Saison

Naschgemüse und bunte Blumen sind im Trend

Sigrid und Reiner Höpken setzen die Gurkenpflänzchen in Töpfe. Die Experten wissen, was Pflanzen wohltut. Fotos: Doro Siewert
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Sigrid und Reiner Höpken setzen die Gurkenpflänzchen in Töpfe. Die Experten wissen, was Pflanzen wohltut.

Zum Start in die Frühjahrssaison verrät Reiner Höpken von der Gärtnerei Höpken Tipps und Tricks

Von Stephanie Licciardi

Burscheid. Zwischen den Beeten mit der farbig leuchtenden Blüten-pracht und sattem Grün be-gutachtet Reiner Höpken die zarten Jungpflanzen, zupft hie und da ein Blättchen weg und schaut nach, ob die Pflanzen ordentlich bewässert werden. Seit Reiner Höpken 1980 als Inhaber den Gärtnereibetrieb in Grünscheid den Betrieb von Vater Friedrich übernahm, hat sich einiges getan. „Mein Vater hat die Gärtnerei am 1. April 1934 in Betrieb genommen“, erzählt er. Friedrich Höpken startete mit zehn Frühbeetfenstern und baute auf rund 1 000 Quadratmetern Schnitt- und Sommerblumen sowie Gemüse an. Höpken Junior ist ein Experte in Sachen Pflanzen. Mit Einfallsreichtum und Engagement baute er den Betrieb mit seiner Frau Sigrid aus und führt diesen in bereits dritter Generation mit Sohn Torsten. Er gibt seinen Kunden gerne Tipps rund um die Begrünung der heimischen Terrasse oder des Balkons. Dabei haben er und sein Team beobachtet: „Die Trends zu anderen Sorten und Farben ändern sich von Jahr zu Jahr.“

Die Geranie sei ebenso gefragt wie nicht klebende Petunien. „Blumen oder Obstbäumchen sind ebenso gefragt wie Naschgemüse zum Selbstanbauen“, erzählt der Vorsitzende des Bundesverband Einzelhandelsgärtner (BVE). „Auch nach Insekten- und Bienenfreundlichen Pflanzen wird oft gefragt.“

Das Löwenmäulchen wird von Gärtnerinnen wiederentdeckt

Die Glockenblume, Margariten und das Löwenmäulchen, das, wie Höpken schmunzelnd erzählt, neben der Geranie die Wiederentdeckung bei weibli-chen Hobbygärtnern feiere, sind für Insekten wahre Le-benselixiere. Dabei gilt es genau darauf zu achten, den richtigen Standort, ob im Gartenbeet oder im Balkonkasten, zu wählen. „Bei Blumen und Pflanzen sind die Bedürfnisse genau so verschieden wie bei Menschen. Manche schätzen trockene und sonnige Standorte, manche eher schattige Plätzchen.“

Blühendes tut der Seele gut. Wie diese Petuniensorte, die in zartem Rosa leuchtet und, wichtig, nicht klebt.

Auch auf die Pflege kommt es an. „Im Sommer ist es emp-fehlenswert, in den Abend-stunden zu gießen, dann hat das Wasser in der Nacht aus-reichend Zeit zum Einsinken.“

Ein Jahr in der Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig seinen Kunden die richtige Bepflanzung ist. „Es gibt ja kaum Abswechslung, man kann nicht essen gehen, in den Urlaub fahren oder anders seine Freizeit verbringen. Daher spielt sich das meiste Leben draußen ab.“ So ist die Gar-tenarbeit oder die Hege und Pflege des Balkons zum ge-fragten Hobby geworden. „Jetzt ist die richtige Zeit, das Beet für die Frühlings- und Sommersaison vorzubereiten. Unkraut muss gezupft, die Erde mit Humus aufgelockert, und erste Blumen können gesetzt werden.“

Doch Beet ist nicht gleich Beet. „Bei der Anlegung und der Pflege sind Erfahrungs-werte gefragt“, sagt der BVE-Vorsitzende. Der viel gerühmte Grüne Daumen nutzt selbst dem erfahrensten Gärtner nichts, wenn bei der Bepflanzung einige Aspekte nicht beachtet werden. So spielt etwa die Bodenqualität eine Rolle. Ein gutes Beispiel sind Rhododendren. „Viele Kunden fragen bei uns um Rat, wenn ihr Rhododendron nach zwei oder drei Jahren kaputt geht und woran dies liegt.“

Reiner Höpken und sein Team forschten zum Rhododendron

Höpken und sein Team fanden anhand von Bodenproben heraus, dass die Wurzeln der empfindlichen Pflanzen bei Häusern, die in den 1950er und 1960er Jahren erbaut wurden, teils so tief im Erdreich gewachsen waren, dass diese mit Bauschutt in Berührung kamen. „Den dort enthaltenen Kalk mögen Rhododendren gar nicht.“

Der aktuelle spontane Wintereinbruch jetzt im April machte mancher frisch gepflanzten Blume den Garaus. „Viele Pflanzen und Blumen mögen Schnee“, erklärt Höpken. „Es sei denn, es ist zu viel, dann ist guter Rat teuer.“

Die Frühblüher, Knospen und Zwiebelblüten hat der Winter eiskalt erwischt. Der Experte rät: „Beobachten Sie eine Zeitlang die Pflanze, wenn diese sich innerhalb von ein bis zwei Wochen erholt, dann ist es gut. Wenn nicht, dann hilft nur noch Wegwerfen.“

Hintergrund

Der BVE (Bundesverband Einzelhandelsgärtner) bietet mit dem Zentralverband Gartenbau e.V. (ZVG) handels- und dienstleistenden sowie produzierenden Gartenbauunternehmen und Einzelhandelsgärtnern mit direktem Kontakt zum Kunden eine Plattform. Der BVE vertritt das Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit und Entwicklung der rund 2 500 im ZVG vertretenen Einzelhandelsgärtner zu stärken. Reiner Höpken ist seit Oktober 2018 Vorsitzender des BVE im ZVG. Mehr Infos:

bundesverband-einzelhandelsgaertner.de

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