57-Jährige macht weiter

Tierschutz: Krissi Rottmann kann nicht wegsehen

An ihrer Ausgabestelle: Krissi Rottmann vom Pfotentisch. Archivfoto: Anja Wollschlaeger
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An ihrer Ausgabestelle: Krissi Rottmann vom Pfotentisch. Archivfoto: Anja Wollschlaeger
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Die 57-Jährige erwartet mit ihrem „Pfotentisch“ Ansturm von Flüchtlingen mit Vierbeinern.

Von Nadja Lehmann

Krissi Rottmann bleibt Einzelkämpferin. Und ihr Pfotentisch am Leben, auch wenn sie ihr ehrenamtliches Engagement bereits an den Nagel hängen wollte. „Doch, es gibt mich noch“, sagt sie, als sich der Bergische Volksbote bei ihr meldet und nachfragt. „Es ist allerdings alles total eingeschlafen.“ Die Pandemie hat ihr Übriges dazu getan.

Doch statt auf die Inzidenzen blicken die Menschen heute vielmehr voller Sorge in Richtung Ukraine. Und auch Krissi Rottmann beschäftigt sich damit. „Kürzlich war ein Pärchen da, das aus der Ukraine geflüchtet ist“, erzählt sie. Mit dabei waren der Übersetzer - und vier Hunde. „Und neulich kam ein kleiner Hund mit einem Mann aus Polen.“ Nach Rottmanns Einschätzung ist das die Vorhut. „Der Ansturm wird noch größer werden“, ist sie sich sicher. Und deshalb wünscht sie sich vor allem eins: „Sachspenden! Futter, Futter, Futter!“ Für Hunde und Katzen, am liebsten in der Dose.

2016 hat Krissi Rottmann den Pfotentisch gegründet. Er ist ein gemeinnütziger Verein, unterstützt Tierhalter mit Sachspenden oder finanziell, wenn beispielsweise Tierarztbesuche nötig sind. Eine Tiertafel, wenn man so will. Der Bedarf ist da, und der Bedarf ist groß, das weiß Krissi Rottmann. Auch wenn es zuletzt ruhig um den Pfotentisch geworden war. Ihr Lager, das auch ihre Ausgabestelle ist, hat sie behalten: eine Garage, die zwischen Shell-Tankstelle und Baumarkt Obi in der Nähe des Awo-Kindergartens liegt.

Ende 2020 hatte die 57-Jährige aufgeben wollen. Denn der Pfotentisch - das war und ist im Wesentlichen nur Krissi Rottmann selbst. Eine Belastung, bei der sie damals die Reißleine ziehen wollte. Doch dann fanden sich überraschend gleich mehrere Spender, die etwas zu den laufenden Kosten des Vereins beisteuerten. Es sind diese kleinen Wunder, die Rottmann zum Weitermachen animieren und die immer wieder passieren. So, wie jetzt ein Unterstützer derart eifrig in einem Zoofachgeschäft einkaufte, dass die misstrauischen Verkäufer wegen Hamsterkäufen schon Einhalt gebieten wollten. „Da hat er gesagt: Das ist doch für Krissi“, erzählt Rottmann lächelnd. Ihre Homepage hat sie aufgeben: Dafür fehlte das Geld. Wenn sie mal googelt, dann findet sie den Pfotentisch unter „Tierheim“ gelistet. „Das sind wir nicht“, stellt sie klar. Und: „Hier in Burscheid gibt es keinen Tierschutz.“ Wer dort eine herrenlose Katze finde und sich um sie kümmere, der sei aus Sicht der Stadt der neue Besitzer. „Ich kenne eine ältere Dame in Odenthal, die das schon lange auf eigene Kappe macht“, erzählt Rottmann.

Sie selbst könne „nicht wegsehen“, so beschreibt die 57-Jährige sich selbst, die einst das Wermelskirchener Tierheim leitete. „Mich interessieren die Tiere und der Mensch, der dahintersteht“, sagt sie. Helfen will sie weiterhin. „Wer etwas geben will, muss aber etwas haben“, sagt sie und bittet deshalb um Sachspenden. Zum Wohle der Vierbeiner.

Kontakt

Weitere Informationen zu Sach- und Geldspenden gibt es bei Krissi Rottmann. Telefonisch ist Krissi Rottmann mit ihrem Pfotentisch unter Tel.: 0178-9357554 erreichbar. Ein Kontakt ist auch per E-Mail möglich: krissiro@gmx.de

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