Jugendzentrum

Das Megafon hebt ab in ferne Galaxien

Mitsamt Planeten: Inzwischen ist der frühere Raum des Jugendbüros fertig gestaltet, sagt Megafon-Leiter Marc Munz. Archivfoto: Nadja Lehmann
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Mitsamt Planeten: Inzwischen ist der frühere Raum des Jugendbüros fertig gestaltet, sagt Megafon-Leiter Marc Munz.
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Im Jugendzentrum entstand ein Hörspiel um das Mädchen Elass vom Planeten Ploptopia – CD ist erschienen.

Von Nadja Lehmann

Burscheid und Planet Erde, das war einmal. Das Jugendzentrum Megafon hebt ab in ferne Galaxien. Ganz ohne Captain Kirk oder Mr. Spock geht es in Richtung Ploptopia. Jedenfalls in Gedanken. . .

Möglich macht es das Hörspiel „Elass – Wir sind Sternenstaub“, das als Projekt an der Montanusstraße entstand. Und das nun sogar als CD erschienen ist, dank der Unterstützung des Landschaftsverbands Rheinland (LVR). Eingesprochen und gespielt haben das rund 15 Kids und Jugendliche des Megafons – und das macht Leiter Marc Munz ganz schön stolz. „Dass wir jetzt die CD haben pressen lassen, soll auch ein Zeichen der Wertschätzung sein“, sagt er. Des Themas „Rechte Gesinnung“ habe man sich annehmen wollen, berichtet Munz. Wie jemand die Welt wahrnehme, wie sich eine Gesinnung entwickele – das habe man zeigen wollen, auf fantasievolle Weise.

Wer also ist Elass? Zunächst einmal ein ganz normales Mädchen. Allerdings lebt Elass in der Zukunft, und sie lebt auf dem Planeten Ploptopia. Schulunterricht gibt es auch in fernen Galaxien, und so hört sie eines Tages im Geschichtsunterricht von der Erde. Die ist zu diesem Zeitpunkt schon längst zerstört. Aber Elass käme nicht aus Ploptopia, wenn sie nicht wie alle Bewohner durch Zeit und Raum reisen könnte.

Fortsetzung ist geplant – als Tanztheater auf der Bühne

Überdies gelten die Ploptopianer als weises und altes Volk. Elass reist also zur Erde. Ganz unauffällig, denn sie kann Menschengestalt annehmen. Na ja, fast. Denn ein bisschen anders ist sie doch: Weil sie fliegen kann, kann sie nicht richtig laufen. Das fällt auf der Erde gleich auf. Und auch ihre blaue Haut kann sie nicht verbergen.

Aber Elass hat sich vorgenommen, die Erde, die es in ihrer Zukunft schon gar nicht mehr gibt, vor dem Untergang zu bewahren. Das ist gar nicht so leicht, wird sie doch ausgegrenzt und argwöhnisch beobachtet. Aber sie findet auch Freunde.

Das Projekt war von langer Hand vorbereitet. „Wir haben beim LVR den Antrag gestellt und dann gefragt, wer mitmachen will“, erzählt Marc Munz. Auch geeignete Mitarbeiter hätten gefunden werden müssen: „Damit steht und fällt so ein Projekt“, betont Munz, der an dieser Stelle ausdrücklich Giovanna Lombardo dankt. „Sie hat die Geschichte mit den Kids zusammen entwickelt und in Form gebracht.“ Dann lernten alle ihre Rollen, probten, sorgten für den Feinschliff und gingen ins hauseigene Tonstudio. Dort war dann Christoph Tkorzc der Mann der Stunde, der für Aufnahme und Schnitt sorgte. Sogar Marc Munz machte begeistert mit. „Ich habe einen fiesen Vater gesprochen und war ganz böse“, verrät er.

Weil es allen Protagonisten so viel Spaß machte, soll es mit Elass weitergehen: auf der Bühne. „Wir denken an ein Tanztheater, bei dem Elass mit Bewohnern von Ploptopia auf die Erde reist und ihnen verschiedene Länder vorstellt“, erzählt Munz von dieser, wie er sagt, „Reise um die Welt“. Einige aus dem Hörspiel-Projekt seien auch bei der Fortsetzung mit von der Partie. „Die Elass ist einfach eine so tolle Figur, dass wir noch mehr von ihr erzählen wollten“, sagt Munz.

Mit dem zweiten Lockdown hat sich das Megafon-Team arrangiert, sorgt für Kontaktnachverfolgung, Desinfektion, Abstand und mit der 10-er-Regel dafür, das sich nur eine bestimmte Anzahl Menschen an der Montanusstraße aufhält. „Der große Unterschied zum ersten Lockdown ist ja, dass wir öffnen und die Kinder und Jugendlichen kommen dürfen“, sagt Munz. Die Öffnungszeiten hat man etwas verknappt, von 15 bis 17 Uhr kommen die Acht- bis Zwölfjährigen, von 17 bis 19 Uhr die 13- bis 21-Jährigen.

Der Leiter freut sich, dass das Megafon nicht nur mit Elass abhebt. Auch die Räumlichkeiten des Jugendbüros, das in die Villa Biz umzog, wurden mittlerweile zum Raumschiff Enterprise. Dort nämlich haben die im Frühjahr bestellten Virtual-Reality-Brillen ihr Zuhause gefunden; an den frisch gestrichenen Wänden schweben Saturn und Jupiter. „Der Raum ist fertig, und für die Brillen gibt es jetzt den VR-Führerschein“, sagt Munz. Damit sich die Kids nicht in Raum und Zeit verlieren.

Hintergrund

Gruppe: Das Megafon hat eine WhatsApp-Gruppe gegründet, in der sich alle Eltern eintragen lassen können: Tel. (01 57) 35 49 84 35. Einfach eine WhatsApp mit Namen des Kindes senden und schon ist man Teil der Liste und wird über Neuigkeiten und Änderungen informiert.

Hilfstelefon: An der Montanusstraße werden Menschen zusammengebracht, die während des Lockdowns einerseits Hilfe brauchen – beispielsweise beim Einkaufen, für Botengänge, bei Online-Bestellungen – und jenen, die andererseits helfen wollen. Eine Idee, die Bürgermeister Stefan Caplan im ersten Lockdown initiiert und in die Tat umgesetzt hat. Tel. (0 21 74) 89 1 45 73.

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