Mitbestimmung in Unternehmen bringt viele Vorteile

Gewerkschaften trommeln zu Betriebsratswahlen. Sie laufen bis zum 31. Mai. Foto: Jonas Walzberg/dpa
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Gewerkschaften trommeln zu Betriebsratswahlen. Sie laufen bis zum 31. Mai.

Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten ermutigt zur Betriebsratswahl

Von Nadja Lehmann

Vom Lohn über den Urlaub bis zur Arbeitszeit: Gewerkschaften haben viel Einfluss. Mitzumachen und bei der Betriebsratswahl mitzuwählen, dazu ruft die NGG, Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, nun Beschäftigte im Rheinisch-Bergischen Kreis auf. „Betriebsräte sind gerade in Pandemiezeiten wichtiger denn je. Die Interessenvertreter kümmern sich darum, dass Betriebe und Beschäftigte besser durch die Krise kommen –zum Beispiel indem sie Jobs sichern, ein höheres Kurzarbeitergeld durchsetzen oder den Infektionsschutz im Beruf organisieren“, sagt NGG-Geschäftsführerin Manja Wiesner.

427 Betriebsräte kümmern sich in der Region Köln

Allein in der NGG-Region Köln kümmern sich aktuell 427 Betriebsräte um die Belange von Arbeitnehmern aus der Ernährungsindustrie, dem Gastgewerbe und dem Lebensmittelhandwerk. Die Palette reicht von kleineren Ablegern wie dem Starbucks-Café in Bonn mit drei Betriebsratsmitgliedern bis zu großen Unternehmen wie dem Caterer Bayer-Gastronomie mit 13 Arbeitnehmervertretern.

Die Betriebsratswahlen laufen vom 1. März bis zum 31. Mai. Bereits in Firmen ab fünf Beschäftigten kann eine Arbeitnehmervertretung gewählt werden. Die Wahlen finden alle vier Jahre statt und sind neben der Kommunal-, Landtags- und Bundestagswahl eine der größten Abstimmungen überhaupt. Gewerkschafterin Wiesner spricht von einem „Best-Practice-Beispiel in puncto Demokratie“.

In kaum einem anderen Bereich könnten die Beschäftigten ihre eigenen Interessen stärker beeinflussen als am Arbeitsplatz. „Ob in der Backstube, in der Hotelküche oder in der Süßwarenfabrik – niemand sollte sich um sein gutes Recht bringen lassen und jetzt seine Stimme abgeben“, so Wiesner. Wo es noch keine Arbeitnehmervertretung gebe, könne übrigens jederzeit ein Betriebsrat gegründet und außerhalb der jetzt laufenden Abstimmungsphase gewählt werden.

Die Gewerkschaft verweist auf wichtige Vorteile der Mitbestimmung. Nach einer repräsentativen Studie der Hans-Böckler-Stiftung liegen die Löhne in Firmen, die einen Betriebsrat haben, um durchschnittlich 8,4 Prozent höher. Beim Kurzarbeitergeld erhielten demnach zuletzt zwei Drittel aller Beschäftigten, die auf eine Arbeitnehmervertretung bauen können, eine Aufstockung (ohne Betriebsrat: 25,6 Prozent). Auch bei der betrieblichen Weiterbildung, der Frauenförderung und der Nachwuchsgewinnung schneiden mitbestimmte Unternehmen deutlich besser ab. Zugleich profitieren die Arbeitgeber: Laut Böckler-Stiftung sind Firmen mit Betriebsrat um 12,8 Prozent produktiver als solche ohne.

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