Aktion

Kunstwerke locken vor die Schaufenster

„Kunst im Schaufenster“: Werke von Dagmar Schulte (3. von rechts) schauen sich im Kosmetik-Studio in der Lindenpassage Edeltrud Stöcker, Lore Beckers, Renate Bernshausen, Dagmar Schulte, Roland Schwamborn und Gisela Kupferschmidt an. Foto: Doro Siewert
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„Kunst im Schaufenster“: Werke von Dagmar Schulte (3. von rechts) schauen sich im Kosmetik-Studio in der Lindenpassage Edeltrud Stöcker, Lore Beckers, Renate Bernshausen, Dagmar Schulte, Roland Schwamborn und Gisela Kupferschmidt an.

30 Jahre Kunst im Schaufenster: Neben ihrer Ware stellen Einzelhändler bis zum 2. Oktober Exponate aus

Von Ursula Hellmann

Burscheid. 30 Jahre „Kunst in den Schaufenstern“ – und hoffentlich nur ein bemerkenswertes Jubiläum innerhalb der Reihe von Jahren, die in gleicher Weise noch folgen werden! Diesen Wunsch äußerten sowohl Bürgermeister Stefan Caplan wie Remi Selbach, Vorsitzender der Wirtschafts- und Werbegemeinschaft „Wir für Burscheid“ anlässlich der Eröffnung des diesjährigen Rundgangs.

Die Laudatio für dieses spezielle Burscheider Event betraf diesmal in erster Linie das Herz und den Motor der Arbeitsgemeinschaft. Edelgard Stöcker hatte also ihre bereits vor Monaten getroffene Entscheidung wahr gemacht, sich als Koordinatorin der Aktion zurückzuziehen. Stöcker: „Natürlich gehe ich mit einem weinenden und einem lachenden Auge - aber ich schaue dankbar auf 24 sehr gern gelebte Jahre mit all ihren Anforderungen zurück. Für alle nun anstehenden Innovationen sage ich einfach mal: Ich bin ja nicht aus der Welt.“

„Für das gefühlsbetonte Wesen kam nur ein Name infrage: Pandemie.“

Cornelia Gisder

Punkt zwölf am Samstagvormittag waren auf dem Vorplatz vom Haus der Kunst alle Ausstellerinnen und Aussteller versammelt. Wie stets seit 2011 war das Junior-Orchester der OVH Hilgen unter Leitung von Heide Wendt für den feierlichen Teil der Eröffnung zuständig. Flotte Märsche und Musical-Hits gaben den Anstoß, die frischen Exponate in den Schaufenstern der Unternehmen mit sachkundigen Augen zu betrachten.

Unter den 24 Farb- und Leinwandexperten hob sich Cornelia Gisder mit anderen Objekten hervor. In dem fast freigeräumten „Lädchen“ kamen die Skulpturen aus Speckstein optimal zur Geltung. Die Bildhauerin aus Odenthal gestaltet am liebsten abstrakte Formen in harmonischer Linienführung und gibt ihnen fantasievolle Namen je nach ihrer Ausstrahlung. Welcher Titel steht unter der verzweifelt hingesunkenen Gestalt? Gisder: „Für das gefühlsbetonte Wesen kam nur ein Name infrage: Pandemie.“ Das bisher kompakteste Werk aus Cornelia Gisders Atelier wiegt 17 Kilo und ist 40 Zentimeter hoch. Außer dem Material Speckstein mit seiner großen Farbvielfalt verwendet Cornelia Gisder hier und da Gasbeton als Arbeitsgrundlage.

Auch Walter Dinges griff in seinen bis zu 1,20 mal 1,20 Meter großen Acrylgemälden den Zeitgeist und entsprechende Existenzängste plastisch auf, zu sehen an der Montanusstraße (Friseur Migu). In drei Unternehmen fanden jeweils zwei Aussteller Platz in den Auslagen.

Uhren Breidbach stellte die Fenster Renate Kleikamp und ihren dezent-pikanten Andeutungen in Acryltechnik zur Verfügung. Gleich daneben strahlen zarte Aquarelle von Gaby Appel Ruhe und Klarheit aus.

Einen Teil Schauflächen der Volksbank machten die mit leichter Hand festgehaltenen Naturszenen von Claudia Kubica zum Hingucker. Die versierte Künstlerin mit Schwerpunkt Aquarelltechnik stellt nicht nur in mehreren Räumen rund um Burscheid aus. Sie leitet seit 2009 einen Aquarellkurs der VHS Burscheid und seit 2011 Kurse in ihrem eigenen Atelier. Ihr Herzensprojekt initiierte sie bereits, als des Tricafé noch geöffnet war: Flüchtlingsfrauen aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern ermöglichte Kubica kreative Stunden mit therapeutischer Wirkung durch Malkurse unter ihrer Anleitung. Außer ihren Werken in Aquarelltechnik entstehen auch Kohle- und Bleistiftzeichnungen nach lebenden Modellen.

Die Einzelhändler als Aussteller gaben sich wiederum große Mühe, Exponate und eigene Dekoration so attraktiv wie möglich aufeinander abzustimmen.

Die Gespräche der Passanten vor den Fenstern gaben diesmal der geschickten Anordnung von Stoff-Zaubermaus einen Sonderpunkt. Maria Albertz neueste Gemälde in Acryl mit ausdrucksstarken Gesichtern und Tiermodellen waren umgeben von farblich sensibel dekorierten Verkaufsartikeln.

Unter den Bewunderern der Kunstwerke war auch Familie Scheibel aus Wuppertal. Josefin (9 Jahre) und Luisa (6 Jahre) wurden von ihren Eltern zum ersten Mal mit der Stadt Burscheid bekanntgemacht, in der ihr Papa als Bankangestellter tätig ist. Die Mädchen konnten gleich zwei Ausflugserfolge verbuchen: Die schönen Kunstwerke anschauen und dabei ihr eigenes Interesse am Malen und Gestalten bestätigt sehen.

Hintergrund

Die Kunstwerke werden bis Samstag, 2. Oktober, in den Schaufenstern zu sehen sein.

Der Kultursommer ging am Samstagsabend zum Kirchenkurven-Konzert über. „Greencard“, die Band bot ab 19.30 Uhr Evergreens und italienischen Esprit.

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