Neue Kulturmanagerin will ein großes Netzwerk knüpfen

Jasmin Dorner ist seit 1. Juni im Amt. Foto: Nadja Lehmann
+
Jasmin Dorner ist seit 1. Juni im Amt.

Jasmin Dorner ist in Burscheid und Wermelskirchen im Einsatz – Erstes Ziel ist ein Kulturentwicklungsplan

Von Nadja Lehmann

Gerade hat sie in der Nachbarstadt Wermelskirchen das Haus Eifgen besucht, am vergangenen Wochenende war sie schon beim Veranstaltungsreigen des Freibad-Open-Airs am Kulturbadehaus in Burscheid dabei und ist auch bereits in den Kultursommer des Rheinisch-Bergischen Kreises eingebunden: Seit 1. Juni ist Jasmin Dorner Kulturmanagerin der beiden Städte. Und bringt viel Know-how mit: Sie hat Empirische Kulturwissenschaft und Volkswirtschaft in Tübingen studiert und dort ihren Bachelor gemacht sowie mit dem Master in Kulturanthropologie an der Uni Bonn nachgelegt. „Ich habe mich schon während des Studiums im Bereich Kulturmanagement selbstständig gemacht“, erzählt sie.

Die 30-Jährige stammt aus dem Schwäbischen und ist südlich von Stuttgart aufgewachsen. Burscheid und Wermelskirchen sind (noch) Neuland für sie, wie sie bekennt. Genau dieses Neuland aber habe sie gereizt, sich auf die Stelle zu bewerben: „Ich fand es spannend, alles kennenzulernen.“ In diesem Prozess ist sie schon mittendrin. Gefragt, welche Eindrücke sie schon von beiden Städten gewonnen habe, kommt eine klare Antwort: „Ich will mich da noch gar nicht festlegen, sondern mir lieber alles ganz offen ansehen.“ Kontakte knüpfen, zuhören, das Gespräch mit den Kulturschaffenden suchen, sich bekannt machen: Das hat jetzt Priorität.

Und das hat in der Auswahl der Bewerber dann auch den Ausschlag für Jasmin Dorner gegeben, wie Bürgermeister Stefan Caplan verrät: Ihre ruhige, besonnene Art habe überzeugt. „Es ist wichtig, hier ein Netzwerk aufzubauen. Und da muss der Mensch passen.“

Schließlich soll den Kulturschaffenden beider Städte nichts diktiert werden. Im Gegenteil: Sie sollen mitwirken, auch an der Konzeption des Kulturentwicklungsplans.

Der gilt als erster Meilenstein und soll in rund eineinhalb Jahren vorliegen. Läuft es wie vorgesehen, wäre das Halbzeit für Jasmin Dorner, deren Stelle zunächst auf drei Jahre angelegt ist. „Für uns ist das aber ein ganz langfristiger Prozess“, betont Caplan.

Ausgangspunkt dabei war der Gedanke: Wie bringt man Menschen in die Stadt? Durch Einkaufserlebnisse, durch eine tolle Gastronomie. „Und verstärkt durch Kultur“, sagt Caplan. Nun rüstet Burscheid ohnehin schon sein Haus der Kunst auf: Ein großer Umbau zu einem vielseitig nutzbaren Haus ist im Gange. „Aber ein neues Gebäude nützt nichts, wenn es nicht in eine konzeptionelle Idee eingebettet ist“, erklärt der Bürgermeister. Gemeinsame Sache mit Wermelskirchen machen, einen Kulturraum für bis zu 60 000 Menschen schaffen: Das ist der Hintergrund des interkommunalen Ansatzes, den Burscheid wählte und der die Förderung durchs Land zur Folge hatte. „Der Kreis trägt zudem noch zu unserem Eigenanteil etwas bei“, berichtet Caplan.

Mit zu dem Aufbau einer gemeinsamen Kulturlandschaft gehört die Kulturmanagerin: „Ich gucke zunächst, was es gibt, lote Stärken und Schwächen der beiden Standorte aus.“ Jede Stadt soll ihr Profil entwickeln, was Gemeinsamkeiten, Schnittstellen und Überlappungen nicht ausschließt. Der Grundgedanke: gemeinsam stärker sein.

Kulturraum für Burscheid und Wermelskirchen

Jasmin Dorner ist bereits dabei, beim Thema Projektförderung zu beraten. Dabei ist klar, dass ein gemeinsamer Kulturraum Burscheid-Wermelskirchen weitaus mehr in die Waagschale zu werfen hat als jede Stadt als Einzelkämpfer. Ein entscheidender Pluspunkt, bewirbt man sich um Fördertöpfe oder will hochrangige Künstler gewinnen. Dorner: „Hier passiert sehr viel über das Ehrenamt. Dadurch sind Motivation und Identifikation sehr groß.“

Und dass Burscheid seine eigene Handschrift hat, hat sie schon gemerkt. „Das ist eine besondere Musiklandschaft hier. Ich lerne jede Woche einen neuen Chor kennen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Gottesdienst ist in Hilgen-Dünweg
Gottesdienst ist in Hilgen-Dünweg
Gottesdienst ist in Hilgen-Dünweg
Pferd bricht durch das Stalldach ein
Pferd bricht durch das Stalldach ein
Pferd bricht durch das Stalldach ein

Kommentare