Miniermotte macht Kastanien krank

Die Rosskastanie ist von der Miniermotte befallen – gut zu erkennen an den braunen Stellen der Blätter. Foto: Uli Schütz
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Die Rosskastanie ist von der Miniermotte befallen – gut zu erkennen an den braunen Stellen der Blätter. Foto: Uli Schütz

Insekt höhlt Blätter der Pflanze von innen aus – Dadurch fehlen Nährstoffe

Von Katharina Birkenbeul

Die Rosskastanie erfreut sich vor allem bei Kindern großer Beliebtheit, wenn sie im Herbst die Früchte des Baumes vom Boden aufsammeln können, um damit zu Spielen oder Basteln. Allerdings hat der Baum, der in der Region in Wäldern wie auch im innerstädtischen Bereich vorkommt, einen natürlichen Feind, der ihn schwächt: die Rosskastanienminiermotte.

So sind im Bergischen sehr viele Rosskastanien von dem Falter befallen. „Deshalb verlieren sie schon im Sommer ihre Blätter“, sagt Thomas Krüger, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Biologischen Station Mittlere Wupper.

Welche Eigenschaften hat die Miniermotte? Die Rosskastanienminiermotte ist ein einen Zentimeter kleines Insekt, das eine bräunliche Färbung mit weißen und schwarzen Streifen aufweist. Pro Jahr bilden sich etwa drei aufeinander folgende Generationen, die etwa zwischen Mitte April und Ende September fliegen. „Der Schädling ist nur auf die Rosskastanie spezialisiert und befällt somit auch nur diese“, betont der Wissenschaftliche Mitarbeiter der Biologischen Station.

Welche Schäden richtet sie an?

Die Larve der Miniermotte bohrt sich in die Blätter der Kastanie und frisst diese von innen auf. „Minieren bedeutet so viel wie Aushöhlen. Die Häute des Blattes bleiben bestehen, aber das Gewebe innen fehlt der Rosskastanie dann“, erklärt Thomas Krüger. Dadurch werden die Blätter bereits früh im Sommer braun und fallen zeitnah ab. „Die Kastanie stirbt dadurch zwar nicht direkt ab, wird aber geschwächt“, betont Thomas Krüger.

Denn durch das Absterben der Blätter fehlen dem Baum die notwendigen Nährstoffe. Und auch die Transpiration – die Verdunstung von Wasser über spezielle Öffnungen an der Unterfläche der Blätter – ist schließlich nicht mehr ausreichend möglich.

„Den Befall ist am besten an den Insekten, die in großer Menge auftreten, zu erkennen.“

Thomas Krüger, Biologische Station Mittlere Wupper

Was kann unternommen werden?

Da die Rosskastanienminiermotten im Laub des Baumes überwintern, hilft es, dieses wegzuharken.

Woher stammen die Miniermotten?

Die Rosskastanienminiermotte stammt ursprünglich aus dem Balkan, deshalb wird sie häufig auch Balkan-Miniermotte genannt. Dort leiden die Kastanien nicht unter dem Insekt. Mit der Ausbreitung der Pflanze in die anderen Länder, darunter auch Deutschland, hätten sich jedoch die Rahmenbedingungen geändert, beschreibt Thomas Krüger das Problem.

Woran erkennt man einen Befall der Pflanze?

„Den Befall der Rosskastanie durch die Miniermotte ist am besten an den Insekten, die in großer Menge auftreten, zu erkennen“, erklärt Krüger. „Erkennbar ist der Befall weiter dadurch, dass die Kastanien auffallend früh braune Blätter bekommen und das Laub frühzeitig abwerfen. Thomas Krüger weist aber daraufhin, dass die Kastanien, ebenso wie die anderen Pflanzen, zusätzlich unter der Trockenheit leiden und auch deshalb schon früher ihre Blätter verlieren. Die Trockenheit wiederum fördere die Vermehrung des Schädlings. Im Laufe der Jahre habe sich das Problem der Miniermotte allerdings nicht verstärkt.

Plagegeister

Die Rosskastanienminiermotte kann zwar fliegen, allerdings tut sie es nur selten. Deshalb bleiben die meisten Insekten immer in der unmittelbaren Umgebung des Ortes, an dem sie geschlüpft sind. Lediglich ein Teil der Gruppe befällt Bäume, die weiter weg stehen. Eine Ausnahme gibt es jedoch, wenn alle Rosskastanien in der Umgebung keine frischen Blätter mehr haben, erklärt Thomas Krüger von der Biologischen Station.

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