Politiker begutachten Gebäude

Mensa ist groß genug für rund 800 Schüler

Der Johannes-Löh-Gesamtschule statteten die Ortspolitiker einen Besuch ab und ließen sich umherführen.
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Der Johannes-Löh-Gesamtschule statteten die Ortspolitiker einen Besuch ab und ließen sich umherführen.
  • VonNadja Lehmann
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Der Schulausschuss traf sich in der Johannes-Löh-Gesamtschule.

Von Nadja Lehmann

Im neu gestalteten Chemieraum fehlt die für Generationen von Schülern wohlbekannte grüne Tafel. Stattdessen gibt es Beamer, Whiteboard und Anschlüsse, die komprimiert über den Tischen schweben. „Das ist unser Vorzeigeraum. Es sieht noch nicht überall so aus“, bekannte Gerhard Gertz. Der Oberstufenkoordinator der Johannes-Löh-Gesamtschule führte die Mitglieder des Schul- und Sozialausschusses auf ihrer jüngsten Sitzung durch den großen Komplex Auf dem Schulberg. Zwei Themenbereiche brannten den Ortspolitikern dabei unter den Nägeln. Zum einen die Mensa und ob sie groß genug ist. Zum anderen die Oberstufe, wie der Ausschussvorsitzende Thomas Kaps (BfB) zu Beginn betonte. Und das nicht ohne Grund: 2023 wird erstmals das Abitur an der Johannes-Löh-Gesamtschule abgelegt. Im Schuljahr 2020/21 hatte der dortige Aufbau der Oberstufe begonnen.

Die Mitglieder des Schul- und Sozialausschuss sahen sich in der Mensa um. Ulrike Hanke (l.) fragte kritisch nach.

Doch zunächst ging es in die, am späten Nachmittag stille und leere, Mensa. Nicht zum ersten Mal hakten die Ortspolitiker nach, ob der Platz für die rund 800 Schülerinnen und Schüler ausreiche. „Das Bündnis für Burscheid (BfB) hat die Mensa schon lange im Blick“, erinnerte auch Bürgermeister Dirk Runge. 2017 hatte das BfB bereits einen Antrag eingereicht, in dem die Fraktion um Überprüfung der Raumsituation bat. Schulleiterin Angelika Büscher habe jedoch stets signalisiert, dass alles gut klappe und eine räumliche Erweiterung nicht nötig sei, so Runge nun beim aktuellen Besuch. Und er selbst stufte das ähnlich ein: „Die Oberstufe geht nicht in die Mensa. Das ist nicht nur in Burscheid so.“ Das bestätigte Gertz: „Im Stundenplan der Oberstufe gibt es – leider – durchaus größere Lücken. Da gehen viele nach Hause.“

Zum Hintergrund: Seit Schuljahr 2014/15 hat die Landeskirche die Verantwortung für den Schulbetrieb. Die Stadt ist auf der anderen Seite verpflichtet, die bauliche Betreuung sicherzustellen.

Gertz berichtete von einer weiteren Entzerrung: „In der benachbarten Villa Biz gibt es in der 5. und 6. Stunde inzwischen ein Schülerbistro, in dem Kleinigkeiten und Snacks angeboten werden. Das bedeutet, dass in der Mensa wirklich nur die reine Essensausgabe stattfindet.“ Und das per Chip, was zusätzlich Zeit spart.

„Kein Kind sitzt hier länger als 15 Minuten.“

Gerhard Gertz, Oberstufenkoordinator, über die Mensa

Gegessen werde in zwei Schichten, sagte Gertz. Dadurch könne man knapp 500 Schüler versorgen, wenn nötig: „Noch kein Kind hat sein Essen abbestellt, weil es keinen Sitzplatz hatte.“ Rein theoretisch könnte man sogar drei Schichten fahren: „Kein Kind sitzt hier länger als 15 Minuten“, betonte Gertz. Das jedoch alarmierte Ulrike Hanke, die im Namen der Kinder- und Jugendhilfe gekommen war. „Ist das gesund?“, fragte sie kritisch nach. „Wir wollen nicht, dass die Kinder gehetzt werden.“

Entwarnung kam da aber von Barbara Düchting. Die Christdemokratin ist selbst Lehrerin und unterrichtet an der Montanusschule an der Höhestraße. „Ich habe mir das hier selbst mal angeguckt“, sagte sie in Richtung Ulrike Hanke. „Das hat sich wirklich eingespielt. Es ist ein Kommen und Gehen, aber ohne Stress. Ich habe keinerlei Hektik gesehen.“

Weiter ging es für die Ausschussmitglieder, die treppauf, treppab im weitläufigen Gebäude gut zu Fuß sein mussten: Gerhard Gertz führte sie in einen sogenannten themengeteilten Klassenraum. Die Tafel mitsamt Kreide ist auch dort Geschichte, stattdessen aber gibt es ein direkt angrenzendes Nebenzimmer: „Damit kann man hier gut differenzieren, kann Inklusion oder Begabtenförderung ermöglichen“, sagte Gertz. Auffällig ist die grün gestrichene Wand, ein Signal, das die Schule in vielen Räumen bewusst einsetzt: „Es soll anregend wirken“, verriet Gertz.

Weiter ging es in die Küche, die sichtlich in die Jahre gekommen ist, sich auch energetisch nicht mehr auf dem neuesten Stand befindet. Hauswirtschaft sei jedoch ein beliebtes Fach, zudem gebe es die Mini-Köche, berichtete Gertz und hatte frohe Kunde: „Die Kirche hat Geld zugesagt, es wird eine neue Küche geben.“ Etwas trübselig sah es dann in Haus 2 in einem der Räume aus, die die Oberstufe für sich nutzen darf – als Freizeitbereich oder fürs Lernen. „Das war das frühere Lehrerzimmer, und das sieht man noch“, sagte Gertz und wies auf diverse Wandregale, Tische, Stühle. Für die rund 150 Schüler der Oberstufe sei der Raum an sich zu klein, wobei die Q2 als erster Jahrgang viel in Eigenregie gestaltet habe: „Das hat leider total nachgelassen. Als wir jetzt die Oberstufe fragten, wie und was wir ändern können, kam nicht mal eine Skizze.“

Durchschnittliche Klassenstärke liegt bei 25 bis 28 Schülern

Er blickt mit Spannung in die Zukunft. „Wir sind ja jetzt wieder fünfzügig gestartet, die Frage ist, wie es weiter geht. Räumlich könnte es passen, aber dann haben wir zu wenig Lehrer“, wagte er eine Prognose. Rund 90 pädagogische Kräfte sind Auf dem Schulberg tätig, die durchschnittliche Klassenstärke beträgt 25 bis 28 Schüler.

Nicht in allen Fächern kann die Gesamtschule Leistungskurse anbieten. „Zweistellig müssen sie schon sein, sonst trägt es sich nicht“, sagte Gertz über den erforderlichen Schülerzuspruch. Aktuell gibt es Leistungskurse in Deutsch, Englisch, Geschichte, Sozialwissenschaften, Mathe und Biologie. „Solche Fragen stellen sich im Landrat-Lucas-Gymnasium natürlich nicht“, sagte Gertz über die Opladener Schule, die mit rund 1800 Schülern eines der größten Gymnasien in NRW ist. „Aber diese Größe muss man wollen.“

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