Krieg und Corona wirken sich auf den Sport aus

Hans Kirch (r.) reicht den Staffelstab als Vize weiter an Wolfgang Rauh. Der Vorsitzende Bodo Jakob (l.) freut sich mit. Foto: Stadtsportverband
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Hans Kirch (r.) reicht den Staffelstab als Vize weiter an Wolfgang Rauh. Der Vorsitzende Bodo Jakob (l.) freut sich mit.

Bei der Jahresversammlung des Stadtsportverbands zog der Vorsitzende Bodo Jakob Resümee

Von Nadja Lehmann

Erneut war und ist es ein Coronajahr für den Stadtsportverband, mit allen damit verbundenen Konsequenzen: Das machte der Vorsitzende Bodo Jakob auf der virtuellen Jahresversammlung in seinem Bericht deutlich. Und er griff auch das „gesellschaftspolitische Thema dieser Tage“, wie er sagte, auf: den Krieg in der Ukraine. „Seine Auswirkungen sind auch für den Sport in unserer Stadt beträchtlich und werden es noch weiter sein“, betonte Jakob.

„Unsere Sportvereine stehen bereit, den Geflüchteten hier ein Stück Ablenkung und ein Stück normales Leben zu schenken. Sport hat nicht nur eine starke integrative Kraft, Sport ist auch Friedensstifter“, sagte Jakob. „Nun kommen die Geflüchteten mitten in Pandemiezeiten zu uns – und bei aller Hilfsbereitschaft des Sports stehen wir auch in der Verantwortung, unsere Übungsleiter entsprechend zu schützen. Wie mir unser Ordnungsamt auf Anfrage mitgeteilt hat, gelten auch für die Geflüchteten für die Teilnahme an Sportveranstaltungen die gleichen Corona-Zugangsregelungen, wie für alle anderen Teilnehmer“, so der Vorsitzende des Stadtsportverbands. Er bat die Übungsleiter, bei 3G-Kontrollen darauf zu achten, dass die Geimpften mit einem in Europa zugelassenen Impfstoff geimpft worden sind. So entspreche eine Impfung mit dem russischen Sputnik nicht den Kriterien und mache einen aktuellen Test notwendig. Jakob: „Die Bürgertestungen können ganz regulär in Anspruch genommen werden.“ So wie der Krieg seine Auswirkungen hat, hat dies auch Corona: Die Mitgliederzahl sank dramatisch. 2021 zählte man 4 128 Personen. „Der niedrigste Stand seit 1997“, bilanzierte Bodo Jakob.

Aktuell listet die Statistik 4 173 Sporttreibende in Burscheid auf, also 45 mehr. „Die coronabedingte Talsohle scheint damit überwunden“, sagt Jakob. Er rechnet zudem mit einem Anstieg bei den Zahlen der Burscheider Turngemeinde (BTG), hat diese doch Mitglieder des Burscheid-Badminton-Clubs in einer neuen Abteilung unter dem Dach der BTG aufgenommen. Der Badminton-Club hat sich aufgelöst und wird derzeit abgewickelt. „Für mich ist es wichtig, dass der Badminton-Sport in Burscheid weiter angeboten wird – nun eben unter dem Dach der BTG“, erklärte Jakob.

Zudem ist der Stadtsportverband auf die Schulen zugegangen. Im Gepäck: das neu aufgelegte Faltblatt „Sportangebote in Burscheid“. „Da ich als erster Ansprechpartner benannt bin, konnte ich durch telefonische Nachfragen der Eltern im unteren zweistelligen Bereich deutlich spüren, dass das Interesse an Sport und Bewegung wieder steigt“, berichtete Bodo Jakob. „Wir wollen natürlich, dass das anschließend auch zu festen Mitgliedschaften führt.“

Sportler brauchen gute Anlagen und Hallen. Die 30 000 Euro, die über das Landesprogramm „Moderne Sportstätte“ in vereinseigene Anlagen geflossen seien, „haben und werden unsere Vereinssportstätten auf einen modernen Stand bringen“, betonte Jakob, der zwei Beispiele nannte, nämlich Hallenboden- und Heizungserneuerung bei der BTG sowie die neu aufgestellten Container für das neue Sportförderzentrum der Turngemeinde Hilgen.

Bodo Jakob wies auch auf Missstände hin

Der Vorsitzende wies aber auch auf mahnende Beispiele hin. Wie auf die Max-Siebold-Halle, deren Teleskoptribünenanlage aus den 70ern er „dringenden Erneuerungsbedarf“ attestiert: Gemeinsam mit der Schulsportanlage Im Hagen sei die Max-Siebold-Halle nun ein Jahr nach hinten geschoben worden. Die Umgestaltung Im Hagen flog im vergangenen Jahr wegen Überzeichnung aus dem Förderprogramm; ob sie 2022 Berücksichtigung findet, sei noch offen, so Jakob. „Seitens des Stadtsportverband Burscheid erneuere ich hier noch einmal die Sinnhaftigkeit der Schulsportanlage Im Hagen, die ja auch eine Skateranlage mit vorgesehen hatte.“

Sorge bereiteten Jakob auch Schmierereien in der Dreifachhalle Auf dem Schulberg. Hallenbücher und schnelle Meldeketten sollen den Vandalismus in den frisch gestrichenen Kabinen eindämmen. „Alle Sporttreibenden haben ein Interesse an sauberen und intakten Sportanlagen“, betonte Jakob.

Er blickte aber – mit vorsichtigem Optimismus – in die Zukunft, nämlich beim Thema Stadtlauf. Zwei Mal musste man ihn absagen. „Für dieses Jahr planen wir mit dem 25. September; dieser Termin ist im Veranstaltungskalender der Stadt Burscheid geblockt“, sagte Jakob. Niemand sei ein Hellseher in Sachen Pandemie, „aber es sollte in diesem September endlich klappen.“

Hintergrund

Personalien: Im Sportausschuss hat Klaus Becker (SPD) den Vorsitz übernommen; Vorgänger Pierre Assmann ist weggezogen. Bodo Jakob wurde als stimmberechtigtes Mitglied in den Vorstand des Kreissportbunds gewählt. Im Stadtsportverband unterstützt ihn als Vize künftig Wolfgang Rauh, an den der bisherige Stellvertreter Hans Kirch übergeben hat.

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