Politik

Marc Baack ist neuer Beigeordneter der Stadt

Bürgermeister Dirk Runge (r.) gratuliert Marc Baack nach der Wahl.
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Bürgermeister Dirk Runge (r.) gratuliert Marc Baack nach der Wahl.
  • VonNadja Lehmann
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Politiker wählen den 45-Jährigen Hilgener einstimmig.

Burscheid. Wie ein Wald aus kerzengeraden Stämmen sah es aus, als im Haus der Kunst die Arme der Ortspolitiker am Donnerstagabend mit Nachdruck in die Höhe schnellten: Mit ihrer einhelligen Zustimmung katapultierten sie Rathaus-Mitarbeiter Marc Baack in eine neue Position. Er ist nun der frisch gewählte Beigeordnete der Stadt Burscheid. Anschließend gab es Applaus von allen, Blumen und Händedruck von Bürgermeister Dirk Runge, eine lange Schlange von Gratulanten, die sich vor dem Verwaltungstisch einfand, und eine stolze Familie, die die Wahl von den Besucherplätzen aus verfolgt hatte.

Nach dem plötzlichen und völlig unerwarteten Tod von Bürgermeister Stefan Caplan im Oktober vergangenen Jahres hatte sich das Rathaus neu sortieren müssen. Bis dahin war Dirk Runge sein allgemeiner Vertreter gewesen und Marc Baack Leiter des Fachbereichs 3 (Stadtentwicklung, Umwelt, Liegenschaften). Das Weitere ist bekannt: Nach Caplans Tod nominierten die im Rat vertretenen Fraktionen Runge als Bürgermeisterkandidaten, im März wählten ihn die Burscheider und Burscheiderinnen zu Caplans Nachfolger. Damit wurde der Posten des Allgemeinen Vertreter des Bürgermeisters frei: Diesen nahm Marc Baack ein. Ein weiterer Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters ist seitdem auch Holger Wilke, Leiter des Fachbereichs 2 (Sicherheit, Ordnung, Soziales, Feuerwehr). Zugleich aber suchten sich Führungskräfte der Verwaltung neue Aufgaben oder gingen in den Ruhestand.

Eine Fluktuation, die die Ratsfraktionen beunruhigte. Sie befürchteten, dass entsprechendes Fachwissen und Erfahrung verloren gehen könnten und machten, wie bei Runges Nominierung, erneut gemeinsame Sache. Sie stellten den Antrag, den Posten des Beigeordneten wieder zu besetzen – in der Hoffnung, bewährtes Personal so mit einer Karriereperspektive halten zu können. Die Beigeordneten-Stelle hatte man bis dahin im Zuge des strengen Sparkorsetts, das sich die verschuldete Stadt verordnet hatte, nur noch dem Namen nach im Stellenplan belassen und nicht besetzt.

Die Stelle wurde ausgeschrieben, es kamen fünf Bewerbungen – „interne und externe“, wie Bürgermeister Dirk Runge dem Bergischen Volksboten zwischendurch verriet. Zwei zogen zurück, Ende August stellten sich die verbliebenen Kandidaten den Fraktionen vor, zwei davon wurden schlussendlich in den Hauptausschuss eingeladen, um sich in nicht-öffentlicher Sitzung zu präsentieren – einer davon war Baack.

Ein Unbekannter ist er weder für die Stadt noch für die Politik: Der 45-Jährige ist zum einen waschechter Burscheider, der bis heute in Hilgen wohnt und dort die Ernst-Moritz-Arndt-Grundschule besucht hat, zum anderen ist er bereits seit 2010 bei der Stadtverwaltung beschäftigt.

Baack hat am Städtischen Gymnasium Wermelskirchen Abitur gemacht und danach von 1998 bis 2005 Jura an der Universität Köln studiert: Der 45-Jährige ist Volljurist. Nach dem Studium wechselte er als Freiberufler in die Abwasserberatung NRW. 2007 wurde er Mitarbeiter der Technischen Werke Burscheid und war zuständig für Beitrags- und Straßenrecht. In dieser Zeit hatte er an der Fernuni Hagen parallel noch ein BWL-Studium draufgesattelt, das er 2009 abschloss. 2010 kam dann das Rathaus ins Spiel: Baack wurde mit der Aufgabe „Steuerungsunterstützung“ für Bürgermeister und Kämmerei eingestellt. 2017 folgte eine Umsetzung zum Stab für Stadtentwicklung, Umwelt und Liegenschaften. Die Leitung dieses Fachbereichs übernahm er im Juni 2020 und avancierte zum Allgemeinen Vertreter des Bürgermeisters.

Und nun kommt die neue Aufgabe als Beigeordneter hinzu. Sie gilt als Schlüsselposition: Ein Beigeordneter ist nach dem Gemeindeverfassungsrecht der engste Mitarbeiter des Bürgermeisters und ist seine ständige Vertretung, nicht nur im Fall von dessen Abwesenheit. „Über das Vertrauen, das mir alle sechs Ratsfraktionen uneingeschränkt entgegenbringen, freue ich mich sehr. Und auch darauf, die Stadt in meiner neuen Funktion mitgestalten zu dürfen“, sagt der frisch Gewählte.

Hintergrund

Beigeordnete werden auf Zeit gewählt: für die Dauer von acht Jahren. Die Wahl erfolgt in öffentlicher Sitzung, weil sie nicht als Personalangelegenheit in geschäftsordnungsmäßigem Sinne gilt. Abgestimmt wird offen, außer, es wird geheime Abstimmung beantragt.

„Über das Vertrauen, das mir alle sechs Ratsfraktionen uneingeschränkt entgegenbringen, freue ich mich sehr. Und auch darauf, die Stadt in meiner neuen Funktion mitgestalten zu dürfen.“

Marc Baack

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