A 1: Kreis nimmt mit Blitzeranlage weniger Bußgeld ein

Seit 2017 steht die Blitzanlage auf der Autobahn A 1 zwischen Burscheid und Leverkusener Kreuz und hält Geschwindigkeitsverstöße fest. Archivfoto: Doro Siewert
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Seit 2017 steht die Blitzanlage auf der Autobahn A 1 zwischen Burscheid und Leverkusener Kreuz und hält Geschwindigkeitsverstöße fest. Archivfoto: Doro Siewert

188 000 Autofahrer waren 2021 zwischen Burscheid und Leverkusen zu schnell unterwegs – 2020 waren es mehr Verstöße

Von Nadja Lehmann

Seit 2017 steht die Blitzeranlage an der Autobahn 1 zwischen Burscheid und Leverkusen und hat ihr Kameraauge fest in Richtung Köln gerichtet. 2018 wurden dort rund 230 000 Geschwindigkeitsverstöße gezählt, 2019 schnellte die Zahl auf rund 258 000 herauf. Mit 2020 kam Corona, mit der Pandemie der Stillstand der sonst so allgegenwärtigen Mobilität und der Sinkflug der Temposünder: Rund 225 000 waren es 2020. Jetzt hat der Rheinisch-Bergische Kreis die neueste Zahl parat – und sie ist nochmals kleiner geworden: rund 188 000 Verstöße.

Die Zahlen ließen sich aber nur bedingt vergleichen, betont Eva Burger, Sprecherin des Rheinisch-Bergischen Kreises. „Mit Einrichtung der Anlage 2017 wurde aufgrund der personellen Kapazitäten nur einige Stunden am Tag geblitzt. Daraus ergeben sich die deutlich geringen Einnahmen. Zudem gab es ab Mitte des Jahres 2017 eine Baustelle, die dazu führte, dass nur mit einer Kamera kontrolliert werden konnte. Erst ab Ende 2019 wurde mit drei Kameras überwacht.“ Ausfälle der Anlage, etwa durch technische Probleme oder Baustellen, habe es bisher nicht gegeben. Auch keine Beschädigungen durch erboste Autofahrer.

„Es geht nicht darum, Einnahmen zu generieren.“

Kreisverwaltung

Rund neun Millionen Euro nahm der Kreis 2020 durch die Blitzeranlage ein (bei 225 000 Verstößen); während 258 000 Verstöße im Jahr 2019 „nur“ 5,4 Millionen brachten. „Obwohl die Verstoß-Quote 2020 leicht gesunken ist, sind die Einnahmen gestiegen. Dies hängt damit zusammen, dass mehr Bußgelder als Warngelder verhängt wurden und diese deutlich höhere Strafen nach sich ziehen“, bestätigt Eva Burger. Rund 6,6 Millionen Euro spülte der Blitzer dem Kreis nun für das vergangene Jahr in die Kassen.

„Es geht aber nicht darum, Einnahmen zu generieren“, betont Burger. In der Vergangenheit, bevor die Anlage eingerichtet worden sei, sei es an dieser Stelle zu einer Vielzahl von schweren und teils sogar tödlichen Unfällen gekommen. Im Sinne der Unfallprävention habe die zuständige Unfallkommission daher entschieden, die Überwachungsanlage einzurichten, erklärt Burger: „Ziel dieser war und ist es, die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu erhöhen und Unfälle zu vermeiden. Die Kontrolle stellt für den Rheinisch-Bergischen Kreis eine sogenannte Pflichtaufgabe zur Erfüllung nach Weisung dar.“

Die Einnahmen aus Verwarn- beziehungsweise Bußgelder fließen in den allgemeinen Finanzhaushalt des Kreises. „Bei Einsprüchen, bei denen es zu einem Gerichtsverfahren kommt, fließen die Gelder in den Landeshaushalt“, sagt die Kreissprecherin.

Auf dem Teilabschnitt zwischen Burscheid und Leverkusen gilt Tempo 100. Manch Autofahrer bezieht das aber nicht auf sich und definiert die Hundert neu. Die schnellste erfasste Geschwindigkeit lag bisher bei Niki-Lauda-verdächtigen 240 Stundenkilometern.

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