Aktion

Landwirte verschenken Bücher an Kita-Gruppen

Das Kita-Team freut sich über die Wimmelbücher (v. l.): Tugce Güler, Jan Willmanns, Clara Haurenherrn, Anne Müller-Kantelberg, und die Landwirte Frank Paas sowie Björn Herrmann
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Das Kita-Team freut sich über die Wimmelbücher (v. l.): Tugce Güler, Jan Willmanns, Clara Haurenherrn, Anne Müller-Kantelberg, und die Landwirte Frank Paas sowie Björn Herrmann.
  • Susanne Koch
    VonSusanne Koch
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Mit der Aktion soll auf das Leben in der Landwirtschaft aufmerksam gemacht werden

Burscheid. Einen Traktor, den hat er auch, der kleine Junge, der am Zaun der Kindertagesstätte Sterntaler steht und mit seinem Traktor den Zaun entlang fährt. Und dabei mit großen Augen nach draußen schaut. Denn dort tuckert der große Traktor von Frank Paas die Straße entlang und setzt sich in die Einfahrt vor die Elterninitiative. Jetzt ist der kleine Junge aber gespannt.

Frank Paas vom Biohof Paas steigt ab, begrüßt seinen Kollegen Björn Herrmann, der ebenfalls schon vorgefahren ist, und die Geschäftsführerin der Elterninitiative, Anne Müller-Kantelberg. „Wir von der Ortsbauernschaft Burscheid sowie vom Verein ‘Land schafft Verbindung‘ schenken jetzt in der Vorweihnachtszeit allen Gruppen der Burscheider Kindertagesstätten ein Wimmelbuch, das sich mit dem Landleben befasst“, sagt der Biobauer. „Das Buch ist vom Wimmelbuchverlag in Zusammenarbeit mit Landwirten erstellt worden.“

Es zeige die Länder der Bundesrepublik auf den Seiten und welche spezifischen Landwirtschaften in welcher Region zu finden sind. „Es sind beispielsweise Melkroboter zu sehen“, sagt Frank Paas, „und die melken die Kühe sauberer und perfekter als Menschen das könnten.“ Das sei nur ein Beispiel. „Uns ist es wichtig, dass die Menschen in Deutschland wieder ein realistisches und kein nostalgisches Bild von der Landwirtschaft bekommen“, sagt er. Björn Herrmann ergänzt: „Es sind viel zu viele alte Bilder über uns verbreitet, gerade auch in Bilderbüchern.“ Jedes Buch von Wimmel-Max und Wimmel-Biene enthält Hörbücher, die in einer Version für Kinder und für Erwachsene abrufbar. „So wird das Landwirtschaftsleben 2021 auch den Erwachsenen auf interessante Weise näher gebracht“, sagt Frank Paas.

Im Rahmen der Aktion „Ein Funken Hoffnung“, bei der in diesen Tagen bunt geschmückte Traktoren durch die Gemeinden fahren, um Zuversicht und Hoffnung in den Zeiten der Pandemie zu verbreiten, haben wir Burscheider Landwirte gedacht, mit diesen Wimmelbüchern den Kindern eine Freude zu machen“, betont Frank Paas.

„Wir haben drei Gruppen mit insgesamt 52 Kindern.“

Anne Müller-Kantelberg, Geschäftsführerin

Die Elterninitiative wurde 1993 gegründet. Mitgründungsmitglieder waren damals auch Frank Paas und seine Frau, die zur ersten Vorstandsmannschaft gehörte. „Wir haben drei Gruppen mit insgesamt 52 Kindern“, sagt die Geschäftsführerin Anne Müller-Kantelberg. „Im Team arbeiten 15 Erwachsene, davon elf im pädagogischen Bereich.“ Neun der 52 Kinder sind Inklusionskinder. „Wir waren von Anfang an eine Kindertagesstätte, die Kinder mit Behinderung auch aufgenommen hatte.“ Zusätzlich besuchen 12 U-Drei-Kinder die Einrichtung.

„Unser Ziel ist es, den Kindern die Sicherheit zu geben, sich selbst und andere als wertvoll annehmen zu können“, sagt Anne Müller-Kantelberg. „Wir entscheiden uns im Rahmen der inklusiven Arbeit bewusst für eine Gruppenstärkereduzierung, um die bestmögliche Betreuung für alle Kinder zu gewährleisten.“ Das Außengelände der Einrichtung ist groß und für die Unter-Zweijährigen wurde ein eigener Spielbereich geschaffen. Im LVR-Bericht von 2011 steht: „Nicht Gleichheit, sondern ein Recht auf Ungleichheit kennzeichnet die Vorstellung einer inklusiven Gesellschaft. Inklusion verfolgt das Ziel, dass sich alle Kinder entfalten können, egal auf welchem Entwicklungsniveau.“ „Und das ist unser Leitgedanke“, sagt die Geschäftsführerin.

Die Wimmelbücher werden schließlich auf dem Innengelände überreicht. „Cool“, sagt Tugce Güler. „Die werden wir uns gleich Mal ausgiebig angucken.“ Das bestätigt auch der Mitarbeiter Jan Williams. „Wir auf jeden Fall freuen uns sehr über die Aktion“, sagt Anne Müller-Kantelberg. „Und wir werden uns sicher mit Landwirtschaft befassen.“

Lichterumzug

Umzug 2020 konnte coronabedingt vieles nicht stattfinden. Da wurde die Idee „Ein Funken Hoffnung“ umgesetzt. „Und die geschmückten Traktoren, die über die Dörfer und in die Städte hineinfahren, kamen hervorragend an“, sagt Biobauer, Frank Paas. „Deshalb haben wir uns dieses Jahr zusammengesetzt und die Traktoren wieder fahren lassen.“ Weil Burscheid nicht dabei sein konnte in 2021 haben die Burscheider sich für die Bücher entschieden.

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