Schul- und Sozialausschuss

Megafon-Team hat Kontakt zu Kindern gehalten

Das Megafon an der Montanusstraße ist Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche. Archivfoto: Nadja Lehmann
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Das Megafon an der Montanusstraße ist Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche.

Leiter Marc Munz berichtete im Schul- und Sozialausschuss über die Arbeit in der Pandemie.

Von Nadja Lehmann

Die Mitglieder des Schul- und Sozialausschusses saßen ohnehin am Dienstagabend im Kinder- und Jugendzentrum Megafon zusammen – was lag näher, als sich gleich aus erster Hand von Leiter Marc Munz über die Einrichtung an der Montanusstraße informieren zu lassen? Wie hat sich das Megafon bisher durch die Pandemie manövriert? Hat man die Kinder weiterhin erreichen können? Das waren die Fragen, die die Mitglieder des Fachausschusses bewegten.

„Wir richten uns nach den Bedürfnissen der Kinder“, gab Marc Munz das Leitmotiv vor. 2,5 Stellen entfallen aufs Megafon, die sich auf vier Menschen verteilen – Haustechniker inklusive. Ergänzt wird das Personaltableau immer wieder durch Praktikanten und Ehrenamtliche. „Wir wollen eine Verbindung zu den Kindern und Jugendlichen aufbauen und diese halten“, beschrieb Munz. „Sie sollen gern zu uns kommen. Das ist für uns Gradmesser des Erfolgs.“

„Die Kinder sollen gern zu uns kommen. Das ist für uns Gradmesser des Erfolgs.“

Marc Munz, Megafon

Normalerweise öffnet das Megafon an mehreren Tagen in der Woche sowie am Wochenende und ist einfach ein offenes Haus mit Angeboten. Doch das änderte sich in der Pandemie. Denn Marc Munz setzte weitere Prioritäten, wie er dem Ausschuss berichtete. „Wir haben die aufsuchende Arbeit aufgenommen. Wir sind zu den Kids gegangen, sei es im Park, in der Luisenstraße oder in der Kirchenkurve, um dort mit ihnen zu sprechen.“ Das sei gut angekommen und werde auch bleiben: „Das setzen wir fort.“

Ein Ansatz, der insbesondere der Jugendleiterin der Evangelischen Kirchengemeinde, Anke Theron-Schirmer, sehr gut gefiel und den sie ausdrücklich lobte. „Ich bin in der Pandemie oft in der Stadt auf Kinder und Jugendliche getroffen, die nichts mehr mit sich anzufangen wussten, denen die Ansprechpartner fehlten und die durch die Pandemie und ihre Folgen erschöpft waren.“ Dort Flagge zu zeigen, sei ein starkes Signal.

2015 habe er seine Arbeit aufgenommen, blickte Marc Munz zurück. Sein Anspruch damals wie heute: Den Kindern zur Eigenständigkeit zu verhelfen, zur Selbstkompetenz und zur Konfliktfähigkeit. Auf rund 90 Stammgäste beziffert Munz die Zahl jener, die regelmäßig kommen: „Das sind für uns die, die mindestens einmal in der Woche hier sind.“ Munz ist eigentlich Fan davon, Kinder und Jugendliche nicht voneinander zu trennen. Doch am Wochenende hält er es inzwischen anders, wie er berichtete: Freitags sind von 15 bis 19 Uhr die Acht- bis 14-Jährigen willkommen, von 19 bis 22 Uhr die 15- bis 21-Jährigen, samstags die Jüngeren ab 14 Uhr und die Älteren von 19 bis 22 Uhr. „Dann ändert sich abends die Atmosphäre, das Licht wird gedimmt, die Jugendlichen können reden“, sagte er. Mit dem Girls Day sei er jedoch gescheitert: „Da kamen vielleicht zwei Mädchen, und vor der Tür standen 30 Jungs“, beschrieb Munz. Also konzipierte er neu: Statt eines für die Mädchen reservierten Tages gibt es für sie lieber gezielte Angebote. „Die Kerngruppe sind die 10- bis 13-Jährigen“, erklärte Munz. Doch selbst die Älteren schauten ab und an vorbei – wie jüngst die Besucherin, die Beziehungsprobleme gehabt habe. „Wir freuen uns, wenn sich die Jugendlichen an uns erinnern und uns nicht vergessen.“

Rund 200 unregelmäßige Besucher habe man im Megafon in der Schließzeit gezählt, berichtete Munz. Diese habe man mit analogen und digitalen Angeboten zu überbrücken versucht: „Kochen mit Nina“ gab es ebenso im Netz wie Hausaufgabenhilfe und Instagram-Challenges. Analog bat das Team um Marc Munz zum „größten Bild Burscheids“: Rund 120 Quadrate sind bereits zusammengekommen, die zu einem großen Ganzen zusammengefügt werden und so die Stimmungslage der Kinder während der Pandemie widerspiegeln sollen. Es gab Rätsel- und Kreativtüten zum Abholen sowie das „Offene Fenster“, wenn Not am Mann war.

„Wenn die Kinder ein Problem haben, wie gehen Sie damit um?“, wollte Erika Gewehr, die Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, wissen. „Wir vermitteln Kontakte und weisen Wege“, sagte Marc Munz. „Das Wichtigste ist, dass wir da sind.“

Hintergrund

Personal: Marc Munz wird, wie er am Dienstag bekannt gab, eine halbe Stelle in Leitungsfunktion in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit Odenthal übernehmen. Dem Megafon bleibt er – ebenfalls auf halber Stelle – als Leiter erhalten, wird aber künftig von Felix Bagusch unterstützt.

Pläne: Für 2021 ist eine Gedenkstättenfahrt nach Berlin geplant. Im Megafon soll ein eigener Film gedreht werden, es sollen auch wieder Konzerte stattfinden und gestreamt werden.

Einrichtung: Träger des Megafons ist die Katholische Jugendagentur Leverkusen, Rhein-Berg und Oberberg. „Das pädagogische Konzept sieht vor, offen, tolerant und ressourcenorientiert mit den jungen Menschen zu arbeiten“, heißt es.

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