Finanzen

Kostenexplosion stellt einige Projekte infrage

Das Kulturbadehaus an der Bürgermeister-Schmidt-Straße: Gebäude und Garten gelten als gepflegt, dafür sorgt der Kulturverein. Der Zugang soll allerdings, so sehen es die Pläne vor, aufgewertet werden. Ebenso die Freiflächen rund um das einstige Bad. Die Realisierung ist derzeit jedoch unsicher.
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Das Kulturbadehaus an der Bürgermeister-Schmidt-Straße: Gebäude und Garten gelten als gepflegt, dafür sorgt der Kulturverein. Der Zugang soll allerdings, so sehen es die Pläne vor, aufgewertet werden. Ebenso die Freiflächen rund um das einstige Bad. Die Realisierung ist derzeit jedoch unsicher.
  • VonNadja Lehmann
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Kulturbadehaus soll schöner werden: Ob die beschlossene Maßnahme aber umgesetzt wird, ist wieder offen.

Burscheid. Vor ihrem geistigen Auge kann Jelle von Dryander schon alles sehen. „Dort wird eine Hecke das Gelände zum Parkplatz hin abschließen“, zeigt die Vorsitzende des Kulturvereins Burscheid auf die schmucklose Fläche vor dem Kulturbadehaus, die bisher den Hauptzugang bildet. Dieser soll auf die andere Seite wandern und etwas repräsentativer daherkommen. Und auch der Chemieschrank, der noch im Garten steht, soll eine neue Rolle einnehmen: als Bücherschrank. „Da hat der Denkmalschutz aber auch noch ein Wörtchen mitzureden“, sagt von Dryander.

Vielleicht wird alles aber auch nur ein Traum bleiben. Denn die Realisierung der in den Ausschussvorlagen als „A15-Umfeld Badehaus“ betitelten Maßnahme ist ungewiss, wie Stadtsprecherin Ann-Kathrin Gusowski bestätigt. „Aufgrund der aktuellen Kostenentwicklung muss die Stadtverwaltung insgesamt schauen, wie mit dem Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzept Burscheid 2025 (IEHK) künftig umgegangen wird“, sagt Gusowski auf BV-Nachfrage. Der Hintergrund: Die Förderung für das Gesamtpaket IEHK ist gedeckelt. Wenn ein Einzelposten innerhalb des IEHK teurer wird als geplant, muss an anderer Stelle eingespart werden. Das führt dazu, dass schon längst durch die Politik abgesegnete Maßnahmen erneut auf den Prüfstand müssen und damit in die Warteschleife geraten.

„Das Badehaus ist einer der herausragenden Kulturorte in Burscheid. Liebevoll gepflegt und mit großem ehrenamtlichem Engagement betrieben, erfreut sich das Badehaus großer Aufmerksamkeit“, heißt es in der Beschlussvorlage, die das „gepflegte Gebäude und den in Eigenregie angelegten Garten“ lobend hervorhebt – im Gegensatz zum weiteren Umfeld. Dieses soll aufgewertet werden, indem dort eine Mobilstation mit Fahrradboxen, Pedelec-Verleihstation sowie Park-and-Ride-Stellplätzen eingerichtet wird.

Neuer Weg soll zum Haupteingang führen

Die Freianlagen am Badehaus sollen ebenfalls aufgewertet werden. Die Zuwegung zum Eingang des Badehauses wird von der westlich liegenden Stellplatzanlage über einen rund 2,5 Meter breiten Weg neu geschaffen. „So war das früher schon“, sagt von Dryander. Eine optische Betonung gibt es auch: Ein Baumtor mit vier Hainbuchenhochstämmen soll die Zuwegung in besonderer Weise akzentuieren. Ein Behindertenparkplatz soll an der Nordostecke des Gebäudes seinen Platz finden und die rasche Erreichbarkeit des barrierefreien Zugangs im Südosten garantieren.

Wichtigstes Element der Neugestaltung der Freianlagen ist die gepflasterte Terrasse, die sich westlich des Gebäudes befindet. Sie wird in die vorhandene Kiesfläche integriert und soll bei Veranstaltungen einen gut nutzbaren Freiraum direkt am Gebäude bieten. Die noch aus der Zeit des Freibades stammende, rote Asphaltdecke südlich des Badehauses ist in die Jahre gekommen und zur Stolperfalle geworden. Sie soll gegen eine Schotterfläche getauscht werden. Ursprünglich waren die Kosten für die Umgestaltung mit 388 600 Euro veranschlagt worden. Tatsächlich aber lautet die Neuberechnung auf nun 411 500 Euro: Dies sei auf die Baukostensteigerung im Baugewerbe zurückzuführen.

Es soll aber noch weitaus mehr realisiert werden: Im Zuge der Umgestaltungsmaßnahme soll die Regenentwässerung des Platzes auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden. Zukünftig soll das Niederschlagswasser über einen Regenwasserkanal in den südlich gelegenen Wiembach geleitet werden, um es so dem natürlichen Wasserkreislauf zuzuführen. Aktuell wird das gesamte Regenwasser aus diesem Bereich mit Hilfe der Pumpstation bis in den Kanal an der Bürgermeister-Schmidt-Straße gepumpt.

Für diese Maßnahme werden die Kosten auf rund 329 000 Euro geschätzt. „Eine massive Erhöhung“, nennt dies die Beschlussvorlage. Denn noch 2020 waren dem Hauptausschuss veranschlagte Kosten von rund 130 000 Euro genannt worden. „Die damalige Wirtschaftlichkeitsberechnung ist damit hinfällig“, heißt es nun in der aktualisierten Beschlussvorlage.

Wie es nun weitergeht? Offen. Burscheids Kommunalpolitikerinnen und -politiker werden die IEHK-Maßnahmen neu abklopfen und bewerten müssen. „Die weitere Beratung bleibt den politischen Gremien vorbehalten. Deshalb kann ich derzeit keine konkreten Informationen zur IEHK-Maßnahme nennen“, erklärt Stadtsprecherin Ann-Kathrin Gusowski.

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