Stadtentwicklungsausschuss

Am Kreuzweg: Leitungen erschweren Baumanpflanzungen

Die Straße Am Kreuzweg zweigt von der Straße Großösinghausen ab und soll auf mehr als 200 Metern Länge saniert werden. Archivfoto: Doro Siewert
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Die Straße Am Kreuzweg zweigt von der Straße Großösinghausen ab und soll auf mehr als 200 Metern Länge saniert werden.

Die Planungen für die Straße müssen angepasst werden. Das ist der aktuelle Stand.

Von Nadja Lehmann

Burscheid. Glücklich machen die Pläne für die Straße Am Kreuzweg die Anwohnerin nicht, die für diesen Tagesordnungspunkt als Besucherin in den Stadtentwicklungsausschuss gekommen ist. „Wir haben doch genug Grün“, sagt sie. „Ich finde es schön dort.“

Ihr Einwand komme jedoch zu spät, muss ihr der Ausschussvorsitzende Stefan Bublies (CDU) mitteilen. Denn die Frage, ob es Am Kreuzweg künftig mehr Grün geben wird, hat das Fachgremium bereits im Januar mit einem „Ja“ beantwortet – und sich dabei sogar in Teilen über die Bürgerbeteiligung hinweggesetzt. Denn die hatte mehr Grün, ähnlich wie nun die Anwohnerin am Dienstagabend im Haus der Kunst, ebenfalls nicht gewollt. Im Gegensatz dazu hatte die Politik sich für Baumscheiben ausgesprochen.

Wir können die Vorgaben nicht erfüllen.

Marc Baack, Fachbereichsleiter

Auf der Ausschusssitzung ging es nun aber um keinen Beschluss mehr, sondern um einen Sachstandsbericht zur Planung. Die musste sich nämlich der Realität geschlagen geben: Strom- und Telefonleitungen verhindern an mancher Stelle die Neuanpflanzung von Bäumen der sogenannten ersten Ordnung. Darunter versteht man große, schnellwachsende Bäume wie Rotbuche, Spitzahorn, Weißbirke.

„Wir können die Vorgaben nicht erfüllen“, musste Fachbereichsleiter Marc Baack auf der Ausschusssitzung einräumen. „Das liegt an den Leitungen. Strom- und Telefonleitungen liegen in rund 60 Zentimetern Tiefe.“ Lediglich an zwei Standorten, so hatte es das beauftragte Ingenieurbüro Brechtefeld und Nafe ermittelt, sei mit dem Einsatz von Wurzelfolien und durch „kleinere Umverlegungsarbeiten“ die Anpflanzung jeweils eines Baumes möglich. „Die übrigen Baumscheiben bepflanzen wir mit Sträuchern und Bodendeckern, die langsam wachsen“, erklärte Marc Baack. Denkbar sei auch der Einsatz von Bäumen der sogenannten dritten Ordnung. Baack nannte den amerikanischen Streifenahorn als Beispiel. Der wächst gemeinhin langsam und in Strauchform. „Er würde die Leitungen in 30 bis 40 Jahren erreichen“, prognostizierte Baack.

Die Verlegung oder Erneuerung der Leitungen stand nie zur Disposition; sie gehören nicht in die Baumaßnahme. Auch die beiden Standorte mit größeren Bäumen sind unter Vorbehalt, wie es die Mitteilungsvorlage betont: „Sollten bei der Bauausführung weitere Versorgungsleitungen im Bereich der Baumstandorte gefunden werden, können diese ebenfalls nicht realisiert werden.“ „Das ist der Primat der Strom- und Telefonversorgung“, so Baack. Heißt: Die Leitungen haben Vorrang.

Wie aber steht es um die Straßenausbaubeiträge? Noch tauchen sie in den Vorlagen mit rund 78 400 Euro auf. Nun aber plant die Landesregierung diese Abgabe zu kippen – und das sogar rückwirkend. „Wenn die Gesetzesänderung kommt, entfallen die Beiträge“, bestätigte Marc Baack im Ausschuss. Dann steige die bislang 50-prozentige Förderung durch das Land auf 100 Prozent. Und das werde dann auch entsprechend in die Vorlagen eingepflegt und in die Baumaßnahme übertragen: Davon gehe er jedenfalls aus.

Ursprünglich ging es schließlich um eine reine Straßenbaumaßnahme: Die Straße Am Kreuzweg nahe der A 1 hat eine in die Jahre gekommene Kanalisation, die erneuert werden muss. Dafür wird die Straße ohnehin aufgerissen. Geplant ist der Baubeginn zu Juni. Die Stadtverwaltung dachte praktisch und schlug der Politik vor, die Straße einer Neugestaltung zu unterziehen. So gibt es beispielsweise keinen Gehweg und eine Einfassung durch Bordsteine nur in Teilen. Auch die Bürger durften mitentscheiden.

Hintergrund

Entstehen soll eine Mischverkehrfläche, auf der Autos, Fußgänger und Radfahrer Platz finden. Da waren sich Politiker und Anrainer einig. Letztere wollten aber keine Baumscheiben und kein zusätzliches Grün. Die Politiker entschieden jedoch anders und votierten mehrheitlich für die Baumscheiben. Nun entpuppte sich nach einer Überprüfung die Realisierung schwieriger als gedacht.

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