Mittlere Hauptstraße: Linden werden nicht erhalten

Stadtentwicklungsausschuss beschließt Fällung – Stadt ermittelt Flächen für Ersatzpflanzung

Von Nadja Lehmann

Knapp 10 000 Euro würde es kosten, die vor der Volksbank stehende, rund elf Meter hohe Linde umzusetzen. Auf rund 6300 Euro kommen die beiden Säulenhainbuchen vor der Häusern Hauptstraße 26 und 31; auch die Linde vor der Hausnummer 35 schlüge mit derselben Summe zu Buche, würde man sie verpflanzen. Doch dazu wird es nicht kommen. Denn der Stadtentwicklungsausschuss folgte am Donnerstagabend mehrheitlich der Empfehlung der Verwaltung, von einer Umsetzung der in der mittleren Hauptstraße stehenden Bäumen abzusehen. Stattdessen werden sie nun im Zuge der Umgestaltung der mittleren Hauptstraße gefällt. Die Politiker beauftragten mit ihrer Entscheidung die Verwaltung zudem, geeignete Standorte auszuwählen, um dort quasi als Ersatz neue Bäume zu pflanzen.

Im Rückblick: Im April hatte die Grünen-Fraktion vorgeschlagen, die Bäume der mittleren Hauptstraße umzusetzen und so zu erhalten – des Klimaschutzes wegen. Damals hatte Fachbereichsleiter Marc Baack den Mitgliedern des Stadtentwicklungsausschusses von den Konsequenzen berichtet, die der Umbau der mittleren Hauptstraße nach sich zieht. Diese soll bekanntermaßen ein neues Antlitz erhalten und so mit der oberen Hauptstraße gleichziehen. Geplant ist, auch diesem Streckenabschnitt mehr Aufenthaltsqualität zu verleihen, indem Sitzmöglichkeiten geschaffen und auch Spielgeräte für Kinder aufgestellt werden. Fahrräder sollen an Radbügeln arretiert werden können und neue Abfalleimer für Sauberkeit sorgen. Damit die Hauptstraße wie aus einem Guss daherkommt, wird auch das Pflaster überarbeitet und gegen ein neues ausgetauscht, das insbesondere den Bedürfnissen mobilitätseingeschränkten Passanten entgegenkommt. Möglich macht es das Sonderprogramm „Erhaltungsinvestitionen kommunale Verkehrsinfrastruktur Straßen und Radwege“.

„Schade um die Linden.“

Bernhard Cremer (BfB)

Und damit einhergeht auch der Ausbau der mittleren Hauptstraße zu einer optimalen Fahrradstrecke, der gegenläufigen Radverkehr erlaubt. Dafür aber ist die Fahrbahn in ihrem derzeitigen Zustand zu schmal: Die Bäume stehen im Weg.

„Wir haben da viel Arbeit reingesteckt“, bilanzierte Bürgermeister Stefan Caplan nun am Donnerstagabend. Denn im April wurde die Verwaltung beauftragt, bei einem Fachbüro zu eruieren, ob die Umsetzung sinnvoll und wie teuer sie wäre. Die Stellungnahme des Fachbüros Sturmberg Baumexperten fiel negativ aus: Das Risiko des Absterbens der Bäume sei groß, heißt es da. Die prognostizierten Kosten für alle fünf Bäume: mehr als 30 000 Euro. „Völlig sinnlos rausgeschmissenes Geld, das haben wir von Anfang an gesagt“, kommentierte dies Peter Röttger (CDU).

In ihrer Vorlage hatte dem die Stadtverwaltung nun die Kosten von neuen Bäumen gegenübergestellt (Erfahrungen hat man inzwischen durch die Baumpflanzkampagne gesammelt). Demnach würden vier Bäume in der größten, noch pflanztauglichen Größe plus ein Blumenhartriegel knapp 2900 Euro kosten.

„Schade um die Linden“, befand Bernhard Cremer (BfB). Auf der mittleren Hauptstraße werden auf die Linden analog zur oberen Hauptstraße schmalkronige Bäume wie der Feldahorn folgen.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Burscheids Bürgermeister Stefan Caplan ist tot
Burscheids Bürgermeister Stefan Caplan ist tot
Burscheids Bürgermeister Stefan Caplan ist tot
Bürgermeister Stefan Caplan ist tot
Bürgermeister Stefan Caplan ist tot
Bürgermeister Stefan Caplan ist tot
Impfung: Biontech kommt zu den Burscheidern
Impfung: Biontech kommt zu den Burscheidern
Impfung: Biontech kommt zu den Burscheidern
Bürgermeister Stefan Caplan: „Die Kommunen erfahren mehr Wertschätzung“
Bürgermeister Stefan Caplan: „Die Kommunen erfahren mehr Wertschätzung“
Bürgermeister Stefan Caplan: „Die Kommunen erfahren mehr Wertschätzung“

Kommentare