Burscheid

Maske bleibt im Unterricht ein ständiger Begleiter

Angelika Büscher ist die Leiterin der Johannes-Löh-Gesamtschule. Archivfoto: Anja Wollschlaeger
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Angelika Büscher ist die Leiterin der Johannes-Löh-Gesamtschule.

Einige Eltern an der Johannes-Löh-Gesamtschule äußerten ihre Skepsis an der Selbstverpflichtung.

Von Jennifer Preuß

58 Jugendliche werden die ersten ihrer Art sein. Sie werden der erste Jahrgang in der Stadtgeschichte sein, der in Burscheid Abitur gemacht hat. Nach den Sommerferien startete die Oberstufe an der Johannes-Löh-Gesamtschule in die Einführungsphase. „Für sie beginnt eine spannende Zeit“, sagt Schulleiterin Angelika Büscher, die mit ihrem Kollegium die Schüler bei ihrem Werdegang intensiv begleiten will.

Auf der Johannes-Löh-Gesamtschule, die in der Trägerschaft der evangelischen Kirche Rheinland ist, will man ein persönliches Betreuungssystem schaffen. Jeder Oberstufenschüler sucht sich einen Lehrer als Tutor aus. „Er hat die Aufgabe eines Mentors“, erklärt Angelika Büscher. „Er ist der Ansprechpartner, mit dem man darüber spricht, wie es denn gerade schulisch läuft. Hier geht es weniger darum, die Noten zu besprechen, sondern das Menschliche.“

Mit der Wahl ihrer Kurse legen die Schüler den Grundstein für ein eventuelles Studium. Alles muss wohl überlegt und geplant sein. Nur eines steht fest im Kursplan: der Religionsunterricht. Die evangelische Kirche als Träger legt Wert darauf, dass die Schüler bis zum Abschluss diesen Kurs belegen.

Aktuell läuft an der Johannes-Löh-Gesamtschule die Präventionswoche. Mit „Fit for Joblife“ ist die Projektwoche für die Oberstufenschüler überschrieben. „Die Schüler gehen hier in die Potenzialanalyse und schauen, was ihre Stärken sind. Sie sollen langfristiger planen, was sie nach dem Abitur werden wollen“, so Büscher. Auch hier helfen die Tutoren weiter.

Ebenfalls eine Besonderheit an der Burscheider Gesamtschule: „Wir wollen die Schüler als eigenverantwortliche junge Erwachsene wahrnehmen, die sowohl Pflichten als auch Rechte haben“, sagt die Schulleitung. Konkret heißt das, dass die Oberstufenschüler im Gegensatz zu den jüngeren Jahrgängen in Freistunden das Handy auf dem Schulgelände benutzen dürfen. Außerdem dürfen sie sich einen eigenen Aufenthaltsraum einrichten.

„Wir sollten alles tun, dass der Schulbetrieb weiter stattfinden kann.“

Angelika Büscher, Schulleiterin

Ein ständiger Begleiter wird dabei bis auf Weiteres die Maske sein. Die Schulkonferenz hat beschlossen, dass die Maskenpflicht bis zu den Herbstferien aufrechterhalten wird. Das Land NRW hatte die Maskenpflicht im Unterricht zum 1. September aufgehoben. Das Kreisgesundheitsamt gab indes die Empfehlung ab, weiterhin freiwillig Masken zu tragen. „Die Fallzahlen sinken nicht, sondern gehen gerade hoch“, sagt Angelika Büscher. „Wir hatten viel Diskussion im Unterricht. Wir waren erstaunt, dass die Maskenpflicht im Unterricht aufgehoben wurde.“ Allen Beteiligten wäre klar, dass in den Situationen, in denen der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, eine Maske getragen werden müsse. Und das sei auch im Unterricht notwendig. „Da sie nicht entsprechend geschützt sind, waren viele Lehrer besorgt. Sie kommen teils mit 200 Schülern am Tag in Kontakt“, betont die Schulleiterin. Aber auch vonseiten einiger Schüler kam die dringende Bitte, die Maskenpflicht aufrechtzuerhalten. So machten sich Kinder mit krebskranken Eltern große Sorgen, dass sie Viren von der Schule mit nach Hause bringen könnten, die dann verheerende Folgen haben könnten. Daher überlegte sich die Schulkonferenz diese Selbstverpflichtung, über die in der Schule abgestimmt wurde. Eine deutliche Mehrheit sei für die Maskenpflicht gewesen, wobei einige Eltern durchaus ihre Skepsis an der Selbstverpflichtung äußerten.

Bis auf wenige Ausnahmen tragen alle Jungs und Mädchen der Burscheider Gesamtschule Alltagsmasken. Diejenigen, die keine tragen, können ein ärztliches Attest vorweisen. „Wir hinterfragen das nicht. Attest ist Attest“, sagt Angelika Büscher.

Zum Ende der Herbstferien wird die Schulkonferenz per Videochat erneut über die Maskenpflicht beraten. Hat sich die Pandemielage nicht gebessert, wird sie entsprechend verlängert. Angelika Büscher hofft, dass die Schüler in diesem Fall wieder alle an einem Strang ziehen und einsichtig sind. „Wir werden wieder darüber abstimmen. Wir wollen ja niemanden quälen, denn natürlich sind die Masken lästig. Wir sollten aber alles tun, dass der Schulbetrieb weiter stattfinden kann“, erklärt Büscher. Je länger der Lockdown dauert, umso klarer sei vielen Schülern geworden, dass sie den analogen Unterricht doch vermissten.

Einwegmasken

Sollten Kinder einmal ihre Masken zu Hause vergessen, haben sie die Möglichkeit, in der Schule Einwegmasken zu kaufen. Generell sollen sie immer mehrere zum Wechseln dabei haben. Bei den sommerlichen Temperaturen sind die Klassenzimmer der Gesamtschule immer geöffnet, damit eine gute Durchlüftung herrscht. Wenn die Luft mal knapp wird, können die Kinder nach Absprache mit ihrem Lehrer kurz auf den Flur gehen und die Maske zum Durchatmen abnehmen. Auf dem Hof der Johannes-Löh-Gesamtschule muss die Maske nicht getragen werden, wenn der Mindestabstand eingehalten werden kann.

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