Bürgermeister-Schmidt-Straße

Linden werden für Bauarbeiten gefällt

Sie müssen weichen: Die drei Linden an der Bürgermeister-Schmidt-Straße werden gefällt.
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Sie müssen weichen: Die drei Linden an der Bürgermeister-Schmidt-Straße werden gefällt.
  • VonNadja Lehmann
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Grüne scheitern im Stadtrat mit ihrem Antrag zum Erhalt der Bäume.

Burscheid. Tatenlos zusehen, wie drei alte Linden gefällt werden? Das wollten Burscheids Grüne auf keinen Fall und kämpften um die Bäume an der Bürgermeister-Schmidt-Straße. Diese sollen den dortigen Bauarbeiten weichen. Entstehen soll an der Bürgermeister-Schmidt-Straße ein Verkehrsknoten mit Haltestelle. Dieser ersetzt den Knotenpunkt an der Montanusstraße, der aufgegeben wurde und überbaut werden soll. „Wir fordern eine intelligente verkehrstechnische Lösung in Form einer Ampelregelung, halten aber auch eine Einbahnregelung für vertretbar, weil es sich nur um eine temporäre Baustelle handelt, die keinesfalls die Fällung alter Bäume rechtfertigt“, begründeten die Grünen ihren Vorstoß in ihrem Antrag und plädierten für den Erhalt der drei Linden auf der Mittelinsel. Allerdings vergeblich. Im Stadtrat erteilten die Politiker mehrheitlich dem Antrag eine Abfuhr und sprachen sich für eine gleichwertige Ersatzpflanzung nach Beendigung der Bauarbeiten aus.

Baumaßnahmen sollten ursprünglich zeitgleich stattfinden

Die Bauarbeiten sind schon angelaufen. Zumindest ein Teil. Denn die Energieversorgung Leverkusen (EVL) verlegt derzeit Leerrohre vom Umspannwerk Bürgermeister-Schmidt-Straße (neben dem Kultur-Badehaus) über die Bürgermeister-Schmidt- und die Geilenbacher Straße bis zum Gewerbegebiet Straßerhof. Im Bereich Altenberger Straße ist das bereits geschehen; im nächsten Schritt kommt die Querung hinüber auf die andere Seite der Bürgermeister-Schmidt-Straße. Hintergrund: Das Gewerbegebiet Straßerhof hängt nur an einer Stromleitung. „Durch den Zuzug und die Fertigstellung weiterer Betriebe sowie deren Anschluss ans Stromnetz könnte es zum Zusammenbruch der Stromversorgung kommen“, warnt die Stadtverwaltung in der Beschlussvorlage. Die Arbeiten der EVL seien mithin dringend notwendig. Stromversorgung plus künftiger Mobil-Knotenpunkt – ursprünglich sollten die Baumaßnahmen von Stadt und EVL zeitgleich stattfinden.

Deshalb hatte man sich bereits im vergangenen Jahr zusammengesetzt, um denkbare Umleitungen und verkehrsverträgliche Lösungen während der Maßnahmen zu erarbeiten. Einer Baustellenampel wurde damals schon eine Absage erteilt, weil dann zwei Ampeln sehr rasch aufeinandergefolgt wären und die Staugefahr vergrößert hätten. Auch eine Einbahnstraßenregelung fiel durch: Sie hätte die nahe gelegene Feuerwache beeinträchtigt und verhindert, dass die Einsatzkräfte es in den obligatorischen acht Minuten schaffen, am Einsatzort anzukommen.

Somit gerieten schon 2021 Mittelinsel und Linden ins Visier. Als nun die Grünen ihr Veto einlegten, prüften Stadt und EVL erneut Alternativen. Variante 1 setzte auf eine Ampel im Baustellenbereich. Das hätte zur Folge gehabt, dass Autos aus der oberen Hauptstraße nur nach rechts hätten abbiegen können und Fahrer und Fahrerinnen aus Richtung Kämersheide über Pfarr-, Bismarckstraße und Im Hagen umgeleitet worden wären. „Kaum umsetzbar“, urteilten die Verkehrslenkung des Kreises und die Kreispolizei: Die Verkehrsbelastung im Umleitungsbereich wäre zu hoch und durch das damit verbundene absolute Parkverbot auf der Jahnstraße würde sich der Parkdruck der dortigen Anwohner erhöhen.

Variante 2 spielte Einbahnstraßenregelung durch

Variante 2 spielte eine Einbahnstraßenregelung in Richtung Leverkusen durch. Mit großen Folgen für die mittlere Hauptstraße. Dort wäre mit dem gegenläufigen Radverkehr erst einmal wieder Schluss gewesen, weil dort nämlich der Busverkehr in Richtung Kaltenherberg durchgerollt wäre. Auch das hielt die Verkehrslenkung für bedenklich: Zum einen sah sie mögliche Gefahrensituationen zwischen Fußgängern und Bussen voraus, zum anderen mögliche Belastungsschäden an der gerade erst fertiggestellten mittleren Hauptstraße – durch rund 70 Busse täglich, von denen einer bis zu 30 Tonnen wiegt.

Kurzum: Auch im zweiten Anlauf blieb der Blick der Stadtverwaltung erneut auf Linden und Mittelinsel haften. Und die Kommunalpolitiker (bis auf zwölf Gegenstimmen und eine Enthaltung) folgten im Stadtrat diesem Blickwinkel. Die Linden werden gefällt, die Mittelinsel wird zurückgebaut und für den Verkehr überfahrbar gemacht.

Übrigens: Als „unvermeidlich“ hatten Stadt und EVL in ihrer zweiten Gesprächsrunde die Fällung schon allein wegen der Leitungsverlegungen eingestuft. „Da Straßen NRW Straßenbaulastträger ist, könnte die Baumfällung auch ohne Zustimmung der Stadt durchgeführt werden“, heißt es in der Beschlussvorlage.

Berg- oder Feldahorne sollen als Ersatz her

Nach Abschluss der Bauarbeiten gibt es dann auch neue Bäume: In Abstimmung mit Straßen NRW werden aus der Baumschule drei, für den Straßenraum geeignete und gleichwertige Exemplare geordert. Die Stadtverwaltung schlägt Berg- oder Feldahorn vor. Kosten: zwischen 6000 und 7500 Euro. Und die Mittelinsel wird nach den Bauarbeiten ebenfalls wieder wie gewohnt hergerichtet.

IEHK organisiert Busverkehr neu

Die Neuorganisation des Busverkehrs gehört zu den wesentlichen Aspekten des Verkehrskonzepts im Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzept (IEHK). Demnach erfüllt der Standort an der Bürgermeister-Schmidt-Straße nicht nur die flächenmäßigen Voraussetzungen, sondern vereinfacht für die Verkehrsbetriebe das Einhalten der Taktzeiten. „Aufgrund der Nähe zur Innenstadt kann damit auch das Zentrum weiter gestärkt werden“, heißt es im IEHK.

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