Geburt

Leon ist ein echtes Burscheider Baby

Familie Horz (v. l.): Marlon (2),Papa Daniel, Mama Katja und Leon, der durch die Hausgeburt ein echtes Burscheider Baby ist. Foto: Doro Siewert
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Familie Horz (v. l.): Marlon (2),Papa Daniel, Mama Katja und Leon, der durch die Hausgeburt ein echtes Burscheider Baby ist.

Katja Horz hat ihren Sohn als Hausgeburt in Dierath auf die Welt gebracht.

Von Sabine Naber

Burscheid. Es ist schon etwas Besonderes, ein echter Burscheider zu sein. Der kleine Leon ist einer, denn er kam in seinem gemütlichen Zuhause in Dierath auf die Welt.

Im Gegensatz zu den meisten Müttern, die bei den ersten Wehen ins Krankenhaus nach Leverkusen Remscheid oder Köln fahren, riefen Katja und Daniel Horz am Morgen des 25. November die Hebamme an, nachdem in der Nacht die Wehen eingesetzt hatten. Der große Bruder Marlon, der zwei Jahre zuvor geboren worden war, wurde zu den Schwiegereltern gebracht. Und schon rund vier Stunden später erblickte Leon das Licht der Welt. Laut Eintragung beim Standesamt ist Leon das vierte Burscheider Baby.

„Die Hebamme hat an diesem Morgen auch die nötige Ruhe reingebracht.“
Mutter Katja Horz über die Hausgeburt

Die Hebamme Dagmar Bialek hat bereits zwei Hausgeburten in Burscheid begleitet. Dagmar Bialek aus der Opladener Hebammen-Praxis war auch schon bei der Geburt von Marlon da. „Aber bei ihm habe ich in Leverkusen im Krankenhaus entbunden. Wir haben dann noch eine Nacht dort verbracht, bevor uns mein Mann abgeholt hat“, berichtet Katja Horz (26) von ihrer ersten Geburt.

Dieses Mal habe die Hebamme sie jedoch gefragt, ob sie bei ihrem zweiten Kind Interesse an einer Hausgeburt habe. „Und ich fühlte mich ja nicht als Krankheitsfall. Hatte ja eine unkomplizierte, gute Schwangerschaft. Und Leon lag ja auch gleich richtig. Was sollte ich da im Krankenhaus. Und die Hebamme hat dann an diesem Morgen auch die nötige Ruhe reingebracht“, erläutert die Mutter den Grund ihrer Zustimmung zu der Hausgeburt.

Auf jeden Fall sei es die richtige Entscheidung gewesen. Denn die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie bringen es mit sich, dass der werdende Vater bei der Geburt nicht dabei hätte sein können. „Schon allein deshalb wäre ich nicht in die Klinik gegangen. Ich brauchte meinen Mann bei der Geburt zur mentalen Unterstützung. Und er war ja auch bei Marlons Geburt schon dabei“, erzählt die zierliche Mama, die mit dem vier Kilo schweren und 53 Zentimeter großen Leon nicht gerade ein Leichtgewicht zur Welt gebracht hatte. Der kuschelte sich während des Gesprächs müde und zufrieden an seine Mama, schien sich nicht im Geringsten durch Geräusche gestört zu fühlen. „Vier Stunden hält er inzwischen durch. Dann hat er wieder Hunger und ich muss ihn stillen“, weiß Katja Horz. Und streicht über seinen Kopf, der schon eine richtige Frisur aufweist. „Mit so viel Haaren ist er schon auf die Welt gekommen“, sagt die junge Mutter.

Die kleine Familie schläft gemeinsam in einem Zimmer. Das sei für alle die beste Lösung. Nicht zuletzt, weil Marlon hin und wieder Alpträume habe. Da sei es gut, wenn er vom Rest der Familie etwas hört, sich nicht alleine fühlt. „Und für mich ist es ja auch einfacher, wenn ich nachts nicht so viel laufen muss“, weiß auch die Mama das nächtliche Zusammensein zu schätzen.

Katja Horz wurde in Solingen geboren, ging später mit ihren Eltern in den Schwarzwald und ist der Liebe wegen zurück ins Bergische gekommen. „In Burscheid gefällt es mir auch besser als im Schwarzwald. Wir wohnen hier in Dierath ein bisschen außerhalb, aber die Lebensmittelgeschäfte kann ich innerhalb von zehn Minuten erreichen.“

Burscheider Baby

Babys, die in Burscheid geboren werden, gibt es so gut wie gar nicht mehr, seitdem die meisten Mütter zur Geburt ins Krankenhaus gehen: Denn dieses liegt mangels Anlaufstelle in Burscheid je nach Wahl in Wermelskirchen, Leverkusen, Remscheid, Köln. Und nicht in der Heimatstadt. Leon ist in diesem Jahr das vierte Baby, das in Burscheid als Hausgeburt zur Welt gekommen ist, und damit ein waschechter Burscheider.

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