Nachwuchs

Leni Lou ist das erste „Burscheider“-Baby 2021

Michaela Fastenrath hat das erste Burscheider Baby 2021 zur Welt gebracht: Leni Lou. Foto: Fastenrath
+
Michaela Fastenrath hat das erste Burscheider Baby 2021 zur Welt gebracht: Leni Lou.

Wegen einer Hausgeburt steht nun die Stadt als Geburtsort in der Urkunde.

Von Claudia Radzwill

Burscheid. Die kleine Leni Lou ist eine echte kleine Burscheiderin. Das ist schon etwas Besonderes. Ihre Mama hat zu Hause entbunden – in der amtlichen Geburtsurkunde steht demnach „Burscheid“ als Geburtsort. Eine solche Beurkundung kommt nur selten vor, da der Nachwuchs meistens in den Geburtskrankenhäusern der Nachbarschaft das Licht der Welt erblickt.

Leni Lou ist in diesem Jahr das erste Baby, das im Stadtgebiet zu Hause geboren wurde. 3470 Gramm wog Leni Lou bei der Geburt am 5. Januar und war 52 Zentimeter groß. „Um 1.14 Uhr in der Nacht war sie da“, berichtet ihre Mama Michaela Fastenrath. Knapp zwei Stunden habe die Geburt gedauert. Ihre Hebamme hatte sie seit den Abendstunden betreut, ihr Mann Matthias war bei der Geburt dabei. Die beiden großen Kinder hat Michaela Fastenrath in der Klinik entbunden.

„Ich selbst war entspannter.“
Michaela Fastenrath über die Hausgeburt

Bei Leni Lou stand schnell fest, dass es eine Hausgeburt werden soll. „Corona war dabei für uns nicht ausschlaggebend“, sagt sie. Doch als der Geburtstermin näher rückte, sei sie froh über diese Entscheidung gewesen. In der Corona-Krise gelten auch in Kliniken oft strenge Einschränkungen – im vergangenen Jahr wurde sogar der werdende Vater mancherorts aus dem Kreißsaal ausgeschlossen. Und auch, wenn Ehemann Matthias hätte dabei sein können: „Die Kinder hätten die Kleine aufgrund der Corona-Maßnahmen in der Klinik gar nicht besuchen dürfen.“

Die fünfjährige Elli haben die Eltern noch in der Nacht geweckt. „Etwas verschlafen hat sie ihre kleine Schwester begrüßt“, sagt die Mama. „Dann war sie aber hellwach.“ Elli war von Anfang an hin und weg von Leni Lou, berichtet Michaela Fastenrath. „Sobald Elli etwas hört, sagt sie gleich: Ich muss zur Leni.“ Auch der zweijährige Henri sieht immer wieder nach der Kleinen. Und: „Den Namen ,Leni‘ konnte er ganz schnell sagen.“

Schwangerschaftsgymnastik oder Geburtsvorbereitungskurse – all das, was normalerweise eine Schwangerschaft begleitet, ist in Pandemie-Zeiten schwierig. Michaela Fastenrath fand einen Geburtsvorbereitungskurs für Frauen, die bereits Mutter sind. Der wurde online abgehalten – an fünf Abendterminen über einen Social-Media-Kanal. „Es war anders, aber auch sehr schön und hilfreich“, sagt sie. „Ich habe viel Input und Tipps erhalten. Das hat mir geholfen.“ Auch, dass sie eine Hebamme fand, die sie liebevoll begleitete und jetzt noch betreue, tue ihr gut.

Im Nachhinein, sagt Michaela Fastenrath, war es für sie angenehm, während der Geburt zu Hause in einer vertrauten Umgebung zu sein. „Ich selbst war entspannter“, berichtet sie. Ausgeblieben sei auch der „Baby-Blues“. Bei den beiden anderen Kindern habe sie in den Tagen kurz nach der Geburt das – bei Müttern nicht seltene – Stimmungstief gehabt. Aber bei Leni Lou sei das anders. „Ich habe die ersten Tage damit gerechnet, das ein Tief kommt. Aber es stellte sich gar nicht ein.“

Familie Fastenrath genießt jetzt die Familienzeit. Während des zweiten Lockdowns sind auch die beiden Großen weitgehend zu Hause. Für Michaela Fastenrath bedeutet das sogar weniger Alltagsstress. „Wir können uns die Zeit einteilen und sind oft auf der Balkantrasse spazieren.“

Geburtsorte

Leni Lou Fastenrath ist in diesem Jahr das erste Baby, das als Hausgeburt in Burscheid geboren wurde – und in der Geburtsurkunde als Geburtsort „Burscheid“ stehen hat. Im Jahr 2020 wurden im Standesamt vier Anmeldungen „echter“ Burscheider Babys beurkundet, teilt Pressesprecherin Renate Bergfelder-Weiss mit. Hausgeburten wie die von Leni Lou sind im Stadtgebiet nach wie vor aber selten. Da es in Burscheid aber kein Geburtskrankenhaus gibt, kommen die meisten Babys auch nicht in der Heimatstadt zur Welt. Werdende Eltern fahren daher zur Geburt in die umliegenden Krankenhäuser nach Leverkusen, Remscheid oder Köln. Diese Städte sind dann als Geburtsort der Kinder eingetragen.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Stadtradeln-Star verzichtet ganz aufs Auto
Stadtradeln-Star verzichtet ganz aufs Auto
Stadtradeln-Star verzichtet ganz aufs Auto

Kommentare