Naturkräuter sind wahre Alleskönner

Monika Pursch erklärt den Teilnehmern viel über die Kräfte der Natur. Archivfoto: Moritz Alex
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Monika Pursch erklärt den Teilnehmern viel über die Kräfte der Natur. Archivfoto: Moritz Alex

Bei einer Wanderung erklärt Monika Pursch, welche Möglichkeiten Blätter und Pflanzen bieten

Von Jutta Schreiber-Lenz

Die großen ovalen Blätter des Beinwells unterstützen die Wundheilung. „Im Mittelalter hat man Verletzte nach den Schlachten damit regelrecht verbunden: Die Bezeichnung ‚Bein‘ meint ‚Gebein‘, was durchaus auf die Anwendung für tiefe Wunden schließen lässt“, erläutert Monika Pursch. In einem kleinen Körbchen hatte sie Blätter und Pflanzen gesammelt, um sie der Gruppe der Kräuterwanderung zu zeigen.

Auch wilden Storchschnabel oder Gundermann hatte sie dabei. „Gundermann eignet sich wunderbar für Salat, ebenso wie Giersch, es ist geradezu eine Schande, dass man solche Pflanzen im Garten verächtlich als Unkraut ausreißt und in den Müll wirft.“

„Bei der Menge an Vitamin C, Calcium, Eisen oder Magnesium ist diese unbeliebte Pflanze ganz vorne und sollte oft den Weg in eine Salatmahlzeit finden.“

Monika Pursch über Brennnesseln

Brennnessel, so erklärte sie den zwölf Teilnehmern ihrer Kräuterwanderung, die sie am Sonntag durch Wiesen und Wald rund um Solingen anbot, habe viel mehr gesunde Inhaltsstoffe als normaler Kopfsalat, den man im Laden kaufe.

„Bei der Menge an Vitamin C, Calcium, Eisen oder Magnesium ist diese unbeliebte Pflanze ganz vorne und sollte zumindest als Streusel oft den Weg in eine Salatmahlzeit finden. Vor den Brennhaaren braucht man keine Angst haben, wenn man vorsichtig die Spitzen der Blätter abschneidet.“

Löwenzahnblätter begünstigen die Verdauung

Zum dritten Mal bietet Monika Pursch eine solche Führung durch die heimische Flora an. Eigentlich sei sie durch ihre Kindergruppen auf die Idee gekommen, sich mit diesem Thema zu befassen, erzählt sie. „Da ging es oft um Mittelalter und um Hexen – und schon war ich bei heilenden Tränken, Tee, und Umschlägen, denn die als Hexen gebrandmarkten Frauen waren ja im Grunde nur Kräuterweiber, die viel Wissen um die Natur-Kräfte hatten.“

Vom Naturfreundehaus Theegarten ging es über einen Waldpfad hinunter zum Zedernweg und weiter Richtung Papiermühle. Immer wieder ließ Monika Pursch ihr Trüppchen anhalten, zeigte und erläuterte. Ob Löwenzahn, dessen Blätter voller Bitterstoffe sind und daher die Verdauung begünstigen oder bei Blasenentzündungen helfen, über Farn, der früher als Mittel gegen Spulwürmer eingesetzt wurde bis zu dem gefleckten Lungenkraut, das seinen Namen der Ähnlichkeit seiner Blätter mit einer kranken, befallenen Lunge verdankt: Immer wieder gab es jede Menge Neues zu erfahren.

„Ich möchte Menschen für die Schätze in unserer unmittelbaren Natur sensibilisieren“, sagte Monika Pursch, die seit über 30 Jahren Mitglied bei den Naturfreunden ist und der sich selbst ja auch erst „Schritt für Schritt“ die Faszination des Themas „Naturkräuter“ erschlossen hat. Früher habe sie in ihrem großen Garten als Nutzpflanzen auch nur Kohlköpfe und Salat gezogen. Das sei aber nun anders, sagt sie.

Sie kultiviert viele Heil- und Gewürzpflanzen. Man könne übrigens gut Tee aus frischen Blättern zubereiten, nicht nur aus getrockneten, sagte sie und pries eine Mischung aus Erdbeer-, Himbeer- und Brombeerblättern des Waldes an.

Rund zwei Stunden war die Truppe in der Flora unterwegs, dann stand zur Stärkung ein zuvor zubereiteter Snack an: Kräuterbutter und Kräuterquark auf frischem Brot brachte schnell verlorene Energie zurück.

Rezepte

Die Zusammensetzung der Kräuter variiert je nach jahreszeitlichem Angebot. Jetzt im Juli setzt sich die Mischung für den Kräuterquark oder die Kräuterbutter wie folgt zusammen:

Kräuter: Gartenkräuter, wie Liebstöckel, Rucola, Borretsch und Schnittlauch. Wildkräuter wie Spitzwegerich, Löwenzahn, Brennnessel, Gundermann, Giersch, Lungenkraut, Frauenmantel, Ringelblumenblüten. Von allen genannten Kräutern sollten jeweils möglichst junge Blätter benutzt werden.

Zubereitung: Alle Kräuter gut klein hacken, unter Quark oder Butter mischen und abschließen mit Salz und Pfeffer abschmecken.

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