Die Leser kommen mit den Corona-Regeln gut zurecht

Viel Zeit am Schreibtisch bleibt Büchereileiterin Yulia Farbischewski jetzt nicht mehr, die Leser sind wieder da. Archivfoto: Nadja Lehmann
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Viel Zeit am Schreibtisch bleibt Büchereileiterin Yulia Farbischewski jetzt nicht mehr, die Leser sind wieder da. Archivfoto: Nadja Lehmann

Seit Ende April hat die Bücherei an der Hauptstraße wieder geöffnet

Von Nadja Lehmann

Seit vergangener Woche Montag ist die Stadtbücherei wieder geöffnet. Doch vieles hat sich verändert. Oder hätte man sich zuvor je vorstellen können, dass man eine Bücherei mit Schutzmaske betritt?

Das Entscheidende aber ist: Die Türen stehen den Leseratten wieder offen. Behutsam startete das Bücherei-Team die Wiedereröffnung. „Wir hatten am ersten Tag nur drei Stunden geöffnet“, berichtet Leiterin Yulia Farbischewski. Der ganz große Ansturm sei ausgeblieben, 16 Leser hätten den Weg in die Hauptstraße gefunden. Für Farbischewski keine wirkliche Überraschung: „Mit der kontaktlosen Ausleihe hatten wir die Woche zuvor schon begonnen, und der Rückgabekasten war ebenfalls da.“ Und dieser sei täglich stets gut gefüllt gewesen, wie sich das Team bei der täglichen Leerung überzeugen konnte. Schon an den Folgetagen stieg die Kundenanzahl deutlich an: Am vergangenen durchgängig geöffneten Donnerstag pilgerten 40 Leser durchs Haus. „Und viele hatten während der Schließung immer wieder angerufen, wann wir wieder zurück sind“, sagt Yulia Farbischewski.

„Mir haben meine Leser gefehlt.“

Yulia Farbischewski, Leitung

Eindeutig war jedenfalls, was den Lesern am meisten gefehlt hat: „Das Stöbern“, sagt Farbischewski wie aus der Pistole geschossen. „Das Sich-Miteinander-Unterhalten.“ Beides ist nun wieder möglich, allerdings in eingeschränktem Maße: Länger als 30 Minuten darf kein Leser bleiben, und es gelten Abstands- und Hygieneregeln. Zu denen gehört auch, dass der beliebte Treffpunkt, das Lesecafé, geschlossen bleibt. Auch die Kunden-PCs bleiben dunkel, und die Kinder dürfen nicht spielen. Yulia Farbischewski lobt ihre Leser: „Alle halten sich an die Regeln.“ Im Gegenzug drückt das Team, wenn es nicht mit den Abstandsregeln kollidiert, ein Auge zu, wenn ein Leser ein paar Minuten länger bleibt.

„Wir haben Glück, dass wir ein großes Haus sind“, sagt die Leiterin. Auch sie muss sich auf Veränderungen einstellen: auf das Tragen der Maske, auf die Spuckwände am Tresen, auf Abstandsstreifen. „Und es gibt keine Veranstaltungen und Führungen“, bedauert sie. Aber gottseidank wieder Leser. „Die haben nämlich mir gefehlt“, bekennt die Leiterin, die ihre Arbeit als „wie vor 20, 30 Jahren“ beschreibt, als die Büchereien reine Ausleih- und keine Aufenthaltsorte waren. Gerade diese Rolle aber sei immer wichtiger geworden: „Viele Stammleser suchen und brauchen Kontakt.“

Das fünfköpfige Team, inzwischen wieder komplett vor Ort, denkt derweil schon weiter. Zum Beispiel an den alljährlichen Sommerleseclub mit Kindern und Jugendlichen und der Abschlussparty. „Wir möchten das auch in diesem Jahr machen“, sagt Farbischewski, „wir wissen bloß noch nicht, wie.“

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