Künstlerischer Allrounder setzte Akzente

„Mann in Mauer“: Werner Bernhard galt als „bergischer Lebenskünstler mit vielen Talenten“. Foto: Eva Lüdorf
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„Mann in Mauer“: Werner Bernhard galt als „bergischer Lebenskünstler mit vielen Talenten“.

An Werner Bernhard erinnert unter anderem ein von ihm restauriertes Gemälde in der Evangelischen Kirche

Von Ursula Hellmann

Zeitzeugen – wie gut, dass es sie noch gibt! Augenzeugen einer Zeit und vom Leben hochbegabter Burscheider, die vielen nur noch vage aus eventuellen Erzählungen ihrer Großeltern bewusst sind. Eine Zeitzeugin, die sich detailgetreu an einen „bergischen Lebenskünstler mit vielen Talenten“ erinnert, ist Eva Lüdorf (98).

„Er war ein bergischer Lebenskünstler mit vielen Talenten.“

Eva Lüdorf über Werner Bernhard

Nach dem Tode seiner Ehefrau Grete (geborene Weigand) begann ein neuer Abschnitt im Leben des bergischen Allround-Künstlers und Handwerkers Werner Bernhard. 1975 wechselte er seinen Wohnort von Wermelskirchen in die Nachbarstadt Burscheid, zur Höhestraße 20. Eva Lüdorf freute sich mit ihm, dass seine künstlerischen Ambitionen auch von kommunaler Seite schon bald sehr geschätzt wurden.

24 Jahre war der geniale Erfinder eine Bereicherung für Burscheid

Sie verfasste im Jahr 2001 für den Bergischen Heimatkalender eine Biografie Bernhards. Welche Bereicherung der geniale Erfinder und Künstler in diesen 24 Jahren für Burscheid im engeren und weiteren Umfeld war, ist darin sehr ausführlich dokumentiert. Sie lässt sich nur schwer in wenige gedruckte Zeilen fassen.

Mit Erlaubnis der Autorin Eva Lüdorf, die den Nachlass des Malers verwaltet, sollen einige Ergebnisse seiner Ideen und Arbeiten erwähnt sein, die bis heute von prägender Bedeutung für unsere Stadt sind. Alte Gemälde und historische Rahmen– auch Bücher, insbesondere wertvolle Bibeln – fanden bei Werner Bernhard wieder ihre kostbare, ursprüngliche Gestalt.

Diese in der Jugend erlernte Technik führten auch die älter gewordenen Hände stets mit Liebe und präzisem Geschick aus. So hängt bis zum heutigen Tag im Entrée der evangelischen Kirche das vordem halb zerstörte und 1988 durch ihn restaurierte Gemälde „Die Auferweckung des Lazarus“.

Werner Bernhard arrangierte Ausstellungen seiner eigenen Werke, aber ebenso für Künstler-Kolleginnen und Kollegen. Unter anderem für die erblindete Malerin Erika Henseleit. Viele seiner grafischen Blätter von Alt-Burscheid, Schloss Burg und Altenberg vergab er an karitative Einrichtungen. Landschaften und typische Denkmäler erschienen sowohl in kräftigen Ölfarben wie in zarten Aquarellen. Seine Motive fand er außer rund um Burscheid in Finnland, Rom, Capri, Israel, der Sowjetunion und der ehemaligen DDR (seinerzeit Abenteuer pur!).

Großen Anteil nahm er am Projekt Lambertsmühle

Großen Anteil nahm Werner Bernhard auch am Projekt Lambertsmühle als zukünftigem Burscheider Museum. Interessiert begleitete er die Außen- und Innenarbeiten. 1992 erhielt er für seinen ehrenamtlichen Einsatz die Ehrennadel in Gold des Rheinisch-Bergischen-Kreises.

Aus seiner Lebenszeit in Wermelskirchen blieben Fotos und Akten als Beweis seiner breitgefächerten Handwerker-Ausbildung. Spektakulär war sein kurz nach Kriegsende selbstgebautes schweres Motorrad mit erstaunlichen technischen Neuerungen.

Was er hinterließ, ist wert, unvergessen zu bleiben

Auch seine Jahre als Direktor des Heimatmuseum Remscheid-Hasten erweiterten sein Engagement in vielen Bereichen.

Seinen 90. Geburtstag am 23. Oktober 1999 konnte er noch im Familienkreis feiern. In der Nacht zum 19. November verstarb Werner Bernhard zu Hause in Burscheid. Was er seiner „zweiten Heimat“ zugute hinterließ, ist wert, unvergessen zu bleiben.

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