Millionenschaden im Balkhauser Kotten

Nicole Molinari, die Vorsitzende des Kuratoriums des Museumsvereins, freute sich über knapp 20 Helfer, die mit anpackten.
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Nicole Molinari, die Vorsitzende des Kuratoriums des Museumsvereins, freute sich über knapp 20 Helfer, die mit anpackten.

Helfer des Kuratoriums des Museumsvereins räumten das Inventar aus

Von Philipp Müller (Text) und Christian Beier (Fotos)

Bis zum 1,70 Meter hoch stand das Wasser in der Nacht des Hochwassers vom 15. Juli im Balkhauser Kotten. Am dritten Wochenende danach brachten am Samstag knapp 20 helfende Händepaare das Inventar aus dem Kotten. Denn viel feuchtes Material zwischen den Balken des Fachwerks muss jetzt entfernt werden, um die Sanierung vorzubereiten. Nicole Molinari ist Vorsitzende des Kuratoriums des Museumsvereins und ist selbst Sachverständige für Bauschäden. Sie schätzt die Schäden am Kotten und auf dem Gelände auf rund eine Millionen Euro. Trotzdem soll im Januar 2022 der Betrieb wieder aufgenommen werden.

Vor kurzem hatte die Stadt Solingen als Eigentümerin des Kottens einen Container auf dem Gelände aufstellen lassen. Er dient jetzt als Zwischenlager für all das, was die vielen Helfer aus dem Kotten geborgen haben.

„Das Gebäude ist auf jeden Fall standsicher.“

Sabine Rische, Stadt Solingen

Wie hoch die Schadenssimme für den Balkhauser Kotten ist, steht noch nicht genau fest. Die Solinger Stadtsprecherin Sabine Rische erklärte: „Erst dann, wenn die Schadenshöhe ermittelt ist, kann vereinbart werden, wer die Kosten in welchen Teilen trägt. Eine Elementarversicherung gibt es nicht.“ Doch was kaputt ist, das wurde bereits untersucht. Dazu listet die Stadt diese Punkte auf: Der bauliche Bestand im Erdgeschoss wurde in vielen Bereichen geschädigt und muss nun saniert oder neu aufgebaut werden. Stark betroffen sind hier vor allem die Ausfachungen der Wände. Sie müssen in Teilbereichen erneuert werden, weil sie durchfeuchtet sind. Das habe bereits gestartet, erklärte Nicole Molinari. Sie erklärt, die Zeit dürfe aber nicht davonlaufen. Erste Gefache seien bereits von feuchten Lehmziegeln befreit worden, damit das Wasser nicht weiter ins Gebäude nach oben und ins Holz zieht.

Das Kuratorium, die städtischen Behörden Untere Denkmalbehörde und der Fachbereich Bauunterhaltung stimmten sich über das weitere Vorgehen ab. Die wichtigste Nachricht verkündete die Stadtsprecherin bereits: „Das Gebäude ist auf jeden Fall standsicher. Das ist Ergebnis einer Überprüfung durch einen Statiker.“

Und das Rathaus beschreibt weiter, welche Dinge an ihrem als Museum genutzten Kotten durch die Wupperfluten zerstört wurden: Fenster, Verglasung, Fensterbänke, Zugangs- und Innentüren, Brunnenanlage und Trinkwasseranlage, Grabenwand im Bereich des Wasserrades, Heizungsanlage, Öltank, elektrische Anlagen und Inventar. All das muss in Teilbereichen saniert oder komplett erneuert werden.

Wupper hat auf acht Metern Breite Böschung fortgeschwemmt

Nicole Molinari schaut aber auch zur Wupper. Sie ist ein gutes Stück näher an den Kotten herangerückt. Denn der Fluss muss in der Höhe des Kottens in eine Kurve und hatte in der Nacht des Hochwassers dabei die Böschung auf bis zu acht Metern Breite mit voller Wucht abgetragen und tut es weiter. Das Kuratorium sei bereits mit dem Wupperverband im Gespräch, berichtet die Vereinsvorsitzende. Sie ist zuversichtlich, dass dafür eine Lösung gefunden wird, der die alte Größe der Wiese zwischen Kotten und Wupperufer zurückbringt. Zugleich gilt noch der Blick auf den kleinen Kanal, der Wupperwasser ans Wasserrad des Kottens bringt. Auch im Graben herrscht Zerstörung, die fachmännisch saniert werden muss.

Innen ist schon viel Fachwerk freigelegt. Das Inventar wird in einem Container zwischengelagert.
Auf bis zu acht Metern Breite hat die Wupper die Böschung fortgeschwemmt und das Ufer am Kottengelände verbreitert.
Am 15. Juli war das Hochwasser schon etwas zurückgegangen. Bis zu 1,70 Meter hoch stand die Wupper im Gebäude.

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