Müllgebühren sollen laut Kalkulation 2021 steigen

Die Abfallwirtschaft, ihre Kosten und die Aussichten für 2021 waren Thema im Haus der Kunst, als am Donnerstagabend Vertreter des BAV berichteten. Symbolfoto: Bernd Weißbrod/dpa
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Die Abfallwirtschaft, ihre Kosten und die Aussichten für 2021 waren Thema im Haus der Kunst, als am Donnerstagabend Vertreter des BAV berichteten. Symbolfoto: Bernd Weißbrod/dpa

Monika Lichtinghagen-Wirths und Christoph Rösgen vom BAV berichteten im Beirat für Abfallentsorgung

Von Nadja Lehmann

Die Corona-Krise hat ihre Spuren auch in der Abfallwirtschaft hinterlassen: Das bestätigten am Donnerstagabend Monika Lichtinghagen-Wirths und Christoph Rösgen vom Bergischen Abfallwirtschaftsverband (BAV). Sie waren nach Burscheid gekommen, um im Haus der Kunst den Mitgliedern des Beirats für Abfallentsorgung zu berichten.

„Es hat sich inzwischen wieder gut eingespielt“, bilanzierte Christoph Rösgen. Denn zu Beginn der Pandemie hatte der BAV vorsorglich alle Wertstoffhöfe im Verbandsgebiet geschlossen. Geöffnet blieb lediglich das Entsorgungszentrum Leppe – unter dem entsprechenden Sicherheitsmaßgaben. Abfuhren und Sperrmüll fanden wie gewohnt statt. Nach Wiedereröffnung der Wertstoffhöfe seien dort deutlich mehr private Anlieferer vorstellig geworden, berichtete Rösgen: „Auffällig waren die Abfälle aus privaten Renovierungen und Entrümpelungen.“ Auch die Verpackungsabfälle seien gestiegen: „Man hat gemerkt, dass sich die Menschen in der Corona-Krise mehr haben liefern lassen“, fasste Rösgen zusammen. Der Verpackungsanteil im Altpapier sei ohnedies seit Jahren höher geworden: „Das machte eine neue Festlegung gegenüber dem alten Wert von 25 Prozent notwendig“, so Rösgen. Der neue Wert liegt nun bei rund 33 Prozent.

Zu einem Verlustgeschäft hat sich der Bereich Altkleider entwickelt. „Die Erlöse sind dramatisch eingebrochen“, sagte Monika Lichtinghagen-Wirths. Auffällig sei, dass die Qualität der in den Containern abgelieferten Kleidungsstücke immer schlechter werde: „Die höhere Qualität wandert nicht in die Altkleidercontainer, sondern zum Second-Hand“, so die BAV-Geschäftsführerin. Insgesamt aber, so die Bilanz, stimmten Kalkulation und Ergebnis des Jahres 2019 überein: Auf jeden Einwohner entfielen in Burscheid statistisch gesehen 179 Kilo Hausmüll – etwas mehr als im Verbandsgebiet, bei dem es 136 Kilo sind.

Im nächsten Jahr soll es laut Kalkulation teurer werden. Mit einer Enthaltung stimmten die Kommunalpolitiker der 9. Änderungssatzung zur Satzung über die Erhebung der Gebühren zu: Denmach schlägt eine Restmülltonne mit einem Fassungsvermögen von 50 Litern künftig mit 84 Euro, mit 80 Litern mit 134 Euro und mit 120 Litern mit 201 Euro jährlich zu Buche.

Burscheid belegt bei den Müllgebühren einen Spitzenplatz

Die hohen Müllgebühren sind immer wieder Thema in Burscheid: Die Stadt liegt landesweit auf einem Spitzenplatz. Zwar sei der Preis für eine 120-Liter-Restmülltonne sehr hoch, in Burscheid würden viele Bürger aber eine kleinere 50- oder 80-Liter-Abfalltonnen nutzen, hatte dazu Christoph Rösgen in einem früheren Gespräch mit dem BV betont. Zudem seien in den Müllgebühren die Kosten für die Wertstoffhöfe, das Schadstoffmobil und die Sperrmüllsammlung in den Abfallgebühren inbegriffen – das sei nicht in jeder Kommune so. Die höheren Gebühren und die Preisanpassung von rund 3,5 Prozent für die Grundentgelte und 4,3 Prozent für Sammel- und Transportentgelte begründet die BAV mit Lohnsteigerungen. Es handele sich seit Vertragsbeginn 2016 um die zweite Preisanpassung, so der BAV.

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