„Limiter“ vermitteln Sicherheit auf dem Motorrad

Ralph Geeven von der Direktion Verkehr und Unfallprävention der Polizei Wuppertal (l.) weiß um die Gefahren des Motorradfahrens. Sein Wissen gibt er an Motorradfahrer weiter. „Limiter“ wie Matthias Marsch unterstützen ihn dabei. Foto: Stephanie Licciardi
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Ralph Geeven von der Direktion Verkehr und Unfallprävention der Polizei Wuppertal (l.) weiß um die Gefahren des Motorradfahrens. Sein Wissen gibt er an Motorradfahrer weiter. „Limiter“ wie Matthias Marsch unterstützen ihn dabei. Foto: Stephanie Licciardi

Unfallprävention der Polizei muss dieses Jahr ausfallen – alle geführten Touren wurden abgesagt

Von Stephanie Licciardi

Der Sommer steht in den Startlöchern und draußen röhren die Motoren und quietschen heiße Reifen. Hier aufklärend tätig zu sein, ist die Welt der „Limiter“, die mit ihren Maschinen seit rund 20 Jahren „on Tour“ durch das Bergische Land sind.

Die Landstraßen kennen passionierte Motorradfahrer wie Matthias Marsch fast wie ihre eigene Westentasche. Und sie handeln getreu dem Motto: „Am Limit lenkt der Zufall“. „Limiter“ wissen: Nur wer sich des technisch und körperlich Machbaren bewusst ist, minimiert Unfälle im Straßenverkehr und gefährdet weder sich noch andere Verkehrsteilnehmer.

„Killer Nummer 1 ist die Geschwindigkeit.“

Ralph Geeven, Polizei Wuppertal

Die geführten Touren im Rahmen der Verkehrssicherheitstage schulen Jahr für Jahr das Bewusstsein hunderter Motorradfahrer. Doch 2020 hat Covid-19 erstmals für einen Stopp gesorgt. Ralph Geeven von der Direktion Verkehr und Unfallprävention der Polizei Wuppertal: „Pünktlich zum Saisonauftakt kam der Lockdown, daher haben wir schweren Herzens alle Touren sowie die Verkehrssicherheitstage abgesagt.“

Das Motto ist für Ralph Geeven und „Limiter“-Kollege Matthias Marsch keine leere Worthülse, es ist eine Lebenseinstellung – und zugleich eine Versicherung. „Nämlich sicher nach Hause zu kommen“, sagt Ralph Geeven. Der Verkehrspolizist weiß um die Risiken von Motorradfahrern im Straßenverkehr. „Der Killer Nummer 1 ist die Geschwindigkeit“, erklärt er. Bei Motorradfahrern liege das Risiko, schwere oder tödliche Verletzungen bei einem Unfall zu erleiden, deutlich höher als bei Autofahrern. Unfälle können ebenso beim Abbiegen oder Wenden passieren sowie durch ein Übersehen werden.

Daher setzen die „Limiter“, rund 360 ehrenamtliche Fahrer aus allen Teilen des Landes Nordrhein-Westfalen auf Prävention. Vom Wiedereinsteiger, blutjungem Neuling bis zum passionierten Ganzjahresfahrer, das Netzwerk hält ein buntes Portfolio mit den Verkehrssicherheitstagen und geführten Touren bereit. Gerade zum Saisonauftakt im Frühjahr sei es besonders wichtig, wieder sicher „in Fahrt“ zu kommen.

„Motorradfahren ist eine anspruchsvolle Sache“, weiß Matthias Marsch. „Nur wer wirklich versiert im Bereich der Fahrpraxis ist, sprich, seine Maschine gut kennt und weiß, was die Technik hergibt, ist sicher unterwegs.“ Ein Phänomen beobachten beide seit einiger Zeit: Die Zahl der Führerschein-Neulinge geht zurück. „Unsere Tour-Gruppen bestehen meistens aus älteren Fahrern. Natürlich richtet sich das Angebot an alle Altersgruppen, dennoch beobachten wir einen leichten Rückgang an jüngeren Fahrern.“

Geeven und Marsch mutmaßen, dass eine verbesserte Infrastruktur dazu beiträgt, dass der Führerschein mit 18, ob für das Auto oder Motorrad, nicht mehr gefragt ist. „Es ist nicht mehr wie früher, als man mit Erreichen der Volljährigkeit auch den Führerschein in der Tasche haben wollte“, lacht „Limiter“ Matthias Marsch.

Der Zweirad-Sicherheitstrainer zählt zu den Gründervätern. Sein Hobby sei mehr als „Gefühl von Freiheit“, meint er. „Es ist schwer in Worte zu fassen, man muss es selbst erleben.“ Die Kooperation mit der Wuppertaler Polizei ist deutschlandweit beispiellos, meint Marsch.

50 Teilnehmer bei Sicherheitstagen wären ein zu hohes Risiko gewesen

Für die abgesagten Verkehrssicherheitstage haben die Organisatoren viel Verständnis erhalten. Das Risiko, die Touren mit bis zu 50 Teilnehmer stattfinden zu lassen, war ihnen zu hoch. „Es geht ja nicht nur um das Fahren, da wäre der Mindestabstand gegeben. Bei den Pausen wäre es nicht nur schwierig geworden, ein Lokal zu finden, sondern auch einen Austausch untereinander im Rahmen der Maßnahmen zu organisieren.“ Geeven hofft: „2021 werden wir aber wieder durchstarten.“

Hintergrund

Die „Limiter“ sind ein landesweit agierendes Netzwerk, das seit 2000 in enger Kooperation mit dem Polizeipräsidium Wuppertal zusammenarbeitet. Zum Start in die Motorradsaison informieren „Limiter“ und Polizei rund um die Sicherheit im Straßenverkehr. Für Motorradfans werden Touren durch das Bergische Land wieder 2021 angeboten. Informationen:

limiter-inside.de

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