Innenstadtpark West

Nasses Wetter sorgt für weitere Verzögerungen

Der Ein-Mann-Bunker hat zwar schon schlimmere Zeiten, aber auch schon bessere Wetterlagen gesehen. Archivfoto: Doro Siewert
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Der Ein-Mann-Bunker hat zwar schon schlimmere Zeiten, aber auch schon bessere Wetterlagen gesehen.
  • VonNadja Lehmann
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Umgestaltung des Innenstadtpark West verläuft schleppend – Im Stadtrat wollte Michael Baggeler (BfB) mehr wissen.

Burscheid. Michael Baggeler wollte es gern wissen: Wie es denn um den Innenstadtpark West beziehungsweise den Alten Friedhof stünde, fragte der Fraktionsvorsitzende des Bündnisses für Burscheid (BfB), als sich der öffentliche Teil der Ratssitzung schon dem Ende entgegen neigte. Das Bauprojekt werde in Burscheid schon mit dem Beinamen „Berliner Flughafen“ versehen. Baggeler: „Ich weiß, die Stadtverwaltung kann nichts dafür. Aber die Bürgerinnen und Bürger sind, sagen wir es mal moderat, mindestens irritiert.“ Denn es sei zwar immer wieder zu Verzögerungen gekommen, es habe aber zuletzt geheißen, man werde die Arbeit zügig wieder aufnehmen.

„Ich bin ja noch froh, dass das Ganze mit dem Berliner Flughafen und nicht mit dem Kölner Dom verglichen wird“, gab Amtsleiter Marc Baack schlagfertig zurück. Kurzer Exkurs zur Erinnerung: Desen Grundstein wurde 1248 gelegt. 1560 kam die Bautätigkeit zum Erliegen: Das Domkapitel hatte die Finanzierung eingestellt. Für 300 Jahre ruhte der Dom, und die Kölner Volksweisheit wusste: Wenn der Dom fertig ist, geht die Welt unter. Ging sie nicht. Denn 1821, als die Gotik eine Renaissance erlebte, wurden die Arbeiten wiederaufgenommen. Offizielle Vollendung des Kölner Wahrzeichens war 1860.

„Ich bin froh, dass das Ganze mit dem Berliner Flughafen und nicht mit dem Kölner Dom verglichen wird.“

Marc Baack, Stadtverwaltung

Zurück zum Innenstadtpark West. „Ja, das ist ein blödes Erscheinungsbild“, räumte Marc Baack, wieder ernster werdend, ein. „Es lässt sich zur Zeit aber wenig daran ändern.“ Ein großer „Erdhaufen“, wie Baack ihn nannte, behindert derzeit die Fortsetzung der Arbeiten. „Das ist Erdaushub, der aufeinandergeschichtet wurde“, erklärte der Amtsleiter. Und dieser müsse nun wieder eingebracht und verbaut werden. Eigentlich. „Es hat zu viel geregnet. Der Boden ist zu nass“, sagte Baack. „Wir bräuchten ein bis zwei Wochen trockenes Wetter.“ Man bemühe sich, andere Arbeiten vorzuziehen. „Die müssen aber Sinn machen. Es handelt sich ja um keine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme.“

Es ist nicht das erste Mal, dass die Arbeiten auf der Grünfläche an der Friedrich-Goetze-Straße ins Schlingern geraten. Ursprünglich hatte die Stadtverwaltung am Alten Friedhof mit einem Baubeginn schon im Frühjahr 2020 gerechnet. Denn 2019 hatte man den innerstädtischen Umgestaltungsfahrplan geändert, hatte Markt und Kirchenkurve in die Warteschleife geschickt und die Umgestaltung der westlichen Stadtachse vorgezogen. Doch der Zeitplan geriet durcheinander. Denn eine erste Ausschreibung für die Arbeiten im Innenstadtpark verlief damals im Sande. „Wir bekamen kein Angebot“, erinnerte sich die Sprecherin der Stadtverwaltung, Renate Bergfelder-Weiss, im Januar 2021. Es folgte eine erneute und im zweiten Anlauf erfolgreiche Ausschreibung. „Den Zuschlag bekam die Remscheider Firma Dohrmann“, berichtete Bergfelder-Weiss vor einem Jahr. Dohrmann wiederum habe ein Subunternehmen hinzugezogen.

Zum Jahreswechsel 2021/2022 meldete sich dann ein Leser des Bergischen Volksboten zu Wort. „Da passiert ja gar nichts mehr“, merkte er kritisch mit Blick auf den Alten Friedhof an. Ein subjektiver Eindruck, der aber auch objektiv richtig war, wie das Rathaus damals schon einräumte: „Zuerst konnten die Arbeiten aufgrund von diversen Krankheitsausfällen, verbunden mit der geringen Personalkapazität der beauftragten Firma Rosenkranz aus Velbert, nicht fortgesetzt werden. Jetzt ist die Firma personalmäßig zwar einsatzbereit, doch ist der Untergrund im Park zu matschig, um die neuen Wege herstellen zu können“ – so hatte es Renate Bergfelder-Weiss da schon berichtet.

Die Wege sollen laut Plan Ende März fertiggestellt sein. Zu diesem Zeitpunkt sollen dann auch die geplanten Pflanzungen angelegt werden.

Die Baumaßnahme gehört zum großen Paket des Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzepts (IEHK) 2025. Dieses definiert die Innenstadt neu, die ein modernes und dennoch bergisch-bewahrendes Antlitz bekommen soll. Die Analyse zum Ist-Zustand der verkehrsumtosten Fläche an der Friedrich-Goetze-Straße lautet da: „Die Parkanlage ist in ihrer heutigen Gestalt wenig ansprechend und kein Naherholungsort, der Interesse für einen Aufenthalt weckt – für kein Alter“.

Hintergrund

Der Innenstadtpark West soll zukünftig unterschiedliche Nutzungsbereiche aufweisen: mit einem Generationengarten, der aus Duft- und Sinnesgarten besteht, mit durch Wege eingerahmter Grünfläche, die als Aufenthaltsbereich genutzt werden soll. Der schon bestehende Boule-Platz wird versetzt und in den Generationengarten integriert. Der Ein-Mann-Bunker erhält einen neuen Standort am südwestlichen Zugang zum Park.

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