Nabu hilft wieder den Kröten über die Kreisstraße 2

Noch gestern Nachmittag sollte der Zaun an der K 2 stehen: Thomas Wirtz vom Nabu Rhein-Berg gibt den jungen Unterstützern vom Naturgut Ophoven ein paar Tipps. Foto: Nadja Lehmann
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Noch gestern Nachmittag sollte der Zaun an der K 2 stehen: Thomas Wirtz vom Nabu Rhein-Berg gibt den jungen Unterstützern vom Naturgut Ophoven ein paar Tipps.

Zaun wurde gestern aufgestellt – Naturgut Ophoven unterstützte die Aktion

Von Nadja Lehmann

Vermutlich stehen Holger Koslowski, Thomas Wirtz und Oliver Gellissen vom Naturschutzbund (Nabu) Rhein-Berg 2021 das letzte Mal an einem kalten Frühjahrsmorgen an der viel befahrenen Kreisstraße 2 in Höhe des Abzweigs nach Dohm, um den Krötenzaun zu montieren. Denn die K 2 wird generalsaniert und vom Sommer an komplett für ein Jahr gesperrt. Und nicht nur die Fahrbahn wird neu gemacht, sondern auch die Kröten erhalten einen neuen sicheren Weg: einen Tunnel.

„Wir haben hier die meisten Wanderbewegungen“, bestätigt Holger Koslowski. Das blieb auch dem Kreis nicht verborgen: Er band die Aktiven des Nabu Rhein-Berg mit ein und bat um ihre Expertise. „Als Einzelmaßnahme hätte es einen Tunnel sicher nicht gegeben“, sagt Koslowski. Da der Kreis sich nun aber ohnehin umfangreich der K 2 widme, werde der Tunnel in die Gesamtmaßnahme integriert. „Dann können wir nur noch hoffen, dass die Tiere das annehmen“, sagt Holger Koslowski. „Sie suchen sich am liebsten den kürzesten Weg.“

Koslowski deutet auf den oberhalb der Straße gelegenen Abhang – der mit seinen Rodungsarbeiten schon erste Spuren der Baumaßnahme zeigt: „Von dort kommen sie runter, sobald es die ersten warmen Tage gibt.“ Bis dahin verbuddelten sich die Tiere im Laub. Wenn es soweit ist, beginnt der große Marsch hinüber auf die andere Seite der K 2: Hin zu den Teichen, wo sich die Tiere dann paaren. „Manchmal kommen sie als Doppeldecker“, erzählt Koslowski. Das weitaus größere Weibchen trägt das Männchen huckepack über die Straße. „Sie sind besonders gefährdet, weil sie langsamer sind.“

Durch den nun auf einer Länge von rund 300 Metern aufgestellten, mit Ästen, Erde und Heringen abgedichteten Zaun sollen die Tiere aufgehalten und zu den im Boden vergrabenen Eimern geleitet werden: Dort fischen die Tierschützer die Kröten heraus und bringen sie sicher über die K 2. „Manchmal finden sich die Paare auch erst im Eimer“, verrät Koslowski. Ende August herrsche dann Leben im Teich: Der Nachwuchs ist da. „Wir haben ein gutes Verhältnis zum Teicheigentümer. Wir dürfen Schilder aufstellen und die Angler informieren“, unterstreicht Holger Koslowski. Der Nabu habe es sogar schon mal mit einem Rückwanderungszaun probiert, um die Kleinen zu schützen: „Den mussten wir aber so lange stehenlassen, dass er schon eingewachsen war.“ Zu kompliziert. Seitdem muss der Nachwuchs selbstständig klarkommen. Doch die Natur habe das geregelt: „Durch die schiere Masse steigt die Chance, dass einige durchkommen.“

Erdkröten und Grasfrösche stellen das Gros der Tiere

Vor allem Erdkröten, Grasfrösche und – seltener – Molche queren die Kreisstraße. Holger Koslowski gab vor rund neun Jahren den Anstoß, die Tiere mit einem Krötenzaun zu schützen: „Ich bin dort öfters entlanggefahren. Dieses Massaker fand ich schrecklich.“ Er stieß auf Thomas Wirtz und den Nabu: Seitdem ist Holger Koslowski gewissermaßen der Kröten-Vater des Nabu Rhein-Berg. Gestern halfen Aktive des Naturguts Ophoven mit, vermutlich bis nach Ostern bleibt der Zaun stehen.

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