Musicalische Academie feilt bereits am nächsten Auftritt

Im Januar überzeugte die Musicalische Academie unter Leitung ihres neuen Dirigenten Nicolai Dembowski. Nun will das Ensemble im Juni erneut aufspielen. Archivfoto: Doro Siewert
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Im Januar überzeugte die Musicalische Academie unter Leitung ihres neuen Dirigenten Nicolai Dembowski. Nun will das Ensemble im Juni erneut aufspielen. Archivfoto: Doro Siewert

Konzert im Haus der Kunst ist von Mai auf den 12. Juni verschoben worden

Von Nadja Lehmann

Die Burscheider und Burscheiderinnen nochmals mit einem Auftritt begeistern, dann den Schlüssel im Haus der Kunst umdrehen und abziehen: So sah eigentlich der Plan der Musicalischen Academie aus. Doch die Bauarbeiten am und im Haus der Kunst verschieben sich und damit auch das Konzert, das ursprünglich für den 15. Mai geplant war. Nun wird die Musicalische Academie erst am 12. Juni zu ihrem Konzert bitten. Eine Atempause, über die ihr Vorsitzender Tilmann Werner gar nicht unglücklich ist. Im Gegenteil. „Die vier Wochen mehr tun uns in der Probenarbeit gut“, findet er. „Wir brauchen etwas länger, um alles so zu spielen, wie es sein soll.“

Dass die Musicalische Academie es kann, hat sie gerade erst im Januar unter Beweis gestellt. „Ich bin sehr zufrieden. Das Konzert ist gut angekommen“, freut sich Werner im Rückblick. Es war um so bedeutsamer, weil der Leiter des Ensembles, Nicolai Dembowski, damit sein Debüt am Pult gab.

Ausruhen auf dem Erfolg kann sich das Ensemble aber nicht. Nach dem Konzert ist vor dem Konzert. „Wir sind schon mittendrin in der Probenarbeit“, berichtet Werner. Auf dem Programm stehen von Anatoli Ljadow Acht russische Volkslieder op. 58 (Auswahl), von Jean-Philippe Rameau Danse des Sauvages aus der Ballettoper „Les Indes galantes“, von Christoph Willibald Gluck der Reigen Seliger Geister aus der Oper „Orpheus und Eurydike“, von Georges Bizet L’Arlésienne Suite Nr. 2. Und mit Mieczyslaw Weinberg ein jüdischer Komponist aus dem Umfeld Schostakowitschs: „Er gehört zu den vergessenen, verfemten Komponisten, die jetzt sukzessive rehabilitiert werden sollen“, sagt Werner. Weil die Musicalische Academie seine Fantasie für Cello und Orchester op. 52 aufführen wird, gibt es Unterstützung durch die Musikhochschule Köln, die die Noten sponsort – ein Kontakt, den Nicolai Dembowski vermittelt hatte.

Als Solistin hat die Musicalische Academie Merle Geißler gewinnen können. Die 1999 in Bad Soden am Taunus geborene Cellistin studiert an der Hochschule für Musik und Tanz Köln im Studiengang „Bachelor of Music“ bei Prof. Thomas Carroll. Mit sechs Jahren erhielt sie ihren ersten Cellounterricht am Emanuel Feuermann Konservatorium der Kronberg Academy. Sie ist mehrfache erste Bundespreisträgerin des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ und des „Mendelssohnwettbewerbs“ der Kulturregion Frankfurt und widmet sich außerdem intensiv der Kammermusik.

Der Vorsitzende selbst spielt den Kontrabass

Werner, selbst den Kontrabass spielend, freut sich auf das Konzert. Und er sieht Orchester und Dirigent zusammenwachsen: „Er hat hohe Ansprüche“, sagt er über Nicolai Dembowski. Das aber sei dem Orchester recht: „Wir wollen uns ja weiterentwickeln. Und er sieht die Defizite. Aber auch das, was gut läuft.“

Vor allem im Barock und in der Klassik fühlt sich das Ensemble zuhause. „Das ist unser Fundament“, sagt Werner. Die Fühler strecken die Musiker nun verstärkt in Richtung Romantik und Moderne aus – aber auch in den Populärbereich mit Filmmusik, Ragtime, Jazz. „Da kommen die Bläser zu einem intensiveren Einsatz, und wir können an unserer Orchesterfarbe arbeiten“, beschreibt Werner.

Er verhehlt nicht, dass Corona „an den Kräften gezehrt“ hat: „Wir sind froh, wenn wir unser Niveau halten können. Das ist schon mal ein wichtiges Etappenziel.“

Und mit dem Umbau des Haus der Kunst kommt die nächste Herausforderung, ist es doch Konzertsaal und Probenraum gleichermaßen. Das katholische Sankt Laurentius und das Kulturbadehaus könnten in der Zeit zu Alternativen werden. „Eine Testprobe durften wir schon mal machen“, sagt Tilmann Werner über das Kulturbadehaus.

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