In Kotten soll es auf der A 1 leiser werden

Im Hintergrund donnern die Lkw über die A 1. Gut zu erkennen sind das Ausfahrtschild Burscheid und die Lärmschutzwand in Burscheid-Ösinghausen. Foto: Doro Siewert
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Im Hintergrund donnern die Lkw über die A 1. Gut zu erkennen sind das Ausfahrtschild Burscheid und die Lärmschutzwand in Burscheid-Ösinghausen. Foto: Doro Siewert

Heidi Neumann (Grüne) setzt sich mit ihren Nachbarn für besonderen Asphalt ein

Von Nadja Lehmann

1997 hat Heidi Neumann mit ihrem Mann in Kotten gebaut. Seitdem hat die Kommunalpolitikerin, die für die Grünen im Rat sitzt und 2. stellvertretende Bürgermeisterin ist, die Ohren in Richtung A 1 gespitzt: „Es ist schlimmer geworden“, lautet ihre Bilanz zum Thema Lärm. Dieser steht alle fünf Jahre im Mittelpunkt, dann wird der Lärm auf Burscheids Hauptachsen gemessen.

Und der Lärmaktionsplan machte deutlich: In Kotten ist es in der Tat ziemlich laut. „Darin steht, dass selbst, wenn wir eine acht Meter hohe Lärmschutzwand in Kotten an der A 1 hätten, immer noch 160 Menschen unter einem Lärmpegel von 55 bis 65 Dezibel leiden würden“, sagt Heidi Neumann.

„Es müsste im Dorf so laut sein, dass man sich mit Corona- Abstand im Garten anschreien müsste.“

Heidi Neumann über die Chancen auf eine Lärmschutzwand

Die Hoffnung auf eine Lärmschutzwand hat sie ohnedies ad acta gelegt. „Dafür müsste es im Dorf so laut sein, dass man, wenn man sich mit Corona-Abstand im Garten unterhält, anschreien müsste“, verdeutlicht Neumann. Aber: Den Wunsch nach zumindest leisem Asphalt hat Neumann keineswegs aufgegeben. Er wäre eine Option für Kotten.

Einen lärmmindernden Belag hat bereits der Autobahnabschnitt zwischen Leverkusen und Lambertsmühle bekommen. „Das macht sich positiv bemerkbar“, unterstreicht Neumann. Allein schon beim Drüberfahren: Im Auto sei es merklich leiser. „Auch die Dürscheider haben das Gefühl, als sei es ein klein wenig ruhiger geworden“, blickt Neumann in den Ortsteil hinüber, der zudem mit dem Bau eines Lkw-Parkplatzes mit WC-Anlage rechnen muss – einer möglichen weiteren Lärmquelle.

Derzeit ist es in Kotten allerdings etwas ruhiger als ehedem. „Noch läuft der Verkehr ja nicht so, wie er einmal war“, sagt Heidi Neumann. Denn zum einen seien viele Menschen durch die Corona-Pandemie nicht morgens und abends auf dem Weg zur Arbeit unterwegs, sondern säßen im Homeoffice; zum anderen ist das Leverkusener Kreuz ein Engpass. „Wie laut es wird, wenn das Leverkusener Kreuz fertig ist, wenn weniger Menschen im Homeoffice bleiben und wenn auch das viele Grün, das wegen der Trockenheit noch gefällt werden muss, als Dämpfer fehlt, bleibt abzuwarten“, betont die Grünen-Politikerin.

Möglicherweise bilde ein Wiederanstieg des Lärms dann die Berechtigung für eine neue Messung, sagt Neumann. Sie hat vor neun Jahren begonnen, ihre Nachbarn mit ins Boot zu holen. Neue Infos zum Stand der Dinge bringt sie in Kotten regelmäßig im Aushangkasten an. „Wir bleiben auf jeden Fall am Thema dran“, kündigt sie an. Auch wenn der Ansprechpartner nicht länger Straßen NRW, sondern die neu gegründete Autobahn GmbH sei. „Ich habe aber schon Kontaktdaten“, sagt Neumann.

Der Protest gegen den Autobahnlärm sei aber schon viel älteren Datums, weiß die Ratsfrau. „Seit fast 43 Jahren versuchen Bürger aus Kotten zu erreichen, dass es in ihrem Dorf endlich leiser wird.“

Hoffnung ruht nun auf dem Flüsterasphalt

Gemeinsam habe man Anträge auf nachträglichen Lärmschutz auf den Weg gebracht, blickt Neumann auf den Einsatz mit ihren Nachbarn zurück. Ihre Hoffnung, wenn es die Lärmschutzwand wohl nicht sein wird, richtet sich nun verstärkt auf den Asphalt. Und zwar auf den der Stufe 5, den sogenannten „Flüsterasphalt“. Der liege sogar qualitätsmäßig noch über dem Belag, der zwischen Leverkusen und Lambertsmühle verbaut worden sei, sagt Neumann. Dieser gehöre der Stufe 4 an. „Stufe 5 ist natürlich noch leiser. Aber sie hält nicht so lange wie die Stufe 4“, sagt Heidi Neumann.

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