Bauern fürchten hohe Düngerkosten

Landwirte warten auf ausreichend Regen

Noch finden die Kühe ausreichend Futter auf ihren Weiden. Archivfoto: Roland Keusch 
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Noch finden die Kühe ausreichend Futter auf ihren Weiden. Archivfoto: Roland Keusch 
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Die Böden in Burscheid tragen noch Feuchtigkeit aus dem Januar und Februar.

Von Susanne Koch

Burscheid. Angekündigt wurden Regenschauern im März, April und Mai immer mal wieder. Doch, was bisher heruntergekommen ist, reicht auf Dauer nicht aus. „Eine so lange Trockenphase ist ungewöhnlich“, sagt Meteorologe Jürgen Schmidt vom Wetterdienst „Wetterkontor“. Die Folge: Die Böden sind viel zu trocken, die starke Sonneneinstrahlung trägt nicht dazu bei. Ein Landregen ist nicht in Sicht, allenfalls drohten Unwetter.

Noch empfindet Landwirt Detlef Dahlhaus es nicht so dramatisch. „Wir zehren noch vom Regen aus dem Januar und Februar“, sagt er. „Ich hoffe, dass jetzt die versprochenen Wetteränderungen kommen und mehr Regen fällt. Denn die fünf Liter von dieser Woche Montag reichen nicht aus.“

Der Grasnarbe merke man die Trockenheit schon an. Insgesamt sei die Natur etwa vier Wochen weiter entwickelt. „Wir haben den ersten Grasschnitt schon sehr früh gemacht“, sagt Detlef Dahlhaus. „Und wir nutzen noch Heu aus dem letzten Jahr. Da kommt uns jetzt das vergangene sehr gute Jahr entgegen.“ Wichtig wäre es, dass jetzt der versprochene Regen anhaltender fällt. „Sonst kommen wir wieder in Schwierigkeiten, was die Ernteeinträge, aber auch die Versorgung der Tiere angeht.“ Ob sich dieses Jahr zu einem Dürrejahr wie 2018 oder 2019 entwickelt, lasse sich derzeit nicht vorhersagen. Die Wasservorräte in etwa 30 Zentimetern Tiefe seien noch gut.

Wir sind froh, dass wir Jauche und Gülle nutzen können, die wir noch haben.

Detlef Dahlhaus, Landwirt

Kritisch sei die Situation auch an anderer Stelle. „Die Düngerpreise sind exorbitant gestiegen“, sagt Detlef Dahlhaus. „Vergangenes Jahr haben der Kilo Dünger noch 20 Euro gekostet, heute sind es 110 Euro. „Wir sind froh, dass wir Jauche und Gülle nutzen können, die wir noch haben.“

Die Böden in Burscheid und Leichlingen hätten zum Glück eine hohe Wasserspeicherqualität. „Es gibt andere Gegenden in Deutschland, da sieht die Situation jetzt schon ganz anders aus“, sagt der Bio-Landwirt Frank Paas. „Im Prinzip ist es aber auch hier zu trocken.“ Beim ersten Schnitt, der früher stattgefunden hat, als sonst, konnten die Landwirte gut ernten. „Es war eine ordentliche Menge in guter Qualität.“ Sorge bereite den Landwirten aber die gestiegenen Preise. „Die Futtermittelpreise gehen durch die Decke, der Dünger wird teurer, die Energiepreise steigen.“

Sowohl Detlef Dahlhaus als auch Frank Paas betreiben Viehzucht, mit jeweils über 100 Rindern. Frank Paas hat seinen Betrieb 2016 in einen Bio-Bauernhof umgestaltet. „Was wir brauchen, ist ausreichend Futter für unsere Tiere“, sagt Detlef Dahlhaus. Und Frank Paas ergänzt. „Wir tun alles dafür, um so viel wie möglich selbst anzubauen.“ Frank Paas sagt: „Ich höre von vielen Landwirten, dass sie sich schon Gedanken machen.“ Besonders durch den Ukraine-Krieg können Raps, Mais und Soja nicht aus der Ukraine geliefert werden. „Das ist ein Dilemma“, sagt Frank Paas.

Dass die Ernten hier in Deutschland noch nicht in Gefahr sind, sieht Agrar-Meteorologe Andreas Brömser vom Deutschen Wetterdienst. Eine längere Trockenheit könne zu Verzögerungen beim Pflanzenwachstum führen. Die Bezirksregierung stuft die Gefahr möglicher Waldbrände und Graslandfeuer als hoch ein. „Überall ist es staubtrocken. Uns fehlt massiv der Regen“, sagt Brandschutzexperte Frank Recktenwald. Nur 16 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge sei bisher gefallen. Beispielsweise im Sauerland habe es vor wenigen Tagen schon einen Waldbrand gegeben. „Wir bleiben optimistisch“, sagt Frank Paas.

Kontakt

Biobauernhof Frank Paas, Sieferhof 1,
Burscheid. Tel. (0 21 74) 6 37 17.
www.biohof-paas.de

Landwirt Detlef Dahlhaus, Hürringhausen,
Tel: (0 21 74) 6 29 48.

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