Leidenschaft zum Funken seit dem Kindesalter

Funkamateur Dieter Bussmann besitzt zahlreiche Funkgeräte. Sein Rufname lautet „DO 2 LEV“. Foto: Michael Corts
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Funkamateur Dieter Bussmann besitzt zahlreiche Funkgeräte. Sein Rufname lautet „DO 2 LEV“. Foto: Michael Corts

Dieter Bussmann braucht für sein Hobby ein großes Equipment

Von Michael Corts

„Echo-Victor, Echo-Victor“: Mit den Buchstaben E und V des internationalen Alphabets versucht Dieter Bussmann, auf sich aufmerksam zu machen. Gespannt verfolgt er die auf Niederländisch geführte Unterhaltung. Nein, er ist kein heimlicher Lauscher; mit dem Mikro in der Hand sitzt er vor einem seiner zahlreichen Funkgeräte und versucht mit den beiden letzten Zeichen seines Funkrufnamens „DO 2 LEV“ einen kurzen Gruß in die Runde der beiden Männer bei Groningen einzubringen. Die sind wie er Amateurfunker, aber so in ihr „QSO“ – so heißt die Abkürzungsformel für ein Funkgespräch – vertieft, dass der Kontakt von Pattscheid aus diesmal nicht zustande kommt.

„Echo-Victor, Echo-Victor.“

Funk-Versuch von Dieter Bussmann mit zwei Gesprächspartnern aus Groningen

Seit Bussmann dreizehn Jahre alt war, fasziniert ihn die Welt des drahtlosen Kommunizierens. Sein erstes 1-Kanal-Handgerät gab ihm schon Ansporn zum Experimentieren. War es damals der Versuch, mit einem Stück Draht an der Antenne die Reichweite zu erhöhen, so haben sich im Laufe der Jahre seine technischen Fähigkeiten und vor allem sein Gerätepark enorm erweitert.

Ein gutes Dutzend Feststationen für diverse Frequenzbereiche piepen, rauschen und blinken in seinem Funkraum. Auf mehreren Ständern und Aufhängungen präsentieren sich unterschiedliche Mikrofone. Verstärker, Messgeräte und zahlreiche Werkzeuge stehen auf Regalen bereit. Ab und zu hört man Gesprächsfetzen, mitunter Morsezeichen. Auf fünf über der langen Arbeitsplatte angeordneten Monitoren zeigen sich ständig verändernde Frequenzbänder, Mess-Säulen und Datenreihen in speziellen Funker-Internetprogrammen.

Die Fähigkeit, mit diesem eindrucksvollen Equipment richtig umzugehen, hat sich Bussmann selbst angeeignet. Als ADAC-Straßenwachtfahrer ist ihm technisches Verständnis aber auch nicht fremd. Vor Jahren, als die „Gelben Engel“ untereinander noch nicht per Handy, sondern über Funk verbunden waren, gehörte die Einrichtung und Wartung der Funkgeräte zu seinen Aufgaben.

Dieter Bussmann hat auch einige anmeldefreie CB-Stationen, aber seine Prunkstücke senden und empfangen im Kurz- und Ultrakurzwellenbereich mit bis zu 250 Watt Leistung. „Diese zugelassenen Funkgeräte darf jeder Bürger besitzen, aber nicht damit senden“, sagt Bussmann, und erklärt, dass man dafür eine Lizenz benötigt, eine Genehmigung der Bundesnetzstelle, die erst nach Lehrgang und Prüfung erteilt wird. Ebenso wie das individuelle, auf die Person ausgestellte Rufzeichen. Bussmann hat die E-Lizenz.

Dass die besten und stärksten Sendeanlagen nichts von sich geben, wenn nicht eine entsprechend dimensionierte Antenne vorhanden ist, macht ein Blick in den Garten der Familie Bussmann klar. 13 unterschiedliche Wellenangeln spannen und recken sich da durch die Luft. Vertikal aufgestellt, als Langdraht gespannt oder als Richtantenne motorisch zu positionieren, ermöglichen sie, dass zwischen Pattscheid-Linde und der restlichen Welt eine Verbindung aufgebaut wird.

Je nach Wetterlage und sonstigen atmosphärischen Rahmenbedingungen können das auch schon einmal Funkgespräche rund um den Erdball sein. Die weitesten Kontakte hatte Dieter Bussmann mit Funkamateuren in Australien, Brasilien, Chile, Venezuela und etlichen Staaten in den USA. Wobei ein Gespräch im klassischen Sinne meistens nicht erfolgt. Die Verbindung ist oftmals dünn und von kurzer Dauer. Der Kontakt beschränkt sich dann auf den Austausch der Rufzeichen, den Standort und die Gesprächs-und Empfangsqualität. „Wenn es gut läuft, informiert man sich noch über die vorhandene Technik und die Art der Station“, sagt Bussmann.

Mit wem beziehungsweise mit welcher Station Dieter Bussmann Kontakt hatte, wird protokolliert. Er erläutert: „Es gibt wohl noch die QSL-Karten, per Post zugesendete Bestätigungen einer erfolgreichen Funkverbindung, aber Standard ist die Archivierung in speziellen elektronischen Logbüchern in Form von Internetprogrammen. Der Computer ist deshalb unverzichtbar und verbindet und unterstützt die Funktechnologie.“

Dass die Leidenschaft zum Funken also kein verstaubtes Hobby ist und Menschen jedes Lebensalters ansprechen kann, möchte Dieter Bussmann gerne weiter publik machen. Er ist dazu auch im Verein organisiert. Bei den „Funkamateuren Golf 11 Leverkusen“ unter dem Dachverband des Deutschen Amateur Radio Clubs (DARC) trifft er sich mit Kollegen, fachsimpelt über technische Fragen und spinnt „Funkergarn“.

Einer von Bussmanns Bildschirmen macht auf sich aufmerksam und zeigt an, dass der Holländer wieder „QRV“, also sende- und empfangsbereit ist. Der Funker kann deutsch und reagiert auf Bussmanns Ansprache. Nach einem kurzen Austausch der technischen Werte verabschiedet man sich mit „73“ – was in der Funkersprache so viel bedeutet wie „Schöne Grüße – Good Luck“.

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