard. Es fehlt Sabine Rusch-Witthohn. Foto: Nadja Lehmann
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Der BGV-Vorstand mit (v. l.) Barbara Sarx-Jautelat, Brigitte Thielen, Axel Riemscheid, Joachim Wirths und Rolf Engelhard. Es fehlt Sabine Rusch-Witthohn.
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Neuausrichtung nach tiefgreifendem Zerwürfnis: Im Bergischen Geschichtsverein hat Axel Riemscheid den Vorsitz übernommen.

Burscheid. Schon Vater Willi war im Bergischen Geschichtsverein aktiv, zählte gar zu seinen Gründungsmitgliedern und war lange Jahre Vorsitzender: Als der Vorstand nun also sanft-beharrlich bei Joachim Wirths anklopfte, um ihn in die aktive Vereinsarbeit zu locken, da waren die Würfel quasi gefallen. Joachim Wirths darf sich nun mit dem Amt des stellvertretenden Vorsitzenden schmücken.

Klar gemacht hat der Bergische Geschichtsverein das auf seiner Jahresversammlung in der Lambertsmühle. Der neue Vorstand steht. Den Posten des 1. Vorsitzenden bekleidet Axel Riemscheid, Schatzmeisterin ist Brigitte Thielen. Schriftführerin ist Sabine Rusch-Witthohn. Als Beisitzer fungieren Barbara Sarx-Jautelat und Rolf Engelhard.

Es ist eine Einladung, die eigene Heimatstadt genau zu betrachten.

Barbara Sarx-Jautelat zum Quiz mit 25 Burscheider Motiven

„Alle sind einstimmig gewählt worden“, freut sich Axel Riemscheid. Ein Zeichen der Harmonie, das keineswegs selbstverständlich ist. Denn die letzte Jahresversammlung musste abgebrochen werden; zu groß war die Missstimmung zwischen den Mitgliedern und dem damaligen 1. Vorsitzenden Dr. Karl Ulrich Voss. Wer dabei war, spricht von turbulenten und unschönen Szenen. Voss nannte es ein „tief gehendes Zerwürfnis“ und legte wenig später den Vorsitz nieder. Die aktuelle Jahresversammlung wurde somit ein zweigeteiltes Treffen, das auch die Aufgabe hatte, die abgebrochene Sitzung abzuschließen.

Der BGV hat daraus gelernt: „Wir haben die Laufzeit von fünf auf zwei Jahre verkürzt“, sagt Axel Riemscheid. Auch ihm persönlich kommt das entgegen: Der 80-Jährige macht kein Geheimnis daraus, dass er nicht mehr gut hört und sich deshalb eher als Zwischenlösung betrachtet. „Ich rede lieber, als dass ich zuhöre“, sagt er scherzhaft.

Nun sortiert sich der Vorstand neu. Kennen tut man sich indes bereits über Generationen hinweg: „Unsere Väter haben sich bei Goetze ein Büro geteilt“, verraten Joachim Wirths und Rolf Engelhard. Geraten die beiden ins Plaudern, fliegen Anekdoten und Spitznamen Alteingesessener durch die Luft. „Die alten Burscheider kennen sich“, weiß Axel Riemscheid. Ihm, dem weitgereisten Piloten, half der Verein, im Ruhestand wieder Fuß in der alten Heimat zu fassen.

Verein hat sich künftig mehr Bürgernähe verordnet

„Wir wollen uns um die Burscheider Geschichte kümmern. Und wir wollen bürgernäher sein“: Auf diesen Nenner bringt Riemscheid Ziele und Pläne des BGV. Bereits am 23. April will der Verein nach Düsseldorf reisen und sich die Ausstellung „75 Jahre NRW“ ansehen. Dabei sind auch Nicht-Mitglieder willkommen.

Begeisterung für die technische Kompetenz der Römer möchte Rolf Engelhard wecken, wenn er die römische Wasserleitung bei Köln präsentiert – ein persönliches Steckenpferd des einstigen Leitenden Regierungsbaudirektors. „Die Wasserleitung ist eines der größten Bauwerke nördlich der Alpen“, gerät er darüber ebenso ins Schwärmen wie über wasserdichten Putz und technische Raffinesse.

Ebenfalls Richtung Köln zieht es Axel Riemscheid, der sich dort dem Flora-Gebäude widmen will. „Das ist die gute Stube Kölns und das Innere sonst nicht zugänglich“, sagt er. Für die Burscheider gibt es natürlich eine Ausnahme plus Führung. Termine für beide Ausfahrten stehen noch nicht fest.

Behaglich in der Stadt bleibt der BGV am Tag des offenen Denkmals im September. Dann wird Sabine Wurmbach zum Stadtrundgang bitten, auf den Spuren der „Verschwundenen Häuser“, denen der BGV seine preisgekrönte Publikation gewidmet hatte.

„Wir wollen Kinder und Jugendliche einbeziehen“, kündigt Barbara Sarx-Jautelat an. Dafür hat die frühere Fotografin des Bergischen Volksboten zur Kamera gegriffen, hat Burscheider Details abgelichtet und die 25 Motive zu einem Quiz arrangiert. „Nach oben gucken“, gibt Sarx-Jautelat einen Tipp fürs Suchspiel, das während der Sommerferien laufen soll. Eltern und Großeltern dürfen helfen. Und zu gewinnen gibt es natürlich auch etwas. „Es ist eine Einladung, die eigene Heimatstadt genau zu betrachten“, sagt Barbara Sarx-Jautelat.

Ein weiteres Projekt gilt der Montanusstraße. Denn diese ist im Begriff, sich dauerhaft zu verwandeln, indem sie mit Vollsortimenter, Drogeriemarkt, Gastronomie und Piazza zum Anlaufpunkt wird. „Wir wollen an die einstige Bahnhofstraße erinnern“, sagt Sarx-Jautelat. An die Zeiten, als es noch einen Löschteich am Bahnhof und das Fotostudio Schneppendahl gab. Dazu braucht es aber die Erinnerungen und Erzählungen eines jeden Einzelnen. „Wir wollen die Burscheider einbeziehen“, sagt Riemscheid. Münden sollen die Erzählungen und Erinnerungen in einer Broschüre.

Hintergrund

Kontakt: Wer über die Montanusstraße erzählen möchte und kann, kann sich an Barbara Sarx-Jautelat, Tel. (0 21 74) 40 55 25, oder an Axel Riemscheid, Tel. (0 21 74) 78 60 16, wenden.

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