Lob für die RGA-Serie „Natürlich nachhaltig“

Valeria Schulte-Niermann (v. l.), Katharina Birkenbeul und Alexandra Dulinski stellten ihr Serienformat „Natürlich nachhaltig“ beim Bergischen Medienabend Journalisten aus ganz Deutschland vor. Foto: Christian Beier
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Valeria Schulte-Niermann (v. l.), Katharina Birkenbeul und Alexandra Dulinski stellten ihr Serienformat „Natürlich nachhaltig“ beim Bergischen Medienabend Journalisten aus ganz Deutschland vor.

Von global zu lokal: Wie Klimajournalismus im Kleinen funktionieren kann

Von Leon Hohmann

Solingen Die Klimawende war vor der Pandemie das größte Problem der Deutschen. Das gaben einmal fast 60 Prozent der Wahlberechtigten an. Doch aktuell rangiert es hinter der Bewältigung der Corona-Krise weit abgeschlagen mit 29 Prozent. Das geht aus dem aktuellen Politbarometer der Forschungsgruppe Wahlen hervor.

Doch Nebeneffekte der Lockdowns – Delfine, die in Venedig gesichtet wurden und Natur, die sich vom Menschen erholt hat – zeigen, wie wichtig das Thema Globale Erwärmung bleibt. Nicht nur für die Gesellschaft, auch für den Journalismus. Eine Aufgabe, der sich Solinger Tageblatt und Remscheider General-Anzeiger seit September intensiv stellen: mit der Serie „Natürlich nachhaltig.“ Lob für Idee und Umsetzung durch die jungen Journalistinnen Katharina Birkenbeul, Alexandra Dulinski und Valeria Schulte-Niermann gab es bei einem digitalen Bergischen Medienabend. Der Treff wurde ausgerichtet vom Bergischen Journalistenverein im Deutschen Journalisten-Verband, die Teilnehmer schalteten sich aus ganz Deutschland zu.

„Es gibt nur ganz wenige Initiativen, die lokal ein Format zum Klimajournalismus entwickelt haben“, hebt Frank Sonnenberg, Vorsitzender des Bergischen Journalistenvereins, das Engagement hervor. „Es ist wichtig, dass sich Lokaljournalisten diesem Thema annehmen“ – auch, um eine gesellschaftliche Diskussion anzustoßen.

Die Arbeit der Serienmacherinnen ist dabei keine einfache, wie sie berichten. Wer über Nachhaltigkeit schreibe, dürfe keinen Aktivismus betreiben, sagt Valeria Schulte-Niermann. „Wir können niemandem etwas vorschreiben. Aber wir können Nachhaltigkeitskonzepte hier in der Region vorstellen und zum Ausprobieren anregen.“

Schon Kleinigkeiten können helfen, nachhaltiger zu leben, haben sie nicht nur herausgefunden, sondern auch ausprobiert. Zum Beispiel unverpackte Lebensmittel und gebrauchte Kleidung zu kaufen, oder weniger mit dem Auto zu fahren. So ergänzen immer wieder Selbstversuche die Berichterstattung zu Nachhaltigkeitsprojekten in der Region. Es sind nicht nur die herausstechenden Ereignisse wie ein Hochwasser oder ein Sturm, sondern auch die kleinen Dinge, die die Serienmacherinnen bewusst in den Blick nehmen. Denn, so fasst es der Journalist und Meteorologe Frank Böttcher in einem Impulsvortrag zum Medienabend zusammen: „Auch 12 Grad und Nieselregen ist Klimawandel.“

Dabei haben nachhaltige Ideen im Lokalen einen anderen Stellenwert als global, haben die drei Journalistinnen festgestellt. Beispiel Second-Hand-Läden: Sie seien in besonders großen Städten erfolgreicher als etwa im Bergischen, berichtet Katharina Birkenbeul. Gerade, weil die Lage vor Ort oft eine andere ist, rennen sie bei ihren Recherchen oft offene Türen ein, berichtet Alexandra Dulinski. „Immer, wenn wir von unserer Serie berichten, sind die Ansprechpartner begeistert.“

Serienmacherinnen nehmen viel für ihre Arbeit mit

Begeistert von „Natürlich nachhaltig“ – das sind auch die Zuhörerinnen und Zuhörer des Medienabends. „Chapeau für diese Initiative“, lobt etwa Corinna Dönges, Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit an der Bergischen Universität Wuppertal. „Die Serie ist eine tolle Arbeit. Bleibt auf jeden Fall daran“, sagt Bettina Jürgens, freie Journalistin und Kassiererin im Bergischen Journalistenverein, an die jungen Kolleginnen gerichtet.

Wie lange genau die Serie noch läuft, wissen die drei Macherinnen nicht. Themen gibt es auf jeden Fall genug. Schon jetzt aber steht für Birkenbeul, Dulinski und Schulte-Niermann fest: Sie nehmen viel mit aus der Serienarbeit – sei es der „Konsum ohne schlechtes Gewissen“ im Privaten oder die Herangehensweise an komplexe, globale Zusammenhänge im Beruflichen. Und das werden sie sicherlich in Zukunft brauchen. Denn, so Meteorologe Böttcher: „Der Klimawandel begleitet uns noch die nächsten 200 Jahre – mindestens.“

Übersicht: Alle Serienteile gibt es im Internet zum Nachlesen.

www.rga.de/nachhaltig

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