Jahresrückblick

Kultur kehrt unter freiem Himmel zaghaft zurück

Das Serenadenkonzert des Orchestervereins Hilgen läutet den Kultursommer ein: Die Burscheider genießen (trotz Schauer) einen entspannten Abend. Archivfoto: Doro Siewert
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Das Serenadenkonzert des Orchestervereins Hilgen läutet den Kultursommer ein: Die Burscheider genießen (trotz Schauer) einen entspannten Abend.
  • VonNadja Lehmann
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Jahresrückblick, zweiter Teil – Der Sommer

Burscheid. Der Verein „Hilgen lebt“ rund um seine Vorsitzende Waltraud Küpper konnte den Mai zwar nicht mit Party und Bowle begrüßen, stellte aber in Hilgens Mitte den Maibaum auf, schmückte die jungen Bäume an der Sparkasse und am Raiffeisenplatz. Zudem frischte der Verein den gemeinsam mit der Turngemeinde Hilgen 04 genutzten Schaukasten auf.

In der Innenstadt begann die Umgestaltung des Innenstadtpark West – auch als Alter Friedhof bekannt. Sichtbares Zeichen waren die Bauzäune, die aufgestellt wurden. Die Umgestaltung gehört zu den großen Baumaßnahmen, die im Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzept skizziert sind.

Die Umgestaltung des Alten Friedhofs an der Friedrich-Goetze-Straße beginnt: Das ganze Areal soll umgestaltet werden.

Zuwachs fürs Gewerbegebiet Straßerhof: Im Mai kündigte die SK Elektronik an, sich im kommenden Jahr in Burscheid ansiedeln zu wollen. Das Unternehmen gilt als Weltmarktführer im Bereich Immissionsüberwachung.

Alte Bäume sollen weichen? Die grüne Ratsfraktion horchte im Stadtentwicklungsausschuss auf, als es um die mittlere Hauptstraße ging. Für die inzwischen angelaufene Umgestaltung ist die Fahrbahn zu schmal. Die Bäume standen zur Disposition. Die Grünen schlugen nun vor, sie an neuem Standort wieder einzupflanzen. Ein Gutachten bescheinigte dem Antrag jedoch hohe Kosten und unsichere Erfolgsaussichten.

Zu Pfingsten stehen deutschlandweit die Mühlen obligatorisch im Mittelpunkt. Und natürlich ist auch die Lambertsmühle sonst mit dabei. Doch Ende Mai wurde der Deutsche Mühlentag abgesagt. Auch in der Lambertsmühle blieb es am Pfingstmontag still.

Politiker bringen Großprojekt auf den Weg

Um Pfingsten herum fingen aber erste Chöre ganz vorsichtig an, wieder miteinander zu proben. Unter freiem Himmel, wie die Kantorei und die Chorgemeinschaft Burscheid. Am Pfingstmontag sangen einige Kinder des Matthäus-Chörchen erstmals seit Monaten wieder zusammen.

„Ein ehrliches Brot wird sich immer durchsetzen“, sagt Richard Kretzer, und das bestätigte das Urteil der Brotinnung Bergisches Land: Fünf mal „sehr gut“ und vier Mal „gut“ lautete das Ergebnis für das Burscheider Unternehmen Ende Mai bei der Brotprüfung.

Die Politiker brachten ein Großprojekt auf den Weg: An der Montanusstraße sollen Vollsortimenter, Drogeriemarkt, Büros, Wohnungen und Piazza entstehen. Im Mai stellten sich Investor und Architekt in der Stadt vor.

In Hamburg setzte sich derweil ein junger begabter Burscheider durch: Tibor Perthel, der die Schule des Hamburg Ballett besucht, schaffte den Sprung in die Theaterklasse. Zuvor war er von der Konrad-Adenauer-Stiftung ausgezeichnet worden. In der Theaterklasse wird er seine tänzerische Ausbildung abrunden.

Dank des Corona-Konjunkturprogramms bekam Burscheid vom Land rund 203 000 Euro und steckte es in die Ganztagsbetreuung der drei Grundschulen: So erhielten alle drei Standorte neue Kühltheken.

Die Inzidenzwerte machten es möglich: Die Einzelhändler genossen wieder den Live-Kontakt zu ihren Kunden, und auf Gut Landschaft wurde die Außenterrasse geöffnet.

Ein schwerer Unfall ereignete sich Anfang Juni auf der A1, Anschlussstelle Burscheid: Ein 52-jähriger Kölner fuhr auf einen Sattelzug auf, wurde eingeklemmt und musste mit dem Rettungshubschrauber nach Köln gebracht werden. Es bildete sich ein kilometerlanger Stau, Ausweichstrecken waren überlastet.

Das Vitalbad öffnet nach 14 Monaten Schließung

Das Vitalbad eröffnete im Juni wieder – nach 14 Monaten Corona-Schließungszeit.

Der Kinderschutzbund trauerte um sein Vorstandsmitglied Det Junker: Vor allem für das Tricafé hatte sich der 70-Jährige eingesetzt. „Wir können ihn nicht ersetzen“, sagte Vorstandskollegin Heidi Neumann.

Für sein Buchprojekt über die „Verschwundenen Häuser“ war der Bergische Geschichtsverein bereits mit dem Heimatpreis der Stadt ausgezeichnet worden, im Juni kam auch der Preis auf Landesebene dazu. Zur Verleihung im August kam eigens NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach nach Burscheid.

Ende Juni feierte der Bergische Feierabendmarkt Premiere in Burscheid: Man teilt ihn sich mit Hückeswagen, Wipperfürth und Wermelskirchen.

Ein 44-jähriger Mann aus Langenfeld starb Ende Juni auf der Trasse in Höhe Burscheid: Der Skateboardfahrer hatte nach einem Überholmanöver die Kontrolle verloren, war gestürzt und seinen schweren Kopfverletzungen noch am Unfallort erlegen.

Die Stadt trauerte: Im Alter von 82 Jahren starb Gerd Pieper. Der langjährige Fraktionsvorsitzende der UWG gehörte zu ihren Gründungsmitgliedern und saß 45 Jahre lang im Stadtrat.

Anke Wischer hatte nicht mehr kandidiert: Im Juli übernahm Tilmann Werner den Vorsitz der Musicalischen Academie.

Feuerwehr ist pausenlos im Einsatz

Die historische Hochwassernacht im Juli: Alle Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr waren pausenlos im Einsatz. Kleine Nebenflüsse wurden zu reißenden Strömen. Als die beiden großen Knackpunkte entpuppten sich Großhamberg und Gut Landscheid, auch das Luisental wurde geflutet. Dennoch: „Wir haben mehr als Glück gehabt“, sagte Wehrsprecher Jens Knipper in einer ersten Bilanz. Mehr als 120 Einsätze wurden geleistet.

Das Kulturbadehaus wurde dank des Kulturvereins im Juli und August wieder zur Open-Air-Bühne: (L)a Capella trat ebenso auf wie Klarinettist Engelbert Wrobel, Sängerin Christina Rommel und das Tanzstudio Diwan El Shark.

Im August begann die Entkernung des Kramerhauses. Die Stadt hatte es nach langen Verhandlungen gekauft, um Platz für die Erweiterung der Stadtbücherei zu schaffen.

Die Sportlerehrung 2020 fand im August 2021 auf der Kuno-Hendrichs-Anlage statt: Sportlerin des Jahres 2020 war Judoka Maja Halfmann, Sportler des Jahres die beiden Handballschiedsrichter Maximilian Engeln und Felix Schmitz. Als Mannschaft des Jahres wurde die 1. Frauenfußballmannschaft der TG Hilgen geehrt.

Sportlerehrung ohne Virus-Gefahr: Unter freiem Himmel werden Burscheids Beste auf der Kuno-Hendrichs-Sportanlage für ihre Leistungen ausgezeichnet. Archivfoto: Stadtsportverband

Ende August feierte die Stadt „Internationales Burscheid“. Verein Burscheid-live hatte das Fest mit umfangreichem Bühnenprogramm organisiert.

Zeitgleich startete der Kultursommer: Fast wie vor Corona fühlte sich das Serenadenkonzert mit dem Orchesterverein Hilgen an, das mit seinem Programm „Helden und Halunken“ vor vollen Reihen spielte.

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