Nachbarschaftliche Einrichtung

Leiterin möchte ein offenes Haus führen

Das Luchtenberg-Richartz-Haus begreift sich als nachbarschaftliche Einrichtung, die für alle Burscheider da ist. Erste vorsichtige Öffnungen gibt es wieder. Archivfoto: nal
+
Das Luchtenberg-Richartz-Haus begreift sich als nachbarschaftliche Einrichtung, die für alle Burscheider da ist. Erste vorsichtige Öffnungen gibt es wieder.

Im Evangelischen Altenzentrum Auf der Schützeneich sind alle Burscheider willkommen.

Von Nadja Lehmann

Birgit Hoferichter, Leiterin des Altenzentrums.

Birgit Hoferichter hält nichts von Abschottung. Ein offenes Haus möchte die Leiterin des Evangelischen Altenzentrums Auf der Schützeneich führen, sie begreift die Einrichtung als eine nachbarschaftliche, in der nicht nur Bewohner und Angehörige, sondern alle Burscheider willkommen sind. Die Corona-Pandemie schob dieser Offenheit einen unerbittlichen Riegel vor. Isolation musste im ersten Lockdown zur Regel werden. Eine harte Zeit. Hoferichter hat sich in den vergangenen Monaten nicht unterkriegen lassen. Doch derzeit atmet sie wirklich auf: „Ich blicke mit einer gewissen Zuversicht in die Zukunft.“

Fast alle Bewohner hätten sich impfen lassen, erzählt sie. Ebenso wie „eine große“ Zahl der Mitarbeiter. Gleichwohl geht Hoferichter mit vorsichtigen Schritten in Richtung Normalität. „Wir haben im Pilgerheim Weltersbach ja erlebt, was passieren kann“, blickt sie zurück. „Ich habe höchsten Respekt vor den Corona-Viren.“ Der Fall machte Anfang Mai Schlagzeilen: Obwohl alle Bewohner geimpft waren, kam es in dem Seniorenheim in Leichlingen zu einem größeren Corona-Ausbruch.

Deshalb öffnet Birgit Hoferichter ihr Haus nur ganz behutsam. „Wir werden die Angebote wieder vergrößern“, kündigt sie an. Welche das sein könnten, schwebt ihr zwar schon vor, doch sie will nicht zu viel Werbung machen. Will lieber klein anfangen und gucken, was geht. Alleinunterhalter sind bereits mal aufgetreten, und auch die Gottesdienste finden wieder statt, aber nur intern und ohne Gäste. „Allein das tut den Menschen schon gut“, sagt Hoferichter. Ebenso wie ihre Mitarbeiter hofft sie auf einen freundlichen Sommer: „Dann ist alles etwas entspannter.“

Vieles hat sich mittlerweile entspannt

Entspannter ist einiges jetzt schon. Denn immer weniger Besucher müssen sich Auf der Schützeneich testen lassen: „Viele haben inzwischen die zweite Impfung oder sind genesen“, sagt Hoferichter. Das Testen sei eine Belastung gewesen, auch wenn das Haus Unterstützung bekommen habe, sagt Hoferichter. Screening und Fiebermessung seien da bereits monatelang Vorschrift gewesen, der Screening-Dienst gehöre heute noch dazu. „Jeder Besucher wurde erfasst“, sagt Hoferichter. Es war die Zeit, in der sie auf externe Hilfe in Form des Freiwilligenregisters des Landes zurückgriff. „Und auf einen Artikel in der Presse sind zwei Menschen zu uns gekommen, die uns helfen wollten“, erzählt sie lächelnd. Das habe auch das hauseigene Team motiviert: „Es war ein Geben und Nehmen.“

Und ein langer Weg. „Anfangs haben wir Zelte aufgebaut, in denen man sich 20 Minuten lang treffen konnte“, erinnert sich die Leiterin. Die ersten Schritte aus der Isolation heraus. Die ist inzwischen Geschichte. „Die Bewohner besuchen sich, und sie bekommen Besuch“, beschreibt Hoferichter. „Es ist wieder mehr los.“ Das gelte auch für die Kurzzeitpflege: „Sie wird verstärkt nachgefragt. Die Menschen machen wieder erste Urlaube, suchen Betreuung für Angehörige.“

„Anfangs haben wir Zelte aufgestellt, in denen man sich 20 Minuten treffen konnte.“

Birgit Hoferichter, Altenzentrum

Und doch nimmt Birgit Hoferichter aus den vergangenen, nicht immer leichten Monaten auch etwas mit: den Mut zur Improvisation. Das Wissen, dass das Team über sich hinauswachsen kann, dass einzelne Mitarbeiter ganz neue Fähigkeiten offenbarten. „Zu Weihnachten und Ostern haben wir etagenweise gefeiert, mal mit Weihnachtsmann, dann mit Osterhase. Nicht im ganz großen Rahmen wie sonst. Der einzelne hatte sogar mehr davon, wurde wahrgenommen. Das werden wir beibehalten“, plant Hoferichter.

Und so sieht das diesjährige Sommerfest gleich etwas anders als sonst. Es werden nämlich gleich drei Sommerfeste sein, für jeden Wohnbereich eines. Draußen auf der Terrasse.

„Wir hatten auch großes Glück“, betont die Leiterin des Luchtenberg-Richartz-Hauses. Zwei Bewohnerinnen seien positiv getestet worden und in Quarantäne gewesen. „Sie haben es gut überstanden. Alle sind an Bord“, sagt Hoferichter. Und das gilt auch für die Mitarbeiter. 143 sind es insgesamt.

Altenzentrum

Zahlen: 143 Mitarbeiter – in Voll- und Teilzeit – sind im Evangelischen Altenzentrum Luchtenberg-Richartz-Haus Auf der Schützeneich tätig. In der Einrichtung leben 109 vollstationäre Bewohner. In der Kurzzeitpflege werden derzeit 18 Menschen, in der Tagespflege 14 Menschen betreut. Träger ist die Rheinische Gesellschaft für Diakonie.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Technische Werke erhalten neue Struktur
Technische Werke erhalten neue Struktur
Technische Werke erhalten neue Struktur
Gut Landscheid bietet Schnelltests an
Gut Landscheid bietet Schnelltests an
Gut Landscheid bietet Schnelltests an
Dürscheider kämpfen um eine neue Brücke
Dürscheider kämpfen um eine neue Brücke
Dürscheider kämpfen um eine neue Brücke

Kommentare