Kulturausschuss

Die Leser bleiben der Stadtbücherei treu

Gehört in der Stadtbücherei zu einem insgesamt fünfköpfigen Team: Leiterin Yulia Farbischewski an ihrem Schreibtisch. Archivfoto: Nadja Lehmann
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Gehört in der Stadtbücherei zu einem insgesamt fünfköpfigen Team: Leiterin Yulia Farbischewski an ihrem Schreibtisch.
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Leiterin Yulia Farbischewski berichtete im Kulturausschuss über das Geschäftsjahr 2019 und über aktuelle Entwicklungen.

Von Nadja Lehmann

Burscheid. Zwei Tonieboxen hatte Yulia Farbischewski gleich zur Demonstration mit ins Haus der Kunst mitgebracht: Denn die sind bei den jungen Kunden der Stadtbücherei der Renner. Stellt man eine Tonie-Figur auf die Box, folgen eine Geschichte oder ein Lied. „Wir hatten im vergangenen Jahr 296 Entleihungen“, sagte Yulia Farbischewski. „Die Kinder sind begeistert.“ Zehn Figuren besitzt die Stadtbücherei schon, weitere sollen folgen. Im Kulturausschuss berichtete die Leiterin der Stadtbücherei, wie das Jahr 2019 in der Einrichtung so aussah – aber auch, wie man aktuell mit Covid-19 klarkam und -kommt.

„2019 war sehr erfolgreich“, leitete Yulia Farbischewski ihren Vortrag ein. 1 243 aktive Nutzer wurden gezählt, 112 Veranstaltungen und 16 639 Besucher – eine Steigerung in allen Belangen im Vergleich zu 2018 mit 1 112 Nutzern, 103 Veranstaltungen und 15 986 Besuchern. Und was 2020 angeht: „Wir hatten einiges geplant“, sagte Farbischewski ein bisschen wehmütig. Aber: „Wir versuchen, in kleinen Schritten zurück zur Normalität zu finden.“ Heißt: Der Sütterlin-Lesekreis trifft sich wieder, die Literarischen Vormittage finden wieder statt, die Stadtbücherei beteiligt sich wieder am Lesefest „Käpt´n Book“. Und auch der Sommerleseclub trotzte der Pandemie.

„Wir haben die Kinder und die Jugend im Fokus“, sagte Farbischewski. So gingen Lesepaten in die Burscheider Grundschulen. „Auch Herr Caplan hat für die Vorschulkinder vorgelesen“, ergänzte Farbischewski mit einem Blick auf den Bürgermeister. Und die Stadtbücherei ging mit ihrem Projekt „Total Digital! Lesen und erzählen mit digitalen Medien“ an den Start, einem Programm des Deutschen Bibliotheksverbands. Im Oktober 2019 setzten sich in Burscheid 33 Kinder mit dem Thema „Grenzen“ auseinander, schlüpften in Figuren aus dem Buch „Hier kommt keiner durch!“, texteten eigene Geschichten und nahmen diese mit dem Anybook Reader auf. Außerdem begleitete eine kleine Gruppe von Kindern das Projekt mit der Kamera: Es entstand ein Film, der im Januar in der Stadtbücherei gezeigt wurde.

Die geplante Kundenumfrage verschiebt sich auf 2021

Für 2020 war eine Kundenumfrage geplant gewesen; diese wird auf 2021 verschoben. Klar ist aber, dass E-Learning und „Bergische Onleihe“ an Bedeutung gewinnen werden und schon gewonnen haben. Seit 2013 gehören die Burscheider der „Bergischen Onleihe“ an und können seitdem E-Books, E-Zeitschriften, Filme und Hörbücher jederzeit herunterladen. 300 E-Learning-Kurse können genutzt werden, das Programm soll bei entsprechender Nachfrage erweitert werden, so Yulia Farbischewski.

Seit Ende April ist die Stadtbücherei nach einem einmonatigen Lockdown wieder geöffnet: Maximal zehn Leser können gleichzeitig für 30 Minuten kommen; es gelten Hygiene- und Abstandsregeln sowie Einbahnstraßenverkehr. Erste Zahlen zeigen, dass die Burscheider ihrer Bücherei treu bleiben, dass die Bergische Onleihe aber verstärkt genutzt wurde.

Das Lesecafé bleibt geschlossen. Dennoch setzt die Stadtbücherei, wie Farbischewski deutlich machte, ihre Ausrichtung konsequent fort: Sie will als Bibliothek des 21. Jahrhunderts mehr sein als ein Bücheraufbewahrungsort. Vielmehr will die Burscheider Einrichtung – ebenso wie es die Öffentlichen Bibliotheken in ganz Deutschland propagieren – ein Ort der Vermittlung sein, will Zugang zu Informationen und Wissen verschaffen.

Sie will aber auch als Treffpunkt dienen, will ein Ort sein, an dem „der Nutzer auch Austausch und Unterhaltung findet“, wie Yulia Farbischewski hervorhob. Damit wird jede Bücherei zum viel zitierten „Dritten Ort“ der Nutzer – neben dem eigenen Zuhause sowie der Schule oder dem Arbeitsplatz.

Hintergrund

Personal: Das Bücherei-Team besteht aus insgesamt fünf Mitarbeitern: Carla Siebert, Birgit Henkel, Regine Vaillant, Uwe Grittner und Leiterin Yulia Farbischewski. Alle Mitarbeiter arbeiten in Teilzeit zwischen 10 und 27,5 Wochenstunden. 2019 lernten auch fünf Praktikantinnen und Praktikanten die Einrichtung kennen.

Bestand: Der Sachbuchbereich für Erwachsene wird verkleinert. Spezielle Fachliteratur kann aber nach wie vor gegen einen Kostenbeitrag über die Fernleihe bestellt werden. Die Bestandsreduzierung diene als Vorarbeit für das geplante Projekt, mit welchem der Sachbuchbestand zu Interessenkreisen zusammengefasst und die Allgemeine Systematik für Öffentliche Bibliotheken (ASB) in dem Bereich nicht mehr genutzt werden soll, so Yulia Farbischewski.

Förderverein: Die finanzielle Unterstützung durch den Förderverein ermöglicht es der Stadtbücherei, aktuelle Literatur und Zeitschriften-Zeitungsabos anzubieten.

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