Kramer-Haus wird aus dem Dornröschenschlaf erwachen

Die Stadt will das Kramer-Haus umgestalten und hat es im vergangenen Jahr gekauft. Foto: Doro Siewert
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Die Stadt will das Kramer-Haus umgestalten und hat es im vergangenen Jahr gekauft.

Architekt plant derzeit die Umbaumaßnahmen zur Begegnungsstätte

Von Nadja Lehmann

Der Schiefer ist brüchig geworden, das Weiß der Fenster matt. Im Erdgeschoss zerreißt eine Holzverschalung brutal die Einheit der Fassade. Ein Prachtstück erst für den dritten Blick. Lange hatte die Stadt, hatten auch die Burscheider davon geträumt: das Kramer-Haus mit neuem Leben zu erfüllen. An prägnanter Stelle am Marktplatz gelegen, befindet sich das zweigeschossige verschieferte Fachwerkhaus aus der Mitte des 19. Jahrhunderts nicht nur im Dornröschenschlaf, sondern ist auch einem schleichenden Verfall preisgegeben. Und steht dabei sogar unter Denkmalschutz.

Ein unwürdiger Zustand, den die Stadt gern beenden wollte. Und zwar mit einer Interkulturellen Begegnungsstätte. Vor mehr als fünf Jahren landete die Stadt einen Coup und zog aus dem Städtebausonderprogramm zur Integration von Flüchtlingen rund 1,3 Millionen Euro für gleich drei Projekte an Land – darunter auch für den Kauf des Kramer-Hauses. Doch damit war die Erfolgsgeschichte schon an ihr vorläufiges Ende gelangt. Denn die Verhandlungen zwischen Stadt und Eigentümern scheiterten. Im August 2020 jedoch wendete sich das Blatt und die Stadt gab den Erwerb des Kramer-Hauses bekannt. „Viele Menschen und auch ich haben den baulichen Zustand des Hauses an prominenter Stelle in der Burscheider Innenstadt schon lange bedauert“, sagte damals Bürgermeister Stefan Caplan.

Förderung steht auf neuen Füßen

Die Förderung steht nun auf neuen Füßen. Im Rahmen des Investitionspaktes und der Förderrichtlinien zur Stadterneuerung fördert das Land Nordrhein-Westfalen jetzt sowohl den Kauf als auch den Umbau des Gebäudes. Somit stehen mit einer 90 Prozent-Förderung rund 750 000 Euro für das Projekt zur Verfügung.

Geplant ist, nach entsprechenden Umbau- und Sanierungsmaßnahmen, dass im Erdgeschoss die multikulturelle, integrative Begegnungsstätte „Tri-Café“ mit ihren Angeboten, wie beispielsweise Reparatur-Café, Workshops, internationale und ehrenamtlich organisierte Gruppentreffen, Einzug hält. Endlich im Zentrum: Bislang liefen die Fäden für das Tri-Café in der alten Goetze-Villa an der Bürgermeister-Schmidt-Straße zusammen. „Es läuft gut, könnte aber noch besser sein. Es ist nicht der perfekte Standort“, hatte Caplan stets angemerkt.

Eine weitere Nutzung ist im Obergeschoss geplant, und zwar in Ergänzung sowohl des Tri-Cafés als auch der benachbarten Stadtbücherei. Diese streckt sich gewissermaßen ins Kramer-Haus hinüber. Als gefördertes EU-Leader-Projekt soll dort ein „Raum der 100 Experimente“, ein so genannter „Maker Space“, ein Multifunktionsraum für zukunftsweisende Workshops für digitales Lernen, Programmieren und Ausprobieren neuer MINT-Techniken, etabliert werden. Einen entsprechenden Antrag hat der Förderverein der Stadtbücherei gestellt und grünes Licht erhalten. „Nun ist der beauftragte Architekt an der Reihe, die nötigen Umbaumaßnahmen in dem denkmalgeschützten Haus zu planen und umzusetzen“, bestätigt Stadtsprecherin Renate Bergfelder-Weiss.

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