Nach 68 Jahren gibt es einen neuen Hallenboden

Die Arbeiten in der Hugo-Pulvermacher-Halle sind in vollem Gange.Foto: woa
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Die Arbeiten in der Hugo-Pulvermacher-Halle sind in vollem Gange.Foto: woa

Vom Kinderfest bis zur Gewerbeschau: Die Hugo-Pulvermacher-Halle hat viel erlebt

Von Anja Wollschlaeger

Holzstaub ist in der Hugo-Pulvermacher-Halle gerade allgegenwärtig. Das alte Parkett ist schon raus. Nun gehen die Parkettleger noch einige Tage dem Unterboden, bestehend aus Dielen und Balken, an den Kragen.

„Mit Glück ist der neue Parkettboden Ende Februar fertig.“

Beate Scheurlen, Geschäftsführerin Burscheider Turngemeinde

Beate Scheurlen, Geschäftsführerin der Burscheider Turngemeinde (BTG) sagt: „Als ich das gesehen habe, hab ich auch ein lachendes und ein weinendes Auge gehabt.“ Von Kindesbeinen an kennt sie den Dielenboden, der freilich älter war, als sie selbst. 1953 ist er montiert worden, hat sie in den Vereinsarchiven nachgeschlagen: „Wir wussten schon länger, dass der Boden nur sehr teuer wieder instand gesetzt werden könnte.“ In alten Zeiten, vor 1953, fand das Turnen auf Betonboden statt. Wo heute die Bühne ist, gab es eine Schnitzelgrube – als Fallschutz, wie Scheurlen bei den Vereinsälteren erfahren hat.

Was der Boden alles erlebt hat, könnte einen eigenen Band in der Geschichte der Stadt Burscheid füllen, denn längst nicht nur die BTG hat ihre 1904 erbaute Halle genutzt. Mangels anderer großer Veranstaltungsräume fanden an der Jahnstraße 2 viele Vereinsfeste statt: vom Schützenfest bis zum Treffen des slowenischen Kulturvereins. Der Burscheider Handelsverband organisierte Gewerbeschauen, die Grundschule Dierath kam in den 1970er Jahren zum Turnen. Damals fanden auch noch richtige Karnevalssitzungen statt. Scheurlen erinnert sich: „In ihren Anfangsjahren sind die Bläck Föös mehrmals mit einem kleinen VW-Bus bei uns vorgefahren.“

Heute mutet der Raum schon fast historisch klein an. Scheurlen bestätigt, dass die rund 1200 Vereinsmitglieder kaum gleichzeitig auf dem Parkett Platz finden können.

Das alte Parkett bot auch den Boden für zahlreiche, legendäre Karnevalsfeiern der Handballer. Dabei war die Halle so voll, dass die Gäste den – abgedeckten Boden – zwischen den vielen Füßen kaum sehen konnten. Gemütlicher ging es bei den Winterfesten zu, als Tische und Stühle aufgestellt waren. Jährlich poltert auch der Nikolaus über den hohlen Bühnenboden und beschert die Vereinskinder. Die Bühne trägt aktuell auch den letzten Rest des alten Belages. Zu sehen ist er auf dem YouTube Kanal der BTG, wo schon mehr als 50 Videos über die Zeit hinweghelfen sollen, in der kein Vereinssport stattfindet.

Ob der Boden rechtzeitig zum Ende des Lockdowns fertig wird? Das hofft Beate Scheurlen. Der Bauausschuss des Vereins hat gleich mehrere Gewerke beauftragt, denn es fallen auch noch Arbeiten an der Bodenplatte an. Scheurlen sagt: „Mit Glück ist der neue Parkettboden Ende Februar fertig.“

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