Künstlergruppe interpretiert das „Leben im Sterben“

Hospiz-Koordinatorin Beate Heß hat bereits Bilder in Empfang genommen, die in der Hauptstraße 57 zu sehen sein werden. Foto: Doro Siewert
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Hospiz-Koordinatorin Beate Heß hat bereits Bilder in Empfang genommen, die in der Hauptstraße 57 zu sehen sein werden.

Ausstellung in den neuen Räumen des Ökumenischen Hospiz

Von Nadja Lehmann

Selbstständigkeit und die Erziehung zweier Kinder: Das hat Monika Rackwitz lange unter einen Hut zu bringen gewusst. Geholfen dabei hat ihr die Malerei. „Wenn ich zum Pinsel greife, vergesse ich die Zeit“, sagt sie. „Das war ein wichtiger Ausgleich.“ Jetzt, wo ihr Mann und sie nicht mehr täglich die Fahne bei „Elektro Busch“ hochhalten müssen, entdeckt sie ihr Hobby neu. „Es ist schön, wenn man etwas gefunden hat, das einem gut tut“, findet sie. Und vergisst nicht, ihren „tollen Mann“ zu erwähnen, der „mir das immer ermöglicht hat“. Denn selbst im größten Stress war ein Termin obligatorisch: das gemeinsame Malen mit den Mitgliedern der Künstlergruppe „7 Art“.

Jetzt findet die Gruppe, um die es zuletzt etwas ruhiger geworden war, wieder zu einer Gemeinschaftsausstellung zusammen. Gastgeber ist das Ökumenische Hospiz Burscheid, das vor kurzem an der Hauptstraße neue Räume bezogen hat. Heute wird Monika Rackwitz dort die Bilder aufhängen, am Sonntag ist nach dem Gottesdienst in der benachbarten Evangelischen Kirche Eröffnung – der Corona-Situation angepasst.

Die Ausstellung greife das Motto „Woche für das Leben“ der Ökumenischen Woche auf, berichtet Hospiz-Koordinatorin Beate Heß. „Leben im Sterben“, diesem Motiv haben die Künstler von „7 Art“ nachgespürt. „Bilder sind die einfachste Form, etwas zu transportieren“, findet Beate Heß: Sie sprach Monika Rackwitz an – und diese bat die Gruppenmitglieder Catrin Börner, Renate Lungstrass, Margit Simon sowie von außerhalb Renate Holte, Stefanie Stein und Barbara Kleinert-Dohmesen dazu.

Ausstellung soll bis in den Sommer hinein zu sehen sein

Leben im Sterben – ein gewichtiges, ein schweres Thema, da sind sich Beate Heß und Monika Rackwitz einig. Letztere fand in ihrem Bestand ein Bild, das verschiedene Materialien kombiniert und schwarz-weiß gehalten ist. Das passt, so das Gefühl von Monika Rackwitz. Aber: „Trauer ist nicht nur schwer. Es gibt immer wieder einen Lichtblick.“ So legte sie ihr zweites Bild an, das sie wie die meisten Mitstreiterinnen eigens für die Ausstellung schuf. „Ich bin sehr farbenfroh“, bekennt Rackwitz. Von ihrem ursprünglichen Ruf als naturalistische „Hühnermalerin“ entfernte sie sich mehr und mehr in die Abstraktion: „Ich lasse es gern laufen.“ Jeder sei frei, in ihren Bildern seine eigene Assoziation zu finden: „Man kann in meinen Bildern spazieren gehen.“

16 Bilder hat die Gruppe bereits in die Hospizräume gebracht: „Sie sind ganz unterschiedlich“, so Rackwitz und sagt, wie gut es ihr bei der Abgabe getan habe, wieder einmal Kunst zu sehen. Wie die Bilder Kleinert-Dohmesens, die Wachs auf japanisches Papier aufträgt und selbst in der Hospizarbeit tätig ist. Oder die Arbeiten von Stefanie Stein, die 2019 in Burscheid ein Atelier eröffnete, in dem die Gruppe eine Zeit lang regelmäßig malte. „7 Art“ hat regelmäßig Inspiration und Schulung gesucht: „Ich lerne derzeit bei Renate Rüter-Nork“, erzählt Monika Rackwitz. Die Gladbacherin widmet sich seit 20 Jahren experimenteller Malerei mit Acrylfarben in Mischtechniken. Die Ausstellung in der Hauptstraße 57 soll bis in den Sommer hinein zu sehen sein; geöffnet ist montags bis samstags (10-12 sowie 15-17 Uhr) sowie sonntags (11-14 Uhr).

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